Hamburg - Eines war sicher am Donnerstagabend in der nicht ganz ausverkauften Imtech Arena, sollte der Hamburger SV noch den Ausgleich schießen, konnte das Tor nur Ivo Ilicevic erzielen. Der Kroate war mit Abstand bester Spieler seines Teams und krönte seine starke Leistung mit seinem Treffer zum 1:1, durch das die Hanseaten weiter vom Bundesliga-Verbleib träumen dürfen. Ivo Ilicevic hofft auf ein positives Ende seiner kuriosen Saison beim Hamburger SV.

Frage: Herr Ilicevic, war das ihr wichtigstes Tor ihrer Karriere?

Ivo Ilicevic: Es war sicherlich ein sehr, sehr wichtiges Tor, aber wir haben jetzt noch ein Spiel vor uns und ich hoffe, dass wir das gewinnen werden.

Frage: Sie sind der einzige gewesen, der im Angriff Eins-gegen-Eins-Situationen gesucht hat. Wieso haben Sie so wenig Unterstützung in der Offensive bekommen?

Ilicevic: Es war sehr schwer gegen so eine tiefstehende Mannschaft zu spielen. Es war schwer sich gegen die beiden Viererkette durch zu kombinieren. In der ersten Halbzeit sind wir dann zu unruhig geworden und haben zu viele Fehlpässe gespielt, aber die Mannschaft hat weiter versucht auf den Ausgleich zu spielen und wurde am Ende belohnt. Jetzt zählt nur noch alles oder nichts. Es ist nur noch ein Spiel.

"Wir sind immer noch der Bundesligist"

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Frage: Sie sind just zur rechten Zeit in Form gekommen...

Ilicevic: Ich habe über weite Strecken der Saison keine große Rolle gespielt, das muss ich mal sagen. Im Winter dürfte ich nicht mal mit ins Trainingslager. Ich habe aber immer weiter an meine Chance geglaubt. Ich weiß was ich kann. Wenn ich fit bin, dann kann ich in jeder Mannschaft spielen und meine Qualitäten einbringen. Der Trainer weißt das und baut auf mich. Ich will ihm das Vertrauen zurückgeben. Dass ich nicht bei 100 Prozent bin, ist ganz normal, da ich zu viele Spiele aussetzen musste.

Frage: Was haben Sie nach dem Treffer zum Ausgleich gedacht?

Ilicevic: Es war eine Erleichterung, auch weil es so ein wichtiges Spiel war. Wir wollten nicht als Verlierer vom Platz gehen. Jetzt haben wir noch ein Spiel und wollen dieses positiv gestalten.

Frage: Wie gehen Sie mit dem Ergebnis um? Glücklich über das 1:1 oder enttäuscht, weil es nur ein Heim-Remis geworden ist?

Ilicevic: Nach dem Rückstand war der Ausgleich enorm wichtig. Vor dem Spiel wollten wir natürlich gewinnen, um eine bessere Ausgangsposition zu haben. Wir sind immer noch der Erstligist und wollen jetzt in Karlsruhe gewinnen und so werden wir ins Spiel gehen.

Frage: Es ist doch Ironie des Schicksal, das ausgerechnet Sie als einer der Ausgemusterten vielleicht den Treffer zum Klassenerhalt schießt, oder?

Ilicevic: So ist Fußball. Es ging ja nicht nur mir so mit meiner Situation, sondern auch noch ein, zwei anderen Spielern. Ich habe immer an meine Chance geglaubt, weil ich weiß, was ich kann.

Frage: Wissen Sie schon, wie ihre Zukunft aussieht? Bleiben Sie doch noch beim HSV?

Ilicevic: Nein, das weiß ich noch nicht. Wichtig ist jetzt auch erst einmal das Spiel in Karlsruhe, wenn wir das positiv bestritten haben, kann ich auch über meine Zukunft reden.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage