Freiburg - Martin Spanring hat von 1993 bis 1997 beim SC Freiburg gespielt. Im Interview mit bundesliga.de erzählt er, warum er glaubt, dass Freiburg gute Chancen im Abstiegskampf hat und warum er auch dem VfB Stuttgart die Daumen drückt.

bundesliga.de: Hallo, Herr Spanring, wo treffen wir Sie gerade an?

Martin Spanring: Ich arbeite seit einigen Jahren in der Marketingabteilung des Europapark Rust, der Ort nicht allzu weit von Freiburg entfernt. In einer halben Stunden ist man da.

bundesliga.de: Der Sport-Club war beim 1:1 in Hamburg die bessere Mannschaft. Sorgt das für Selbstvertrauen oder ist man als Spieler dann nur umso deprimierter, wenn es trotzdem nicht für einen Sieg gereicht hat?

Spanring: Natürlich sorgt das für Selbstvertrauen. Man war klar die bessere Mannschaft. Daran sieht man, dass die Mannschaft intakt ist und sowohl gegen Bayern und Hannover punkten kann.

bundesliga.de: Sie haben ja den Kontakt zu Ihrem Ex-Verein auch nie verloren. Sind Sie überrascht, dass der SC nach gutem Rückrundenstart im Abstiegskampf steckt?

"Keiner will gerne in die 2. Bundesliga absteigen"

Spanring: Nein das bin ich eigentlich gar nicht. Mir war immer klar dass der SC Freiburg sich bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf befinden würde. Das haben die Verantwortlichen ja auch schon zu Beginn der Saison so gesagt.

bundesliga.de: Aus den letzten zwei Spielen holte der SC nur einen Punkt. Wie motiviert man sich als Spieler im Abstiegskampf, wenn die Erfolgserlebnisse ausbleiben?

Spanring: Dadurch, dass man sich daran erinnert, dass immer noch alles aus eigener Kraft zu schaffen ist. Das ist Motivation genug. Keiner der Spieler will schließlich gerne in die 2. Bundesliga absteigen.

bundesliga.de: Was macht Ihnen Hoffnung, dass es auch in dieser Spielzeit noch klappt mit dem Klassenerhalt?

Spanring: Weil der SC Freiburg jedes Jahr das gleiche Ziel hat. Nur der Klassenerhalt zählt. Und das wissen auch die Spieler. Die kennen es nicht anders. Für Freiburg ist das keine neue Situation so wie für andere Teams.

"Wünsche, dass der VfB dieses Jahr nicht absteigt"

bundesliga.de: Zu Ihrer Aktiven-Zeit spielte der SC drei von vier Jahren auch im unteren Tabellendrittel. Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit, und gibt es so etwas wie "Erfahrung" im Abstiegskampf?

Spanring: Eigentlich habe ich daran keine großen Erinnerungen mehr. Es ist auch schon zu lange her. Natürlich macht es ein Unterschied, ob du schon mal im Abstiegskampf warst oder nicht. Sensible Spieler, die das noch nicht erlebt haben, tun sich schwerer damit, ihr komplettes Potential abzurufen als Spieler, die solche Erfahrungen schon mit sich bringen.

bundesliga.de: Mit dem VfB Stuttgart spielt auch ein weiterer Ihrer ehemaligen Vereine gegen den Abstieg. Was lief da falsch?

Spanring: Das ist eine längere Geschichte beim VfB. Ich würde mir aber auf jeden Fall wünschen, dass der VfB dieses Jahr nicht absteigt. Denn mit Robin Dutt wird endlich wieder Ruhe in den Verein kommen. Und das ist absolut entscheidend für den Erfolg ist.

Das Interview führte Christoph Ruf