Berlin - Beim Heimsieg von Hertha BSC gegen den 1. FSV Mainz 05 machte Stürmerstar Salomon Kalou mit seinem Treffer zum 2:0-Endstand in der 54. Spielminute den Sack zu. Die letzten vier Pflichtspiele allesamt gewonnen, die zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte gespielt, zum Abschluss ein hochverdienter Erfolg gegen Mainz - bei Hertha BSC gab es zum Abschluss der ersten Saisonhälfte nur freudestrahlende Gesichter. Ausgelassen feierten einige Spieler mit Kind auf dem Arm die tolle Bilanz. Salomon Kalou kam zwar ohne Nachwuchs in die Mixed Zone, freute sich aber dennoch. Unter anderem über seinen neunten Saisontreffer in der Liga, der ihm Platz 5 in der Torjägerliste bescherte.

Im Interview lobt der Ivorer besonders den Teamgeist bei der "Alten Dame", berichtet, wie er mit seiner wohltätigen Stiftung "Fondation Kalou" bedürftigen Kindern ein glückliches Weihnachtsfest beschert und erklärt, was Hertha für die Champions League braucht.

"Mit Teamgeist und ohne Druck"

Frage: Herr Kalou, vergangene Saison waren es für Hertha am Ende 35 Punkte, nun sind es nach der Hälfte der Spielzeit schon 32. Wie ist das möglich?

Salomon Kalou: Das ist möglich, weil sich der Teamgeist verändert hat. Wir haben als Team eine Menge Selbstvertrauen, wir spielen als Team zusammen. Wir arbeiten im Angriff gut zusammen, wir arbeiten defensiv gut zusammen, wir arbeiten im Mittelfeld gut zusammen. So wie heute müssen wir jede Woche auf den Platz gehen - mit Teamgeist und ohne Druck!

Frage: Jetzt, mit 32 Punkten, was denken Sie, ist da noch möglich?

Kalou: Alles. Alles ist möglich! Das Gute in der Bundesliga ist, dass jeder jeden schlagen kann. Deswegen ist alles möglich. Aber wir müssen den Teamgeist behalten. Jedes Team macht im Laufe einer Saison gute und schlechte Phasen durch. Aber solange wir den Teamgeist behalten und gemeinsam kämpfen, ist alles in Ordnung.

Frage: Wie sieht mit Ihrer persönlichen Situation aus - Sie haben gegen Mainz ihr neuntes Saisontor erzielt?

Kalou: Darauf schaue ich nicht. Na gut, vielleicht ein bisschen. Aber das wichtigste für mich ist das Team. Je besser das Team spielt, desto mehr Torchancen bekomme auch ich selber. Deswegen konzentriere ich mich auf die Mannschaft.

Frage: Sie wirken viel glücklicher als vergangenens Jahr. Stimmt das?

Kalou: Oh ja! Wenn man neu irgendwohin kommt, muss man sich erst eingewöhnen. Außerdem war ich letztes Jahr viel mit der Nationalmannschaft unterwegs und auch beim Afrika-Cup. Jetzt hatte ich viel mehr Gelegenheit, mehr Zeit mit meinen Teamkollegen bei Hertha zu verbringen und mit ihnen zu arbeiten. Das zeigt sich eben auch an den besserer Leistungen. Wir haben ein tolles Verhältnis zueinander, auf und neben dem Platz.

Frage: Wie werden Sie die Feiertage verbringen?

Kalou: Ich fliege zurück in die Heimat. Dort habe ich mit meiner wohltätigen Stiftung einen Weihnachtsbaum aufgestellt. Es kommen 157 bedürftige Kinder. Wir kaufen ihnen Geschenke und Essen, damit sie an Weihnachten glücklich sind. Darauf freue ich mich schon richtig!

Frage: Freuen Sie sich auch schon auf die Champions League mit Hertha?

Kalou: (lacht) Da ist noch ein ganz weiter Weg. Wir müssen einfach weitermachen, so zu spielen, wie wir zuletzt gespielt haben. Wir müssen einfach jedes Wochenende rausgehen und eine gute Leistung auf den Platz bringen. Wir sollten uns keine Gedanken über die Tabelle machen, denn die kann sich ständig ändern. Solange wir den Teamgeist behalten, können wir es in der Bundesliga weit bringen.

Aus Berlin berichtet André Anchuelo

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