Nach nur einem Sieg aus 17 Spielen in der Hinrunde der laufenden Saison bestand Handlungsbedarf beim VfL Bochum. Kurz nach der Öffnung des Transferfensters zur Wechselperiode II verpflichtete der Club dann auch sofort einen Spieler mit einem echten Torriecher: Diego Fernando Klimowicz.

Der Argentinier, der zuletzt bei Borussia Dortmund nicht über die Rolle eines Einwechselspielers hinausgekommen war, will in Bochum zum Klassenerhalt beitragen. Auf die neue Herausforderung beim VfL freut er sich ungemein, wie er im Gespräch mit bundesliga.de verrät.

Klimowicz, der in 187 Bundesliga-Spielen 63 Tore erzielt hat, spricht über den Neuanfang, schwärmt von der Bundesliga und versichert, dass der VfL Bochum sein wahres Gesicht noch zeigen wird.

bundesliga.de: Herr Klimowicz, wie glücklich sind Sie über Ihren Wechsel zum VfL Bochum, bei dem Sie immerhin gleich einen Vertrag bis 30. Juni 2010 unterschrieben haben?

Diego Fernando Klimowicz: Sehr glücklich. In Dortmund habe ich zuletzt nicht mehr ins Konzept des Trainers gepasst und bin über die Joker-Rolle nicht hinausgekommen. Jetzt will ich beim VfL wieder zeigen, was ich kann.

bundesliga.de: Trainer Marcel Koller gab zu verstehen, dass der Club schon seit einiger Zeit großes Interesse an Ihnen hatte. Ist dies einer der Gründe dafür, dass Ihnen der Wechsel so zugesagt hat?

Klimowicz: Auf jeden Fall. Der Trainer und auch der Vorstand haben mir von Anfang an das Gefühl gegeben, dass sie auf mich bauen. Ich bin zuversichtlich, dass ich meine Stärken in dieser Mannschaft einbringen kann.

bundesliga.de: Die Situation in Bochum ist eine ganz andere als zuletzt in Dortmund. Während man beim BVB wieder vom internationalen Geschäft träumt, heißt das Ziel beim VfL ganz klar Klassenerhalt. Wie motivieren Sie sich für diese neue Herausforderung?

Klimowicz: Man sollte sich als Spieler eher kurzfristige Ziele setzen und das heißt in der Regel: Ich will das nächste Spiel gewinnen. Das ist beim VfL ähnlich wie in Dortmund oder Wolfsburg.

bundesliga.de: Der VfL hat in der Hinrunde nur ein Spiel gewonnen und steht sicher nicht da, wo er zur Halbzeit der Saison stehen wollte. Was stimmt Sie dennoch zuversichtlich, dass Bochum auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen wird?

Klimowicz: Weil die Mannschaft besser ist, als der Tabellenstand vermuten lässt. Beim 1:1 in Dortmund hat uns der VfL das Leben sehr schwer gemacht. Und es war in der Hinrunde viel Pech dabei. Irgendwann wendet sich das Blatt.

bundesliga.de: Für Sie als Neuzugang wird das Trainingslager der Bochumer sicher eine ganz besondere Herausforderung darstellen. Was erhoffen Sie sich von der Zeit in Spanien?

Klimowicz: Natürlich will ich erst einmal die Mannschaft kennen lernen. Da ich in der Hinrunde fast ohne Probleme durchtrainieren konnte, stimmt meine Fitness. Nur die Spielpraxis fehlt etwas.

bundesliga.de: Im Trainingscamp testet Bochum gegen Herbstmeister Hoffenheim. Ist dies eine gute Möglichkeit, um sich Selbstvertrauen für die Rückrunde zu holen?

Klimowicz: Das ist ein Vorbereitungsspiel. In dem geht es eher darum zu sehen, wo man jetzt steht. Diesen Ergebnissen sollte man nicht zu viel Bedeutung beimessen. Aber wenn es positiv für uns laufen sollte, wäre das natürlich schön.

bundesliga.de: Bochum hatte in der Hinrunde die meisten Eckbälle aller Bundesligisten (119). Jedoch traf die Mannschaft insgesamt erst 19 Mal in 17 Spielen. Ist Diego Klimowicz derjenige, der die eine oder andere Ecke in Zukunft in ein Tor verwandeln wird?

Klimowicz: Das hoffe ich doch. Aber letztlich ist nur der Erfolg der Mannschaft wichtig. Was helfen dir drei eigene Tore, wenn die Mannschaft am Ende verliert? Da ist mir ein 0:0 lieber.

bundesliga.de: Eine abschließende Frage. Sie spielen seit 2002 in der Bundesliga - erst für Wolfsburg, dann Dortmund und nun Bochum. Nicht viele Südamerikaner bleiben der Bundesliga so lange treu wie Sie. Was macht die Faszination Bundesliga für Sie aus?

Klimowicz: Da sind zum einen die tollen Stadien und die leidenschaftlichen Fans. Fast alle Spiele sind ausverkauft, und das sportliche Niveau ist hoch. Aber auch das Drumherum stimmt. In Deutschland werden generell Verträge eingehalten, die Trainingsbedingungen sind super und man wird rundum gut betreut. Meine Familie und ich fühlen uns wohl in Deutschland.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz