Ioannis Amanatidis lebt schon so viele Jahre in Deutschland, da verwundert es nicht, dass er einige typische deutsche Eigenschaften auf dem Spielfeld an den Tag legt: Ehrgeiz, ein unbändiger Wille und Kampfgeist. Das mag daran liegen, dass es dem Stürmer noch nie leicht gemacht wurde.

Amanatidis wurde in Griechenland geboren. Schon als kleiner Junge nutzte er jede freie Minute, um auf den Straßen seines Heimatdorfes Klitos Fußball zu spielen. Vereine, in denen organisiert gegen das runde Leder getreten wurde, gab es da nicht. Dies war nur den Spitzenclubs in den Großstädten vorbehalten.

Mit neun Jahren im Verein

"In der Provinz gibt es nur altersgemischte Gruppen: Dort spielen auch schon mal Acht- mit Dreizehnjährigen zusammen", erinnert sich Amanatidis auf seiner Homepage an seine Kindheit. Doch dieser Zustand änderte sich, als er als Neunjähriger mit seiner Familie nach Deutschland zog.

Amanatidis meldete sich beim Stuttgarter SC an und spielte erstmals in einem Verein. Im Sommer 1994 wagte er den Schritt zum größten Club in der schwäbischen Metropole: dem VfB Stuttgart. Dort kam er über die Jugend in die zweite Mannschaft. Von dort aus ging es nach Fürth. Amanatidis wurde ausgeliehen und machte seine ersten Gehversuche im Profigeschäft bei der SpVgg Greuther Fürth.

Stuttgart, Frankfurt, Kaiserslautern

"In beiden Jahren, als ich bei Greuther Fürth unter Vertrag stand, verpassten wir den Aufstieg in der Bundesliga jeweils nur um wenige Punkte", so der Grieche. 2002 kehrte er zurück nach Stuttgart und durfte am 9. Spieltag über sein erstes Bundesliga-Tor jubeln. Gerade eingewechselt schoss er kurz vor Abpfiff den 2:1-Siegtreffer gegen Nürnberg.

Mit dem VfB wurde Amanatidis Vizemeister und spielte in der Champions League. Auch den Weg in die griechische Nationalelf schaffte er zu jener Zeit. Doch im Januar 2004 zog es den Griechen nach Frankfurt. Die Eintracht konnte aber auch mit dem Stürmer den Abstieg nicht verhindern und so wechselte Amanatidis für ein Jahr zum 1. FC Kaiserslautern.

Zurück an den Main

In der Pfalz kam er nie wirklich zurecht. "Ich startete in die Saison 2004/2005 mit einem Wadenbeinbruch, den ich mir in einem Testspiel der griechischen Olympia-Auswahl zugezogen hatte", erklärte Amanatidis. Nach der Rückkehr auf den Rasen plagten ihn immer wieder kleinere Verletzungen. So kehrte er im Sommer 2005 nach Frankfurt zurück.

Die Eintracht war direkt wieder aufgestiegen und hielt auch dank der zwölf Tore des griechischen Angreifers die Klasse - bis heute Amanatidis beste Torausbeute. Nach zwei weiteren starken Jahren am Main plagten ihn wieder Verletzungssorgen.

Ein stolzer Adler

So absolvierte Amanatidis in der Saison 2008/09 nur sieben Spiele. Doch aufhalten können ihn auch Verletzungen nicht. "Du kannst alles erreichen, wenn du nicht aufsteckst und an dich glaubst", versicherte er selbstbewusst.

Diese Einstellung ist es, die die Fans der Eintracht an Amanatidis lieben. Ein Torjäger mit einem großen Kämpferherz. Kein Wunder, dass der Grieche sich so wohl fühlt in Deutschland. Vielleicht bleibt seine zweite Heimat ja für immer seine Heimat: "Ich kann für die Zeit nach meinem Karriereende noch gar nicht voraussagen, wo dann mein Lebensmittelpunkt sein wird."

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