Frankfurt am Main - Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Spielzeit zeichnet Europas Top-Liga mit dem jüngsten Altersdurchschnitt auch in der Saison 2017/18 die besten Nachwuchsstars mit dem "Bundesliga Rookie Award by TAG Heuer" aus. Die Kandidaten im April:

Tatsuya Ito (Hamburger SV)

Mit einer Körpergröße von 1,63 Meter ist Tatsuya Ito zwar der kleinste Spieler der Bundesliga, in Sachen Dribblings zählt er aber ohne Zweifel zu den ganz Großen. "Wenn man ihn anspielt und er ins Dribbling geht, dann ist das für den Gegner nicht leicht zu verteidigen", schwärmt sein Trainer Christian Titz. Meist ist Ito, wenn er über seine bevorzugte linke Angriffsseite zum Dribbling ansetzt, nur per Foul zu stoppen. Alle 37 Minuten wird er gelegt – Höchstwert beim HSV. Im September debütierte der 20-Jährige für die Hanseaten, nachdem er zu Beginn der Saison noch bei der Reserve in der Regionalliga für Furore gesorgt hatte. Doch die erste Zeit in der Bundesliga verlief schwankend. Mitten im Abstiegskampf zählte Ex-Trainer Bernd Hollerbach nicht mehr auf das Talent und versetzte ihn wieder in die zweite Mannschaft. Erst unter Christian Titz rückte Ito wieder in die Startelf und war in den letzten Wochen ohne jeden Zweifel ein absoluter Leistungsträger der Hanseaten.

"Wenn man ihn anspielt und er ins Dribbling geht, dann ist das für den Gegner nicht leicht zu verteidigen" Christian Titz (Trainer Hamburger SV)

Im April stand Ito stets in der Startformation, bereitete gegen Wolfsburg einen Treffer vor und holte zudem einen Elfmeter heraus. Während er in der Hinrunde bisweilen noch für seine körperlichen Rückstände kritisiert wurde, hat er hier jetzt deutlich zugelegt: Für einen Offensiv-Spieler gewinnt er inzwischen gute 50 Prozent seiner Zweikämpfe, stand im April immer mindestens 85 Minuten auf dem Platz, während die Luft vor dem Jahreswechsel nur für maximal eine Stunde gereicht hatte. Doch nun ist der kleine Wirbelwind in der Bundesliga angekommen und sorgt mit seiner spektakulären Spielweise derart für Furore, dass er selbst noch als Geheimtipp für den japanischen Kader bei der anstehenden WM in Russland gilt.

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Panagiotis Retsos (Bayer 04 Leverkusen)

Wenn man Panagiotis Retsos beim Spielen beobachtet, mag man kaum glauben, dass der Grieche erst 19 Jahre alt ist. Zu abgeklärt wirkt der Defensiv-Spezialist von Bayer 04 Leverkusen auf dem Platz. Besonders außergewöhnlich für sein Alter ist seine hohe Flexibilität. Retsos kann sowohl als Rechts-, Links- oder Innenverteidiger agieren und selbstverständlich auch in der Dreierkette spielen. Dass er aber in seiner ersten Bundesliga-Spielzeit gleich zum Stammspieler mutiert, hätten selbst die Verantwortlichen vor der Saison nicht unbedingt für möglich gehalten: "Panagiotis ist ein junger Profi mit besonderen Anlagen und passt perfekt in unser Anforderungsprofil. Er ist eine Investition in die Zukunft des Vereins", sagte etwa Rudi Völler bei seiner Verpflichtung.

"Panagiotis ist ein junger Profi mit besonderen Anlagen und passt perfekt in unser Anforderungsprofil" Rudi Völler (Sportdirektor Bayer 04 Leverkusen)

Diese Zukunft ist nun ein wenig früher eingetreten, als es viele erwartet haben. Dabei bringt Retsos trotz seiner 19 Jahre auch schon viel Erfahrung mit. In Griechenland wurde er als Stammspieler mit Olympiakos Piräus Meister, hatte mit gerade einmal 18 Jahren sogar schon die Kapitänsbinde am Arm. Und auch seine Erfahrungen in der Champions League und der Europa League dürften der Bayer-Mannschaft in der kommenden Saison zu Gute kommen. Im April glänzte Retsos als Stammspieler der Werkself unter anderem mit 55 Prozent gewonnener Zweikämpfe, einem starken Spielaufbau (durchschnittlich 73 Ballkontakte pro Spiel), einer extrem geringen Fehlpassquote von nur elf Prozent und seinem ersten Bundesligator gegen RB Leipzig.

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William (VfL Wolfsburg)

Es hat eine Weile gebraucht, bis William in der Bundesliga ankam. Der Brasilianer wurde einem breiteren Publikum erstmals bei Olympia 2016 bekannt, als er in seinem Heimatland an der Seite von Neymar die Goldmedaille holte. In der Hinrunde pendelte der eigentliche Rechtsverteidiger oft zwischen Bank und Tribüne. Erst als ihn Martin Schmidt aus Personalmangel auf die linke Abwehrseite stellte, drehte der 23-Jährige auf – und hat sich seither auf dieser Position festgespielt: "Es ist mir egal, auf welcher Seite ich spiele. Ich möchte dem Team helfen, die Ziele zu erreichen", sagte William.

"Es ist mir egal, auf welcher Seite ich spiele. Ich möchte dem Team helfen, die Ziele zu erreichen" William

Und das Ziel lautet beim VfL Wolfsburg in dieser Saison ganz klar der Klassenerhalt. Bruno Labbadia vertraut dabei auf die Qualitäten seines Außenverteidigers, der deutlich offensiver denkt als Paul Verhaegh, sein Pendant auf der anderen Seite. William bringt mit knapp 34 Kilometern pro Stunde eine sehr hohe Endgeschwindigkeit mit und gewinnt für einen Verteidiger ungewöhnlich viele Dribbling-Duelle in der Offensive. Im April schlug er außerdem pro Partie im Schnitt mehr als drei Flanken, präsentierte sich aber auch nach hinten mit einer Zweikampfquote von 56 Prozent sehr stark.

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