Miguel Reina bei der Ehrung der Mannschaft Atletico Madrids für die Saison 1973/74. Im Wiederholungsspiel des Finales des Landesmeisterpokals verlor Atletico 0:4 gegen den FCB - © © imago
Miguel Reina bei der Ehrung der Mannschaft Atletico Madrids für die Saison 1973/74. Im Wiederholungsspiel des Finales des Landesmeisterpokals verlor Atletico 0:4 gegen den FCB - © © imago
Bundesliga

Miguel Reina über Sohn Pepe und seine Bayern-Geschichte

Madrid - Zu Beginn dieser Saison heuerte der Spanier Pepe Reina (32) als neue Nr. 2 im Tor hinter Manuel Neuer beim FC Bayern München an. Die meisten Fussballfans kennen Reina, der sich am Montagabend in einem Testspiel verletzte, als Ex-Torwart des SSC Neapel, FC Liverpool, FC Villarreal und FC Barcelona.

Was die meisten allerdings nicht kennen ist der familiäre Hintergrund seiner Torwartkarriere. Denn Pepe ist Sohn einer spanischen Torhüterlegende: Miguel Reina. Der mittlerweile 68-Jährige Ex-Nationaltorwart hütete u.a. das Tor des FC Barcelona und von Atletico Madrid. Er wurde eine der großen, tragischen Figuren der Fußballgeschichte, als er mit Atletico im Landesmeisterfinale 1974 gegen den FC Bayern München in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit noch das 1:1 kassierte.

Im Wiederholungsspiel wurde Atletico Madrid von Bayern München mit 4:0 vom Platz gefegt. Mit bundesliga.de sprach Miguel Reina exklusiv über den neuen Job seines Sohnes beim Deutschen Meister, seine Erwartungen an den FC Bayern München und über seine eigene Vergangenheit als einer der legendären Torhüter des spanischen Fußballs.

"Wünsche meinem Sohn das Beste auf Erden"

bundesliga.de: Herr Reina, es war nicht einfach, Sie telefonisch zu erreichen. Man sieht, dass Sie weiterhin gut beschäftigt sind.

Miguel Reina: Jetzt übertreiben Sie ein bisschen. Es stimmt aber, dass ich nicht in Rente gegangen bin. Seit einigen Jahren bin ich in der Politik tätig. Ich bin in meiner Heimatstadt Cordoba Sportdezernent. Das ist eine tolle Aufgabe, wenn man sich allgemein für den Sport einsetzen kann, auch wenn Fußball weiterhin Sportart Nummer eins ist.

bundesliga.de: Nun hat vor einiger Zeit Ihr Sohn Pepe bei Bayern München unterschrieben. Wie und wann haben Sie von dem Transfer erfahren?

Reina: Natürlich ist man da vorher eingeweiht, aber richtig erfahren habe ich es, als alles in trockenen Tüchern war. Ich war zu dem Zeitpunkt hier in meiner Heimatstadt Cordoba, da bekam ich den Anruf, dass alles unterschrieben war.

bundesliga.de: Haben Sie nicht die Hände vor das Gesicht geschlagen als Sie davon erfahren haben? Schließlich hat der FC Bayern München Sie um den größten Erfolg im Vereinsfußball gebracht, es war der Tiefpunkt ihrer glorreichen Karriere!

"Er fühlt sich sehr, sehr wohl bei Bayern München"

bundesliga.de: Waren Sie schon zu Besuch in München? Welchen Eindruck haben Sie von seiner Integration?

Reina: Nein, ich war noch nicht da. Ich wollte ihn jetzt erstmal in Ruhe lassen. Die ersten Wochen waren sicherlich etwas stressig für ihn, mittlerweile sind seine Frau und die vier Kinder dort, sie haben ein neues Haus bezogen. Er ist ein sehr familärer Mensch. Ich werde ihm aber sicherlich demnächst dort einen Besuch abstatten, München ist zudem eine Weltstadt, die sehr viel zu bieten hat.

bundesliga.de: Was hat Ihnen Ihr Sohn von seinen ersten Wochen bei Bayern erzählt? Wie geht es ihm dort?

Reina: Pepe hat nur Worte der Dankbarkeit. Er ist voller Tatendrang und sehr motiviert. Er fühlt sich sehr, sehr wohl bei Bayern München. Er will sich ja auch in allen Aspekten integrieren, er spricht ja mit Spanisch, Englisch und Italienisch drei Sprachen. Mit dem Deutsch-Kurs hat er schon begonnen, er ist sehr ambitioniert. Sprache ist auch ein Mittel der Integration, deswegen legt er viel Wert darauf.

Gemeinsame Geschichte zwischen Pepe und Pep

bundesliga.de: Wie ist denn das Verhältnis zwischen Ihrem Sohn und Manuel Neuer? Hat er Ihnen etwas davon erzählt?

Reina: Pepe spricht sensationell über ihn. Für ihn ist er ein außergewöhnlicher Mannschaftskollege, ein phänomenaler Typ. Beide verstehen sich gut.

bundesliga.de: Welchen Einfluss hatte Pep Guardiola auf den Wechsel von Pepe zu Bayern? Er ist ja schon der fünfte Spanier im Team...

"Die Menschen erinnern sich an Miguel Reina wegen dieses Tores"