Zusammenfassung

  • Jadon Sancho ist in der Bundesliga alle 54 Minuten an einem Tor direkt beteiligt
  • Der Dortmunder stand nun erstmals auch für England in der Startformation
  • Die Entwicklung des 18-Jährigen ist noch längst nicht abgeschlossen

Köln – Der Hype um Jadon Sancho von Borussia Dortmund wird auch in der Länderspielpause nicht weniger. Der 18-Jährige wurde nicht nur zum "Spieler des Monats Oktober" gekürt, er stand auch erstmals für England in der Startelf.

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Und damit war er seit David Beckham 2009 der erste Spieler in einer Anfangsformation der "Three Lions", der nicht auf der Insel unter Vertrag stand. Bereits im Oktober hatte Sancho als Joker für England debütiert – als jüngster Spieler seit 60 Jahren. Und Sancho machte bei seinem Startelfdebüt gegen die USA so ziemlich genau da weiter, wo er beim BVB aufgehört hat: Er lieferte gleich mal eine Torvorlage, die englischen Medien überschlugen sich anschließend mit Lobeshymnen.

Auch in der Bundesliga ist Sancho derzeit mit sechs Assists immer noch der Top-Vorbereiter, hinzu kommen noch vier eigene Treffer. Unter dem Strich bedeutet das: alle 54 Minuten ist der offensive Außenspieler im Schnitt an einem Tor direkt beteiligt. Nicht zuletzt deshalb kam auch Englands Nationaltrainer Gareth Southgate nicht mehr am Dortmunder vorbei. Und durch seine starken Leistungen wurde er jetzt zum Bundesliga Spieler des Monats Oktober gewählt.

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Dabei tat sich Sancho bei seinem Ausbildungs-Club Manchester City zunächst schwer, in der Premier League Fuß zu fassen. Erst der Wechsel nach Dortmund im Sommer 2017 brachte seine Karriere ins Rollen. Nach einer kurzen Anlaufzeit schaffte es Sancho bereits im vergangenen Jahr unter Peter Stöger zum Stammspieler bei Dortmund. In dieser Spielzeit etablierte er sich dann unter Lucien Favre vom Edeljoker zur Stammkraft – auch, weil er noch deutlich effektiver agiert als in seinem Premierenjahr in der Bundesliga. Gerade was die Torbeteiligungen betrifft.

Sancho beeindruckt dabei vor allem im Eins-gegen-Eins – auch gegen mehrere Gegenspieler findet er auf engsten Räumen Lösungen, um mit seiner filigranen Technik gepaart mit seiner immensen Schnelligkeit vorbeizuziehen. BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagt: "Er hat Sachen drauf, die ich selten gesehen habe. Das ist brutal gut. Und auch, wenn er ein anderer Spielertyp ist: Das Ausmaß, in dem seine Aktionen nicht zu verteidigen sind, erinnert mich an Ousmane Dembele – nur dass der mit 18 Jahren noch keine Profi-Minute gespielt hatte."

Video: Jadon Sancho in der Taktik-Analyse

Doch Sancho ist nicht nur filigraner Künstler, er ist auch durchaus in der Lage die Drecksarbeit zu übernehmen. Bestes Beispiel beim Klassiker gegen den FC Bayern, wo er tief in der eigenen Hälfte Franck Ribery den Ball bei einem vielversprechenden Bayern-Angriff klaute, um dann den entscheidenden Konter zum 3:2 einzuleiten.

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Und obwohl Sancho ohne Zweifel der Senkrechtstarter der aktuellen Saison ist, ist ein Ende der Entwicklung noch lange nicht abzusehen: Nur fünf eingesetzte Spieler in der Bundesliga 2018/19 waren noch jünger als der Engländer – beim BVB übrigens mit einem langfristigen Arbeitspapier bis 2022 ausgestattet. Sancho dürfte den Schwarz-Gelben also künftig noch viel Freude bereiten.

"Er hat Sachen drauf, die ich selten gesehen habe. Das ist brutal gut." Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund)

Das gilt natürlich auch für die englische Nationalmannschaft, wo Sancho so etwas wie ein Sinnbild für den Umbruch ist. Beim Spiel gegen die USA durfte er noch einmal an der Seite von Wayne Rooney spielen, eine besondere Ehre für den Dortmunder. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Wayne Rooney ist eine Legende und ein Vorbild für mich", sagte Sancho. Als Rooney einst sein Debüt für England gab, war Sancho gerade einmal zwei Jahre alt.

Karol Herrmann