Lucien Favre will den Erfolg mit Borussisa Mönchengladbach fortsetzen - © imago
Lucien Favre will den Erfolg mit Borussisa Mönchengladbach fortsetzen - © imago
Bundesliga

Favre: "Die Bundesliga ist die attraktivste Liga der Welt"

Mönchengladbach - Lucien Favre, Trainer von Borussia Mönchengladbach, gilt als der Perfektionist unter den Bundesliga-Trainern. Das Motto lautet also: Immer weiter! Der Schweizer hat die Fohlen in der vergangenen Saison in das Top-Trio der Bundesliga geführt. Favre misst der Bundesliga einen hohen Stellenwert bei und spielt mit seinem Team in der kommenden Spielzeit in der Champions League. Die Vorfreude auf den Start ist spürbar!

Im zweiten Teil des großen Exklusiv-Interviews mit bundesliga.de spricht Favre über die Entwicklung seiner Spieler, er wirft einen Blick auf die bevorstehende Saison und er erklärt, warum er schon jetzt für die Saison 2017/18 plant.

"Stellen Sie sich vor: Chelsea, Real Madrid und Lazio Rom!"

bundesliga.de: Herr Favre, wird sich das Spiel der Borussia von dem in der vergangenen Saison unterscheiden?

Lucien Favre: Zunächst: Spiel-Intelligenz ist die Nummer eins aller Voraussetzungen. Allerdings bringt Spiel-Intelligenz ohne Technik, ohne das Verständnis für die richtigen Bewegungsabläufe, ohne Kondition und ohne mentale Stärke nichts. Und ein Spieler, der zwar gute individuelle Fähigkeiten hat, dem aber die schnelle Auffassungsgabe fehlt, wird es nicht schaffen. Wir trainieren wieder ein 4-4-2 und ein 4-4-1-1, können aber auch auf andere Systeme wechseln. Ich denke, dass wir flexibler geworden sind.

bundesliga.de: Herrmann, Xhaka, Hazard etc.: Wer hat den größten Schritt nach vorne gemacht?

Favre: Ich kann ganz deutlich und ohne Übertreibung sagen, dass alle Fortschritte gemacht haben. Selbst die sehr erfahrenen Spieler haben sich in den Details noch einmal verbessert. 

bundesliga.de: Ist Traoré, der in den bisherigen Tests sehr überzeugt hat, der Gewinner der Vorbereitung?

Favre: Traoré hat in Augsburg nicht viel gespielt und ist in Stuttgart erst unter Huub Stevens zum Stammspieler gereift. Dafür hat er hart gekämpft, das zeigt seinen Charakter. Er ist in Eins-gegen-Eins-Situationen unglaublich gefährlich und verfügt über eine hervorragende Schusstechnik. Damit hat er schon in der vergangenen Saison spielentscheidende Tore für uns erzielt, etwa das 2:1 in Berlin. Deshalb sehe ich ihn jetzt nicht als Gewinner, er war schon zuvor sehr stark. Überhaupt möchte ich nicht von einem Gewinner der Vorbereitung sprechen, weil die Nationalspieler erst später in die Vorbereitung eingestiegen sind. Da ist es nicht einfach, das Training entsprechend zu dosieren.

bundesliga.de: Trotzdem waren die Leistungen in den Testspielen gegen zum Teil hochklassige Gegner sehr ordentlich.

Favre: Gegen Porto etwa haben wir in der Abwehr mit Christensen und Schulz, 19 und 20, und im Mittelfeld mit Dahoud und Xhaka, 19 und 22, gespielt. Es kann also sein, dass unsere Mannschaft zum Start eine sehr junge Mannschaft ist. Bei uns zählen Spieler wie Korb mit 23 und Jantschke mit 25 Jahren schon zu den Erfahreneren. Das allein zeigt schon, dass diese Mannschaft noch immer Zeit braucht, um sich weiter zu entwickeln.

bundesliga.de: Das bedeutet für die Champions League "learning by doing". Trotz des größeren Kalibers der Gegner dürfte Ihnen zumindest die Dreifachbelastung aber keine Sorgen bereiten nach den bisherigen Erfahrungen in der Europa League.

Favre: Sie haben Recht, Dank der Rotation konnten wir die Dreifachbelastung gut meistern. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es in der Champions League für uns nicht nur nach dem Motto "Dabei sein ist alles!" geht. Nein! Wir wollen uns dort sehr gut präsentieren. Das ist wichtig für den Verein, für unsere Fans und nicht zuletzt für die Bundesliga und den deutschen Fußball. Wir möchten gute Ergebnisse erzielen - auch wenn wir wissen, dass wir in Los-Topf vier sind....

bundesliga.de: ... so dass Borussia mit den dicksten Brocken rechnen muss.