Zusammenfassung

  • Thomas Müller kehrt beim FC Bayern zurück.

  • Der Offensivmann überzeugt beim Comeback.

  • "Wir haben gewonnen und ich war gut ins Spiel integriert"

München - Nach seiner sechswöchigen Zwangspause knüpfte Thomas Müller bei seinem Comeback nahtlos an die Zeit vor seiner Verletzung an. Mit zwei Torvorlagen war der 28-Jährige maßgeblich am 3:1-Erfolg des FC Bayern München gegen Hannover 96 beteiligt. In jedem seiner bisherigen drei Bundesligaspiele unter Trainer Jupp Heynckes in dieser Saison war Müller damit immer an mindestens einem Tor beteiligt.

„Man sieht, dass Thomas ein belebendes Element ist in unserem Spiel. Er zeigt sehr großen Einsatzwillen“, sagte Heynckes. Einzig ein eigener Treffer war Müller nicht vergönnt. „Dass er vor dem Tor noch nicht so der kaltschnäuzige Vollstrecker ist wie er es zu besten Zeiten war, ist für mich vollkommen normal. Aber da kommt er auch wieder hin.“

Im Interview spricht Müller selbst darüber, wie er seine Abschlussstärke wiederfinden will. Außerdem reflektiert er die Wochen, in denen ihn eine Muskelverletzung im Oberschenkel außer Gefecht gesetzt hat. Und er blickt selbstbewusst auf die kommenden Aufgaben.

Frage: Thomas Müller, wie zufrieden sind Sie mit dem 3:1-Sieg gegen Hannover?

Thomas Müller: Es war ein gutes Spiel, schön zum Anschauen. Natürlich kann man auch noch Verbesserungspotenzial erkennen. Wir haben ziemlich oft aufs Tor geschossen und „nur“ drei Tore erzielt. In der ersten Halbzeit haben wir nicht ganz so gute Umschaltmomente zur Defensive gehabt. Alles in allem hatten wir das Spiel aber gut im Griff.

"Ich habe jetzt direkt noch eine kurze Pflege-Einheit eingelegt. Dementsprechend ist alles im grünen Bereich." Thomas Müller

Frage: Wie beurteilen Sie Ihr Comeback?

Müller: Es ist gut gelaufen, wir haben gewonnen und ich war gut ins Spiel integriert. Ich muss noch ein bisschen an der Eigensinnigkeit arbeiten. Ansonsten bin ich nicht unzufrieden.

Frage: Wie sehr stecken Ihnen die 80 Minuten in den Knochen?

Müller: Es geht, ich habe alles gut überstanden. Ich habe jetzt direkt noch eine kurze Pflege-Einheit eingelegt. Dementsprechend ist alles im grünen Bereich.

Frage: Sie waren lange verletzungsfrei und sind dann plötzlich sechs Wochen ausgefallen. Merkt man nach so einer Phase, was einem der Fußball bedeutet?

Müller: Das ist jetzt hoch philosophisch (lacht). Wenn man die Spiele im TV sieht, vor allem die, die wirkliche Erlebnisse sind - wie das Pokalspiel mit Elferschießen in Leipzig, das Spiel der besonderen Art in Glasgow, dazu noch das besondere und auch wichtige Spiel in Dortmund - ist es Zuhause auf der Couch nicht ganz einfach. Andererseits bin ich auch kein Typ, der groß hadert oder sich über das Schicksal beklagt. Es ist so und man muss das Beste daraus machen.

Thomas Müller zeigt eine ansprechende Leistung © gettyimages / TF-Images

Frage: In der Tabelle haben die Bayern den Vorsprung auf Vizemeister RB Leipzig auf sechs Punkte und auf den letztjährigen Dritten Borussia Dortmund auf zehn Punkte ausgebaut. Wen sehen Sie im Kampf um die Meisterschaft als größten Konkurrenten?

Müller: Der, der am nächsten dran ist. Sechs Punkte sind nicht die Welt und vor dem Spiel waren es nur drei. Es kann viel passieren. Bis Weihnachten wollen wir durchziehen und schauen, was dabei herauskommt. Bestenfalls können wir unseren Vorsprung noch weiter ausbauen.

Frage: Kingsley Coman stach in diesem Spiel neben Ihnen besonders heraus. Bahnt sich da eine neue Flügelzange an?

Müller: Wir haben viele Spieler, die sehr gute Qualitäten haben. Dass Kingsley außergewöhnliche Fähigkeiten hat, die nicht an jeder Ecke zu finden sind, wissen wir. Wenn er die PS - und er hat wirklich ein paar PS - auf den Rasen bringt, hat es jeder Gegner schwer. Man sieht, dass er an seinen Flanken mit links gearbeitet hat. Da kamen ein, zwei wirklich sehr gut. Die Flügelläufe hatte er schon immer drauf, wenn er es jetzt auch noch hinbekommt, dass die zu Toren führen, ist er für uns Gold wert.

"Man sieht, dass Thomas ein belebendes Element ist in unserem Spiel. Er zeigt sehr großen Einsatzwillen." Jupp Heynckes

Frage: Kommt das Spiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain am Dienstag genau zum richtigen Zeitpunkt?

Müller: Wir wissen, dass wir noch ein wirklich intensives Programm haben. Spiele zum Ausruhen, die man so im Vorbeigehen bestreiten kann, sehe ich da nicht. Wir werden den ganzen Kader brauchen und auch noch mal gute Leistungen.

Frage: Was steht am Dienstag auf dem Spiel? Das 0:3 aus dem Hinspiel vergessen machen oder rechnen Sie sich doch noch Chancen auf den Gruppensieg aus?

Müller: Es kommt drauf an wie das Spiel läuft. Grundsätzlich wollen wir das Spiel so angehen, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Aber wir werden sicherlich nicht mit sechs Stürmern agieren, nur weil wir wissen, wir brauchen ein 4:0. Es geht darum, das Spiel zu gewinnen. Je nach Entwicklung des Spielstands bekommt man vielleicht noch mal eine zweite Luft.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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