Verband: Federazione Italiana Giuoco Calcio

Gegründet: 1898

FIFA-Mitglied seit: 1905

Bisherige WM-Teilnahmen: 17

WM-Erfolge: 4x Weltmeister (1934, 1938, 1982, 2006), 2x WM-Zweiter (1970, 1994), 1x WM-Dritter (1990), 1x Halbfinale (1978)

Geschichte des Fußballs in Italien:

Auch in Italien zog der Fußball erst durch die Engländer ein. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Sport erstmals in einem Verein organisiert. Zwar streiten Experten, ob der erste Club Italiens nun in Genua oder Turin gegründet wurde, doch Fakt ist, dass der nationale Verband 1898 aus der Taufe gehoben wurde. Die Nationalmannschaft der "Azzurri" bestritt 1910 ihr erstes Länderspiel (6:2 gegen Frankreich). 1929 wurde die erste Saison der Serie A ausgetragen - der höchsten Spielklasse Italiens. Mit bislang 30 Titeln ist Juventus Turin Rekordmeister des Landes. Dabei war der Verein selbst Teil eines großen Bestechungsskandals, der den italienischen Fußball vor wenigen Jahren erschütterte. Die "Alte Dame"“ musste gar zwangsabsteigen, kehrte aber stärker denn je zurück und gewann aktuell drei Meisterschaften in Serie.

WM-Geschichte:

2006 wurde Italien zuletzt Weltmeister

Bereits zum 18. Mal ist Italien dieses Jahr bei einer Weltmeisterschaft dabei. Nur Brasilien war häufiger bei Endrunden am Start (20). Nachdem Italien 1930 nur zuschauen durfte, wurde man bei der Heim-WM 1934 Weltmeister. Diesen Titel verteidigte die "Squadra Azzurra" vier Jahre später. Nach langer Durststrecke kehrte Italien 1970 ins Finale zurück. 1982 folgte Titel Nummer 3. 1990 und 1994 reichte es zu Platz 3 und 2. 2006 revanchierten sich die Italiener für 1990, als Deutschland in Italien Weltmeister wurde. Die "Azzuri" holten sich zum vierten Mal den "Pott".

Star(s) und Trainer:

Die Zeichen der Zeit scheinen an Gianluigi Buffon und Andrea Pirlo (beide Juventus) vorbeizuziehen. Schon beim letzten WM-Gewinn 2006 gehörten sie zu den Leistungsträgern im Team und noch heute sind der Torhüter und der defensive Mittelfeldspieler feste Größen im Nationaldress. Mario Balotelli (AC Mailand) schoss Italien 2012 quasi im Alleingang ins EM-Finale. Antonio Cassano (Parma) ist ein weiterer erfahrener Stürmer. Nach der WM 2010 übernahm Cesare Prandelli das Amt des Nationaltrainers von Italien. Der Disziplinfanatiker führte sein Land bei der EM 2012 bis ins Endspiel. Als Vereinscoach des AC Florenz wurde er 2008 zu Italiens "Trainer des Jahres" ernannt.

Italien und die Bundesliga:

Ciro Immobile wechselt zu Borussia Dortmund

Viele Jahre lang waren die Italiener in der Lage, ihre besten Spieler in der Heimat zu halten. Doch aufgrund der maroden Stadien und der Krise im italienischen Fußball suchten in den vergangenen Jahren immer mehr Spieler ein Zuhause im Ausland - auch in der Bundesliga. Den Anfang machte Ruggiero Rizzitelli, der von 1996-98 beim FC Bayern München spielte. Cristian Molinaro war von 2010 bis Januar dieses Jahres für den VfB Stuttgart aktiv. Cristian Zaccardo (2008/2009) und Andrea Barzagli (2008-2011) kickten beim VfL Wolfsburg. Luca Toni war drei Jahre lang Goalgetter der Bayern (38 Bundesliga-Tore zwischen 2007 und 2010). An seiner Seite spielte ein Jahr lang Massimo Oddo. Mauro Camoranesi spielte 2010/11 ein paar Monate in Stuttgart. Zur neuen Saison verstärkt sich Borussia Dortmund mit Torschützenkönig Ciro Immobile. Die bekannteste Persönlichkeit Italiens in der Bundesliga-Geschichte ist aber zweifelsohne Giovanni Trapattoni. Mitte der 1990er Jahre war er die schillerndste Figur im Bundesliga-Zirkus und prägte die Fußballwelt mit seiner Brandrede. Legendär der Satz "Was erlauben Struuunz!?"