Das Champions League-Finale 2015 in Berlin ist das Ziel: Zuletzt hatte sich Manuel Neuer mit dem FC Bayern 2013 im Endspiel gegen Borussia Dortmund durchgesetzt
Das Champions League-Finale 2015 in Berlin ist das Ziel: Zuletzt hatte sich Manuel Neuer mit dem FC Bayern 2013 im Endspiel gegen Borussia Dortmund durchgesetzt

Neuer: "Torwart zu sein, ist keine Ein-Mann-Show“

München - Nach der WM ging es für die deutschen Nationalspieler fast nahtlos weiter. DFB-Pokal, Bundesliga und nun beginnt die Champions League.

bundesliga.de hat mit National-Torwart Manuel Neuer (28 / Bayern München) vor dem Auftakt in der Königsklasse gegen Manchester City über die Rückkehr in den Alltag und seine Rolle als „offensiver Torwart“ gesprochen.

bundesliga.de: Wie verliefen nach dem WM-Triumph die Rückkehr in den Alltag Bundesliga und die ersten Länderspiele?

Manuel Neuer:  Es ging schnell.

bundesliga.de: Viele sagen, es dauert, weil es ein intensives emotionales Ereignis zu verarbeiten gilt?

Neuer: Auf dem Platz hab ich keinen der Argentinier getroffen, der uns beim Testspiel auf dem Rasen gratuliert hätte, auch in der Bundesliga nicht. Dann hast du ein enges Spiel mit einem neuen Team gegen Schottland. Du merkst schnell, du bekommst nichts geschenkt, nur weil du mit dem Pokal nach Hause kamst. Die Botschaft, dass alles wieder bei null anfängt, hilft.

bundesliga.de: Mancher sagte, sie hätten durch ihre WM-Auftritte das Torwartspiel revolutioniert, weil sie oft außerhalb des Strafraumes eingriffen?

Neuer: (lacht) Das sehe ich nicht ganz so. Torwart bleibt Torwart. Und der muss sich dem Spiel seiner Mannschaft anpassen und ist kein Einzelsportler. Wenn die weit aufrückt, muss ich das auch tun. Das ist nicht meine Erfindung, ich ordne mich dem Spiel unseres Teams unter.

bundesliga.de: Der ehemalige Nationaltorwart Oliver Kahn hat ihr Spiel als „Harakiri“ bezeichnet?

Neuer: Ich muss viel riskieren, das stimmt. Aber nochmals, das ist keine Ein-Mann-Show, die da abläuft. Ich bin Teil der Mannschaft, ich gehöre wie der Stürmer ganz vorne zum Team. Ich gehe dabei im Sinne des Teams ein Risiko ein.

"Titel für die Mannschaft habe ich am liebsten"

bundesliga.de: Überraschen Sie uns

Neuer: Es sind immer die Titel für die Mannschaft, die ich am liebsten habe. Und das, obwohl ich auch die Einzel-Auszeichnungen als Titel für die Mannschaft sehe. Ich freue mich über den DFB-Pokal mehr als über den "Fußballer des Jahres“.

bundesliga.de: Stichwort Pokal, welche Ziele hat der FC Bayern diese Saison?

Neuer: Meisterschaft und DFB-Pokal, das sind die Basics - ich war jetzt vier Jahre in Folge im Pokalfinale. Und dieses Jahr haben wir gleich zweimal die Chance in einem Endspiel in Berlin zu stehen.

bundesliga.de: Sie meinen das Champions League-Finale?

Neuer: Das wünscht sich jeder, am Ende im Finale in Berlin zu stehen.

bundesliga.de: Wer sind denn die hauptsächlichen Konkurrenten in dieser Champions League Saison?

Neuer: Eines lernst du in der Champions League schnell: Unterschätze nie einen Gegner, egal wen. Dieses Jahr ist es gut, dass wir große Namen in der Gruppe haben. Das war auch bei der WM so. Wenn du bei einer WM gegen Portugal anfängst, geht es quasi mit einem Finale los. In der Königsklasse spielen wir jetzt gegen Manchester City, danach wird es gegen Moskau und Rom auch nicht einfacher.

Die Treppen in Rio leicht erklommen