Dortmund - Jadon Sancho wird für Borussia Dortmund immer wertvoller. Zwei Tore hat der 18-Jährige in der Bundesliga in dieser Saison schon wieder aufgelegt, ist damit bester Vorlagengeber der Borussia – und das bei gerade einmal 56 Einsatzminuten. Auch gegen Frankfurt stellte der Engländer seine Joker-Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Und sein riesiges Potenzial.

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Irgendwie lief es nicht so richtig im Offensivspiel der Dortmunder. Gegen Eintracht Frankfurt tat sich die Mannschaft trotz Führung schwer, den nötigen Druck aufzubauen und in die gefährlichen Räume zu kommen. Lucien Favre beorderte in dieser Situation Jadon Sancho an die Seite und wechselte seinen Rohdiamanten ein, der auf bestem Wege vom begnadeten Talent zum Leistungsträger scheint.

Neuer Schwung mit Sancho

Mit dem jungen Engländer kam auch dieses Mal mehr Schwung in die Partie. Sancho ist einer, der sich etwas traut, der es auch mal mit zwei Gegenspielern aufnimmt und der mit seinen Tempo-Dribblings für mächtig Unruhe beim Gegner sorgen kann. Dank enger Ballführung und extrem schnellen Drehungen. Mutig spielt er seine individuellen Qualitäten aus. Und das zunehmend auch sehr effektiv.

Gerade einmal 14 Minuten nach seiner Einwechslung nahm er am Freitag gegen Frankfurt einen Pass des ebenfalls frisch ins Spiel gekommenen Paco Alcacer auf. Mit einem flinken Haken ließ er gleich zwei Gegenspieler ins Leere laufen. Ein Blick, eine maßgenaue Flanke auf den freistehenden Marius Wolf – und schon lag der BVB gegen die Eintracht wieder in Führung. „Das 2:1 war ein schönes, gut vorbereitetes Tor. Die Einwechslungen haben uns einen Impuls gegeben, dann war die Mannschaft wieder da“, lobte Favre für seine Verhältnisse fast überschwänglich.

Video: Sancho glänzt auch gegen Leipzig als Joker

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Unter dem Schweizer setzt Jadon Sancho fort, was für ihn unter Peter Stöger zu Beginn des Jahres schon so vielversprechend begonnen hatte. Von Manchester City als „eines der größten Talente im europäischen Fußball“ (Sportdirektor Michael Zorc) ins Ruhrgebiet gewechselt, hatte der damals 17-Jährige im Winter-Trainingslager erstmals nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Vornehmlich auf dem linken Flügel setzte er seine Akzente und verdrängte zum Auftakt der Rückrunde sogar Weltmeister André Schürrle aus der Startelf.  

Stöger setzte auf Sanchos Qualitäten

Mutig und unbekümmert ging Sancho damals zu Werke und hatte fortan in Stöger einen Fan und Förderer, der aber auch die Defizite nicht verschwieg: „Er ist ein sehr, sehr talentierter, relativ junger und ungestümer Bursche, stark im Eins-gegen-Eins. Manchmal ist er allerdings noch ein bisschen zu verspielt und noch zu wenig auf den Endzweck aus.“

Ein Treffer und vier Vorlagen nach zwölf Bundesliga-Spielen waren nach der Rückrunde bereits eine sehr ordentliche Bilanz. Und der inzwischen 18-Jährige knüpft daran auch unter Lucien Favre nahtlos an, der sich schnell für den Youngster begeistern konnte: „Jadon ist ein sehr guter Spieler. Das habe ich im ersten Training sofort gesehen. Ich habe es gerne, wenn wir mit Ball am Fuß ins Risiko gehen". Zugleich versucht auch Favre, Sanchos individuelle Qualitäten und sein Potenzial mit einer gewissen Geradlinigkeit und damit noch größeren Effizienz zu versehen, ohne ihm dabei seine Impulsivität und sein belebendes Spielelement zunehmen.

Sancho ist auf dem besten Wege in die Dortmunder Startelf
Sancho ist auf dem besten Wege in die Dortmunder Startelf © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Schulze

Dem BVB hat das in der noch jungen Saison bereits so manch zählbaren Erfolg beschert. Schon im DFB-Pokal setzte der U17-Weltmeister ein Ausrufezeichen, als er in der Nachspielzeit in Fürth mit einem starken Dribbling gleich drei Gegenspieler stehen ließ und den umjubelten Siegtreffer von Marco Reus perfekt auflegte. In der Bundesliga kam er bislang in jedem der drei Spiele zum Einsatz, wenn auch nicht von Beginn an. Zwei Assists in diesen 56 Spielminuten machen ihn aktuell zum besten Vorlagengeber der Borussia. Insgesamt war er bei seinen 15 Liga-Einsätzen damit schon an acht Treffern direkt beteiligt. Bei diesen Zahlen ist es kein Wunder, wenn aus dem Joker schon bald ein Mann für die schwarz-gelbe Startformation wird.   

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte