Verband: Football Federation Islamic Republic of Iran (FFIRI)

Gegründet: 1920

FIFA-Mitglied seit: 1945

Bisherige WM-Teilnahmen: 3

WM-Erfolge: Vorrunde

Geschichte des Fußballs im Iran:

Der Fußball ist im Iran die mit Abstand beliebteste Sportart und auch populärer als das traditionsreiche Ringen. Anfang des 20. Jahrhunderts von den Briten im Land verbreitet, hat sich der Fußball zu einer festen Größe im sportlichen Leben entwickelt - und parallel dazu die Nationalmannschaft seit ihrem Debüt 1941 zu einer festen Größe im asiatischen Raum. Das "Team Melli" gewann bei elf Teilnahmen bereits drei Mal die Asienmeisterschaft (1968, 1972, 1976). Die dominanten Zeiten liegen allerdings bereits etliche Jahre zurück und wurden vor allem vom ersten Golfkrieg (1980-1988) gestoppt. Nationale Meisterschaften werden - ebenfalls mit Unterbrechung durch den Golfkrieg - seit 1973 ausgetragen, seit 2001 in der Profi-Liga "Iran Pro League". Neben den seit den 1970er Jahren sehr populären Teheraner Teams Persepolis und Esteghlal, die sich ähnlich wie Schalke 04 und Borussia Dortmund in inniger Abneigung verbunden sind und deren Derbys bis zu 100.000 Fans ins Stadion locken, spielt Rekordmeister Sepahan Istafan eine führende Rolle.

WM-Geschichte:

Iran gegen USA bei der WM 1998

Parallel zur Dominanz im asiatischen Raum versuchte sich der Iran erstmals für die Weltmeisterschaft 1974 zu qualifizieren, scheiterte aber. Ihre WM-Premiere feierte die Mannschaft vier Jahre später in Argentinien, kam aber wie bei den weiteren Teilnahmen 1998 und 2006 nicht über die Vorrunde hinaus. Insgesamt sammelte der Iran bei seinen bisherigen Auftritten lediglich fünf Punkte. Einen Achtungserfolg konnte man bei der Endrunde 1998 verbuchen, als der "goldenen Generation" um die ehemaligen Bundesliga-Profis Ali Daei, Mehdi Mahdavikia und Karim Bagheri nicht nur ein 2:1-Erfolg über die USA gelang, sondern auch der Beweis, dass der Sport Grenzen überwinden kann. Vor der politisch stark aufgeladenen Partie überreichten die Iraner ihrem Gegner Blumen, zum Foto stellten sich die Mannschaften gemeinsam auf.

Star und Trainer:

Mit Carlos Queiroz an der Seitenlinie hofft der Iran auf eine Überraschung in Brasilien. Der Portugiese hat sich zum zweiten Mal in Folge für eine Endrunde qualifiziert; 2010 zog er mit Portugal ins Achtelfinale ein. Der 61-Jährige Taktikfuchs, der den Iran im Frühjahr 2011 übernommen hat, kann u.a. mit Sporting Lissabon, New York, Real Madrid, Saudi-Arabien und Südafrika auf eine illustre Auswahl an Trainerstationen zurückblicken. Aus dem Team des Iran ragen vor allem drei Spieler heraus: Toptorjäger ist Reza Ghoochannejhad vom englischen Zweitligisten Charlton Athletic, der in der WM-Qualifikation acht Mal traf. Kopf und Kapitän der Elf ist der erfahrene Javad Nekounam, der aus dem Mittelfeld das Spiel lenkt. Und dann gibt es mit Offensiv-Allrounder Ashkan Dejagah noch einen alten Bekannten aus der Bundesliga. 

Iran und die Bundesliga:

Daniel Davari verlässt Eintracht Braunschweig

Der erfolgreichste Fußballer des Iran ist auch kein Unbekannter in der Bundesliga. Der heute 45-jährige Ali Daei erzielte in 149 Spielen für sein Land stolze 109 Treffer. In der Bundesliga fand der Stürmer über Arminia Bielefeld den Weg zum FC Bayern München, mit dem er 1998 die Deutsche Meisterschaft feierte, bevor es ihn weiter zu Hertha BSC zog. Daei kam gemeinsam mit Karim Bagheri auf Initiative des damaligen Bielefelder Trainers Ernst Middendorp als erster Iraner in die Bundesliga. Bagheri hielt der Arminia knapp drei Jahre die Treue und führte die Mannschaft 1999 als Libero zurück in die Bundesliga. Ebenfalls noch 1997 unterschrieb mit Khodadad Azizi ein weiterer Nationalspieler beim 1. FC Köln. Später heuerte Asiens Fußballer des Jahres Ali Karimi für zwei Jahre bei den Bayern an und wurde mit den Münchnern 2006 auf Anhieb Doublesieger. Die meisten Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse weist Mehdi Mahdavikia auf. Er wechselte nach seinem starken Auftritt bei der WM 1998 zunächst zum VfL Bochum, um dann vor allem als Flügelstürmer acht Jahre lang in 211 Liga-Spielen beim Hamburger SV für Furore zu sorgen, ehe er noch zweieinhalb Jahre für Eintracht Frankfurt spielte. Der Iraner mit den meisten Bundesliga-Treffern ist Vahid Hashemian, der zwischen 1999 und 2010 für den HSV, Bayern, Hannover 96 und vor allem den VfL Bochum auf Torejagd ging und dabei 46 Treffer erzielte. Derzeit nimmt der "Hubschrauber" Hashemian am A-Trainerlehrgang des DFB teil. Aus dem aktuellen WM-Kader des Iran weisen zwei Spieler Bundesliga-Erfahrung auf. Linksaußen Ashkan Dejagah wuchs in Deutschland auf, durchlief die Juniorenabteilungen von Hertha BSC und war Stammspieler beim VfL Wolfsburg, bis er im Winter 2013 zum FC Fulham in die Premier League wechselte. Im Tor könnte Daniel Davari stehen, der in der Jugend u.a. für den 1. FSV Mainz 05 gespielt hat und bei Eintracht Braunschweig sein Bundesliga-Debüt feierte. Nach dem Abstieg der Löwen wechselt der Keeper zur neuen Spielzeit zu Grasshopper Zürich.