Dortmund - Locker und gut gelaunt wie gewohnt verließ Mitchell Langerak nach dem 2:0-Sieg des BVB über Hertha BSC das Stadion. Der Australier hatte seinen Kasten wieder einmal sauber gehalten, dabei einen äußerst geruhsamen Nachmittag verlebt - und fand alles ziemlich cool.

Weil der Keeper zuletzt als Vertreter für den verletzten Roman Weidenfeller seine Sache gut gemacht und den BVB ganz nebenbei in München auch noch ins Pokalfinale gebracht hatte, stand Mitch Langerak auch gegen Berlin im Dortmunder Tor - trotz der Genesung von Weidenfeller. Nach dem Spiel sprach der 26-Jährige über den souveränen Sieg und die Chancen auf Europa, seine eigenen Hoffnungen, auch in den nächsten Partien das Tor zu hüten - und eine ganz besondere Liebesbeziehung.

Frage: Mitch Langerak, schon wieder kein Tor kassiert.

Mitch Langerak: Für mich war es ein cooles Spiel! Schon wieder kein Gegentor bekommen - das ist super. Ich muss mich bei den Jungs bedanken, weil ich fast das ganze Spiel über nichts zu tun hatte.  Besonders in der ersten Halbzeit war ich eigentlich nur Zuschauer. In der zweiten Halbzeit hatte Hertha dann ein paar halbe Chancen. Sie haben noch einmal versucht, ins Spiel zu kommen. Aber wir haben es ohne Gegentor nach Hause gebracht.

Frage: Wie sehr ärgern Sie sich jetzt beim Blick auf die Tabelle, dass Augsburg in München gewinnen konnte? Der BVB könnte sonst schon auf Platz sechs stehen.

Langerak: Das ist schon ein erstaunliches Ergebnis. Natürlich ist es für uns auch ein bisschen ärgerlich. Aber wir müssen uns nur auf uns selbst konzentrieren, nicht auf die anderen Mannschaften. Wir können nicht auf die anderen Ergebnisse warten. Wir müssen selbst punkten und unsere Spiele gewinnen. Dann schauen wir am 34. Spieltag, was dabei in der Tabelle heraus gekommen ist.

"Immer auf das nächste Spiel fokussieren"

Frage: Die Qualifikation für die Europa League ist aber auch Ihr Ziel?

Langerak: Natürlich ist es für uns Spieler, aber auch für den gesamten Verein wichtig, dass wir auch in der nächsten Saison europäischen Fußball spielen. Ich hoffe sehr, dass uns das noch gelingt. Wir haben jetzt noch zwei Spiele in der Bundesliga und dann natürlich noch das Pokalfinale in Berlin, um das zu schaffen. Es ist jetzt wichtig, dass wir uns immer auf das nächste Spiel fokussieren.

Frage: Apropos Pokalfinale: Wie ist das eigentlich, wenn Norbert Dickel in einen verliebt ist?

Langerak: Bitte? Ich verstehe glaube ich die Frage nicht…

Frage: Nobby Dickel sorgt gerade für Furore mit seiner Netradio-Reportage vom Pokal-Halbfinale in München, als er beim Elfmeterschießen gleich mehrfach gerufen hat "Mitch, ich liebe dich!"

Langerak: (lacht laut) Oh, das ist cool! Das ist echt cool! Was soll ich dazu jetzt sagen - echt cool!

"Freue mich über meine Leistung und gute Kritik"

Frage: Bleiben Sie jetzt eigentlich bis zum Finale die Nummer eins im Dortmunder Tor?

Langerak: Ich weiß es nicht. Mal abwarten, wie es nächste Woche aussieht. Ich weiß nicht, was dann sein wird im nächsten Bundesligaspiel in Wolfsburg oder später im Pokalfinale. Wenn der Trainer sagt, dass ich spiele, dann spiele ich. Ich versuche meine Sache im Training gut zu machen und warte einfach ab.

Frage: Tut es der Leistung gut, so unter Spannung zu stehen? Oder hätten Sie lieber eine klare Ansage?

Langerak: Wenn du weißt, dass du jede Woche spielst, ist das natürlich auch ganz cool. Aber für mich ist es jetzt eben so, wie es ist. Ich versuche gut zu trainieren, warte dann auf den Freitag. Und wenn der Trainer mich aufstellt, dann bin ich auf jeden Fall bereit!

Frage: Wie groß ist Ihre Erwartung an Sie selbst, nach den zuletzt guten Leistungen auch den Rest der Spiele für den BVB zu bestreiten?

Langerak: Ich habe keine bestimmten Erwartungen an mich. Ich habe auch keinen Plan dafür. Im Fußball kann jede Woche so schnell alles anders sein. Ich freue mich über meine Leistung in den letzten Wochen und über die gute Kritik. Und klar würde ich das auch gerne weiter zeigen. Aber jetzt ist es nur wichtig, dass wir uns alle auf die letzten drei Spiele voll fokussieren.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte