Hamburg - 30. Januar 2015 - auf den Tag genau acht Jahre nach seiner ersten Vorstellung präsentiert der Hamburger SV Ivica Olic als Neuzugang. Hielt der Rückkehrer 2007 noch das Trikot mit der Rückennummer 11 in die Kameras, war es diesmal die 8.

Nur 22 Stunden später begrüßten die HSV-Fans unter den 56.053 Zuschauer ihren "Ivi" frenetisch. Wie schon 2007 stand Olic nur einen Tag nach seiner Ankunft in Hamburg in der Startformation.

Abstiegskampf statt Champions League

Und er zeigte von Beginn an, warum der HSV ihn unbedingt wollte. Bereits nach drei Minuten traf er das Außennetz, am Ende gingen knapp 80 Prozent der Hamburger Torschüsse (zur Analyse) auf sein Konto. "Die erste halbe Stunde haben wir gute Chancen gehabt - auch ich", gab Olic zu, dass er ein Tor hätte machen müssen.

Doch der von vielen Kölner Fans befürchtete Treffer (eigentlich unbegründet: Olic traf in seiner Karriere noch nie gegen die Domstädter; die Red.) sollte ihm nicht gelingen. Am Ende verhagelte Kölns Marcel Risse mit einem Doppelpack zum 0:2-Endstand dem Kroaten sein Comeback - und dem HSV den Start in die Rückrunde.

Denn den hatte man sich in der Hansestadt ganz anders vorgestellt. Nicht wenige Anhänger hatten angesichts des Programms gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf 1. FC Köln und beim SC Paderborn sowie dem Nord-Derby gegen Hannover 96 von neun Punkten zum Rückrundenstart geträumt. Ein Traum, den im Duell der beiden schwächsten Angriffsreihen der Vorrunde, die Gäste aus Köln gleich zum Saisonauftakt zerstörten.

Vom Klassenerhalt überzeugt

Mit dem Vereins-Minusrekord von 507 torlosen Minuten waren die Hamburger in die Saison gestartet, nach dem Köln-Spiel warten die Fans nun bereits wieder seit 396 Minuten darauf, einen Treffer ihrer Mannschaft bejubeln zu dürfen.

Hamburger Momente: Klicken Sie sich durch die besten Bilder aus Ivica Olics erster Zeit beim HSV.

Auf das erste seiner bisher 48 Tore für den HSV hatte Olic vor acht Jahren bis zu seinem fünften Spiel warten müssen. Beim HSV hätte angesichts der mageren Ausbeute von nur neun Saisontreffern niemand was dagegen, wenn es diesmal schneller ginge. Denn mit Toren soll der Rückkehrer dazu beitragen, wovon er selbst 100-prozentig überzeugt ist: "Ich bin sicher, dass die Mannschaft in der Lage ist, da unten rauszukommen."

Dafür soll vor allen Dingen Olic selbst sorgen: 2006/07 steuerte der Kroate fünf Treffer bei. "Damals trug ich noch den typischen Russen-Haarschnitt", so die launige Antwort des 35-Jährigen, was sich in den acht Jahren, als nach vier Jahren in Diensten des ZSKA Moskau in die Hansestadt gekommen war, verändert habe.

Eines soll sich nach dem Wunsch der HSV-Fans allerdings nicht verändern: Vor acht Jahren kletterten die Rothosen von Abstiegsrang 17 zur Winterpause bis zum Saisonende noch auf Platz sieben. Gegen eine Wiederholung hat an der Elbe niemand etwas einzuwenden.

Ivica Olic zeigte sich gegen Köln engagiert wie eh und je, hatte die zweitgrößte Laufstrecke, zog die zweitmeisten Sprints an, gab die meisten Hamburger Torschüsse ab.

Aus Hamburg berichtet Jürgen Blöhs