München - Ereignisreiche Wochen für Medhi Benatia: Im Pokal gegen Borussia Dortmund gab der Innenverteidiger vom FC Bayern sein Comeback, am Mittwoch wird er das erste Mal in seiner Laufbahn auf den FC Barcelona treffen! Der FCB hat bereits spanischen Boden betreten und will dem Verletzungspech trotzen. Zwei Spiele trennen die Münchner vom Champions-League-Finale in Berlin - dort will auch Benatia hin.

Vor dem Halbfinal-Hinspiel im Camp Nou (Mittwoch ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) spricht der 28-jährige Marokkaner im Interview mit bundesliga.de über seinen persönlichen Zustand nachdem er wochenlang ausfiel, wie er das Duell mit dem katalanischen Klub sieht, warum er keine Angst vor Barcas Offensive hat und wie sein Team in Barcelona bestehen kann.

bundesliga.de: Herr Benatia, was haben Sie gedacht, als Sie erfahren haben, dass der FC Bayern im Halbfinale der Champions League auf den FC Barcelona trifft?

Medhi Benatia: Die vier Halbfinalisten sind alles hochkarätige Teams. Auf diesem Niveau spielt es eigentlich gar keine große Rolle, wie der Gegner heißt. Real Madrid, Juventus Turin, Barcelona und wir wollen schließlich alle den Pott im Berliner Olympiastadion (6.Juni) holen.

"Die CL zu gewinnen gehört zu meinen Hauptzielen"

bundesliga.de: Was wird spielerisch beim Hinspiel in Barcelona wichtig sein, um dort zu bestehen?

Benatia: Es ist völlig klar, dass wir solche Fehler wie beim FC Porto (1:3) im Viertelfinal-Hinspiel vermeiden müssen um uns nicht unnötig in Bedrängnis zu bringen. Wir müssen vor allem kompakt stehen, diszipliniert agieren und unsere Torchancen ausnutzen. Das war in der vergangenen Woche gegen Borussia Dortmund unser größtes Manko.

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bundesliga.de: Fürchten Sie das Weltklasse Offensiv-Trio mit Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar?

Benatia: In keinster Weise. Ich habe sicherlich großen Respekt vor diesen Spielern, aber keine Angst. Gegen Suarez habe ich bereits in der Europa League mit dem AS Rom gespielt, als er noch für Liverpool stürmte. Demensprechend kenne ich ihn. Mit Jerome Boateng bilden wir ein starkes Innenverteidiger-Duo und wenn wir von der ersten bis zur letzten Minute höchst konzentriert bleiben, dann werden wir im Camp Nou bestehen. Davon bin felsenfest überzeugt.

bundesliga.de: Persönlich treffen Sie in Ihrer Laufbahn das erste Mal auf Barca. Freuen Sie sich auf das Camp Nou?

Benatia: Ich freue mich einfach auf zwei absolute Top-Duelle innerhalb von nur sechs Tagen (Rückspiel am kommenden Dienstag in der Allianz-Arena). Es geht nun darum, zweimal Top-Leistungen abzurufen um ins Finale einzuziehen.

bundesliga.de: Träumen Sie bereits vom Finale in der Königsklasse?

Benatia: Ich bin vor acht Monaten nach München gewechselt, um endlich Champions League zu spielen, aber auch um dieses Wettbewerb zu gewinnen. Das Potenzial dazu haben wir ohnehin. Ich träume nicht und ich schaue nicht weiter als das Halbfinale, aber die Champions League zu gewinnen gehört zu meinen Hauptzielen.

"Will sein Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlen"

bundesliga.de: Dass Pep Guardiola bereits öfters von Beginn an spielen ließ ist auch der Beweis, dass er auf Sie zählt.

Benatia: Ich habe nicht vergessen, dass er mich im vergangenen Sommer verpflichten wollte. Es ist klar, dass ich sein Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlen will und das habe ich gegen Dortmund ganz gut hingekriegt. Unser Verhältnis ist einfach top. Für mein Selbstvertrauen ist das unheimlich wichtig.

bundesliga.de: Sie waren in den vergangenen Wochen wegen muskulären Problemen am Oberschenkel verletzt. Wie fit sind Sie nun?

Benatia: Ich bin erst einmal froh schmerzfrei zu sein. Nach zwei Trainingseinheiten hat mich der Trainer gefragt, ob ich in der Lage bin, gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals von Beginn an zu spielen. Ich habe ihn mitgeteilt, dass ich mich wieder topfit fühle und dass ich soweit bin.

bundesliga.de: Sie haben sogar gleich 120 Minuten gespielt.

Benatia: Ich war zwar am Ende der Partie gegen den BVB ziemlich kraftlos, aber ich habe gezeigt, dass ich wieder fit bin und dass auf mich Verlass ist. Auf dem Platz habe ich mich sehr gut gefühlt. Ich hoffe nun, dass mich mein Körper in Ruhe lässt und dass ich bis Saisonende nicht mehr verletzt sein werde, denn ich hatte in dieser Saison immer wieder Probleme.

Das Interview führte Alexis Menuge