Hamburg - Nuri Sahin ist gerannt und hat die Bälle gefordert - und sie dann wieder verteilt. Aber auch beim türkischen Nationalspieler wollte in Hamburg einfach nicht alles so gelingen, wie es den Spielern von Borussia Dortmund in den vergangenen Wochen gelungen ist. Das 0:3 beim HSV war ein herber Dämpfer bei der Generalprobe für die Champions-League-Partie bei Zenit St. Petersburg (Di., ab 17:45 Uhr im Live-Ticker).

Sahin möchte von einem Rückschlag aber nichts wissen. "Wir werden nicht mit gesenkten Köpfen in den Flieger steigen. Schließlich sind wir gegen Mannschaften wie Arsenal und Neapel Gruppensieger geworden und dementsprechend müssen wir gegen Zenit auftreten. Hamburg müssen wir so schnell wie möglich abhaken", sagte er im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Sahin, haben Sie eine Erklärung für den schwachen Auftritt des BVB in Hamburg?

Sahin: Wir haben in Hamburg all das vermissen lassen, was uns in den vergangenen Wochen wieder in die Spur gebracht hat. Das darf man sich in der Bundesliga nicht erlauben. Jeder einzelne von uns hat einfach nicht das gezeigt, was nötig ist, um so ein Spiel zu gewinnen.

bundesliga.de: Jürgen Klopp hat wahrscheinlich schon in der Halbzeit-Pause klare Worte gefunden, oder?

Sahin: Laut ist es nicht geworden. Aber es war sicherlich nicht die schönste Halbzeit-Ansprache, die wir erlebt haben. Es sind klare Worte gefallen und die mussten auch fallen. Wir haben danach noch einmal alles versucht, aber es hat nicht sollen sein.

bundesliga.de: Wirft diese Niederlage Dortmund für das Spiel in Sankt Petersburg aus der Bahn?

Sahin: Nein, das haut uns nicht mehr um. Wir sind mittlerweile gefestigt genug, um das zu verarbeiten. Wir werden das Ergebnis sachlich analysieren, kritisch damit umgehen und dann die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Das Spiel gegen den HSV wird mit der Partie am Dienstag nichts zu tun haben.

bundesliga.de: Ist es vielleicht ganz gut, dass zwischen den Spielen wenig Zeit zum Überlegen bleibt?

Sahin: Da gibt es nichts zu überlegen. Das Spiel in Sankt Petersburg ist viel zu wichtig, als das wir uns von diesem 0:3 runterziehen lassen. Wir werden nicht mit gesenkten Köpfen in den Flieger steigen. Schließlich sind wir gegen Mannschaften wie Arsenal und Neapel Gruppensieger geworden und dementsprechend müssen wir gegen Zenit auftreten. Hamburg müssen wir so schnell wie möglich abhaken.

bundesliga.de: Zenit Sankt Petersburg steckt noch mitten in der Wintervorbereitung und in Deutschland wird nur wenig über die Russen berichtet. Ist es schwierig, sich auf so einen Gegner vorzubereiten?

Sahin: Wir werden auf jeden Fall gut vorbereitet sein. Schließlich gibt es genug Videomaterial. Zenit ist mit Nationalspielern gespickt. Wir haben Respekt vor Zenit und Zenit sicherlich noch mehr vor uns. Wichtig wird es sein, wie schon erwähnt, dass wir die richtigen Schlüsse aus dem Spiel in Hamburg ziehen.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis