Mönchengladbach - Der Hamburger SV hat seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen fortgesetzt und in Mönchengladbach einen nie gefährdeten 3:0-Auswärtserfolg gefeiert. Pierre-Michel Lasogga per Doppelpack und Nicolai Müller erzielten die Tore.

Mit einer scharf getretenen Ecke, die Lasogga per Kopf zur 2:0-Pausenführung verwertete, sicherte sich Ivo Ilicevic seinen ersten Assist in dieser Saison. Nach dem Spiel stellte sich der 28-jährige Kroate dem Interview.

"Die Mannschaft ist überglücklich"

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Frage: Ivo Ilicevic, Glückwunsch zum 3:0-Auswärtssieg des HSV in Mönchengladbach. Mit welchem Gefühl sind Sie aus der Partie gegangen?

Ivo Ilicevic: Mit einem geilen Gefühl. So einen Sieg haben wir lange nicht mehr eingefahren und so ein gutes Spiel ebenfalls lange nicht mehr gemacht.

Frage: Wie war die Stimmung in der HSV-Kabine?

Ilicevic: Sie war sehr gut und gelassen. Die Mannschaft ist überglücklich. Heute hat es von Anfang an Spaß gemacht, Gas zu geben, zu fighten und zu kämpfen, um ein gutes Spiel zu machen. Wir haben absolut verdient gewonnen und wollen das nächste Heimspiel gegen Frankfurt nun genauso angehen. Jetzt haben wir anders als vor zwei Wochen nach der Niederlage in Köln eine lustige fünfstündige Heimfahrt im Bus vor uns, in der wir noch in den Geburtstag von Gideon Jung hineinfeiern werden. Ich hoffe, er gibt einen aus.

Frage: Der HSV hat nicht nur ein Auswärtsspiel gewonnen, sondern bei einem Champions-League-Teilnehmer hochverdient mit 3:0 gesiegt. Hätten Sie eine solche Leistung erwartet?

Ilicevic: Wir haben ein super Spiel gezeigt. Bis auf eine kurze Phase in der ersten Halbzeit, in der Gladbach ein bisschen Druck gemacht hat, hatten wir das Spiel im Griff. Wir haben aber gut dagegen gehalten: Und nach dem 3:0 war das Spiel dann auch gegessen.

"Pierre ist ein Stürmer, der nicht viele Chancen braucht"

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Frage: Hat der HSV jetzt mit Pierre-Michel Lasogga wieder einen Torjäger, der richtig knipst?

Ilicevic: Er ist auf einem guten Weg. Pierre ist ein Stürmer, der nicht viele Chancen braucht. Wenn er Selbstvertrauen hat und ins Spiel kommt, ist er brandgefährlich. Das hat man heute gesehen. Beim ersten Tor lauert er gut auf den Ball, beim zweiten setzt er sich beim Eckball durch. Für uns ist es wichtig, dass wir die Chancen, die wir haben, nutzen. Das haben wir gemacht.

Frage: Ist er auch ein Stürmer, der ganz besonders ein gutes Gefühl und das Selbstvertrauen braucht?

Ilicevic: Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl sind für jeden Spieler wichtig. Wenn man mit einem guten Gefühl in ein Spiel geht, tritt man ganz anders auf. Das hat man heute bei ihm gesehen. Er hatte richtig Spaß, er hat die Bälle oft festgemacht. Dann kommt er auch zu seinen Chancen. Und für uns wird es in der Offensive viel einfacher.

Frage: Zuletzt hat Lasogga nicht von Beginn an gespielt. Der HSV-Kader ist in der Breite besser besetzt. Muss nun jeder Spieler ein paar Prozentpunkte mehr im Training geben, um in die Startelf zu rücken?

Ilicevic: Jeder Spieler will einen Platz in der Startelf haben und sich beweisen. Gegen Stuttgart (beim 3:2-Sieg nach Rückstand, die Red.) haben die Einwechselspieler der Mannschaft einen riesigen Schwung gegeben und das Spiel gedreht. Es ist enorm wichtig für uns, dass wir diese Qualität haben. Der Konkurrenzkampf ist sicher höher, aber das ist für jeden Spieler positiv, weil sich keiner ausruhen kann, sondern Gas geben muss. Das hilft der Mannschaft.

"Qualität alleine macht nicht den Unterschied aus"

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Frage: Der HSV hat nun aus dem harten Auftaktprogramm mit drei Auswärtsspielen in den ersten vier Spieltagen und zwei Duellen bei Champions-League-Teilnehmern sechs Punkte geholt. Gibt Ihnen das ein besseres Gefühl für den weiteren Saisonverlauf, dass es nicht wieder so ein harter Abstiegskampf wie in den letzten Jahren werden wird?

Ilicevic: Wir haben uns vor der Saison vorgenommen, das, was in den letzten Jahren war, auszublenden. Wir haben eine gewisse Qualität in der Mannschaft und dürften eigentlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Aber man hat in den letzten beiden Jahren gesehen, dass die Qualität alleine nicht den Unterschied ausmacht. Man muss als Mannschaft funktionieren. Ich glaube, dass uns der Trainer in dieser Hinsicht hervorragend eingestellt hat und uns gezeigt, dass es nur über das Gesamtgefüge geht.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski