Mönchengladbach - Zum Abschluss der Hinrunde hat Borussia Mönchengladbach eine Partie hingelgt, die symptomatisch für das erste Halbjahr war. Beim 3:2-Heimerfolg gegen Darmstadt 98 musste die Elf vom Niederrhein durch ein Wechselbad der Gefühle. Die Mannschaft von André Schubert musste einen 0:1-Rückstand und den Platzverweis von Granit Xhaka verdauen, den Rückschlag zum 2:2 meistern und konnte am Ende doch das Happy End feiern. Lars Stindl hatte mit einem Treffer und einer Vorlage einen großen Anteil am Erfolg. Nach dem Schlusspfiff stellte sich der 27-Jährige zum Interview.

Frage: Lars Stindl, zum Abschluss der Hinrunde hat die Borussia noch einmal ein Spektakel hingelegt und 3:2 gegen Darmstadt 98 gewonnen. Sie hatten mit einem Tor und einem Assist auch reichlich Anteil daran. Haben Sie erwartet, dass es eine so vogelwilde Partie werden würde?

Lars Stindl: Wir wussten schon, dass es ein aggressives Spiel werden würde und haben uns auf die Darmstädter Spielweise mit den vielen Zweikämpfen und Nickligkeiten eingestellt. Wir haben gut dagegen gehalten und gerade im Zentrum viele Zweikämpfe und Kopfballduelle gewonnen. Darüber hinaus wollten wir dem Spiel natürlich auch unseren Stempel aufdrücken. Momentan geht bei uns aber leider nur Spektakel. Es war zwischenzeitlich ein bisschen wild, aber wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das zeigt den Charakter und die Moral der Truppe. Nach dem 2:2 haben wir ein bisschen tiefer gestanden, weil wir aus der letzten Woche (mit 13 Gegentoren, Anm. d. Red.) ein bisschen gelernt haben. Wir haben wegen unserer individuellen Qualität nach vorne auf den Lucky Punch gehofft, der dann auch kam. Jetzt sind wir einfach nur froh, dass wir gewonnen haben.

"Krönender Abschluss für alle Zuschauer"

Frage: Warum geht bei Borussia momentan wie Sie sagen "leider nur Spektakel"?

Stindl: Wir hatten uns natürlich das Spiel zuhause gegen einen Aufsteiger etwas anderes vorgestellt - mehr Spielkontrolle, mehr Torchancen. Der Platz war auch nicht leicht zu bespielen. Dennoch hatten wir die ersten zwei großen Torchancen. Wir hätten in Führung gehen können. Dann der Rückstand, unsere Führung, wieder der Ausgleich und am Ende gewinnen wir das Ding. Es war noch einmal ein krönender Abschluss für alle Zuschauer.

Frage: Wie schwer war es, über eine Stunde in Unterzahl spielen zu müssen?

Stindl: Wir haben nach dem Platzverweis als Mannschaft unglaublich dagegen gehalten. In der Halbzeit hat Granit gesagt: "Lasst Euch das nicht nehmen, wir kriegen das heute noch hin." Wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben.

"Oscar Wendt ist sensationell"

Frage: Wie schafft die Mannschaft es nach den strapaziösen Wochen, zum Abschluss noch einmal eine solche Energieleistung hinzulegen?

Stindl: Wir haben einfach noch einmal alles reingeworfen. Nach dem 2:2 haben sich sicher viele gefragt, ob wir das halten können, nachdem wir schon seit Wochen auf dem Zahnfleisch gehen. Wir haben gut dagegen gehalten. Wenn man sieht, wie Oscar Wendt schon seit Wochen die linke Seite beackert hat und ein unglaubliches Pensum abspult, dann den Pass spielt, durchläuft und das Siegtor macht, dann ist das schon sensationell.

"Sehr gute Ausgangslage"

Frage: Wie wichtig ist es, dass die Mannschaft nun nach drei Niederlage innerhalb von einer Woche in drei Wettbewerben nun mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause geht?

Stindl: Das ist sehr wichtig für uns als Team. Wir haben uns das aber auch verdient. Unabhängig davon haben wir eine unheimliche Aufholjagd begonnen, wenn man bedenkt, dass wir nach fünf Spieltagen mit null Punkten am Tabellenende standen. Wir haben jetzt eine sehr gute Vorrunde gespielt. Durch diesen Sieg haben wir dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufgesetzt.

Frage: Haben Sie erwartet, dass Sie nach diesem krassen Fehlstart noch so weit hochkommen würdet?

Stindl: Wir hatten damals ganz andere Gedanken. Es war eine schwierige Situation für den ganzen Verein und alle Beteiligten, die sich das ganz anders vorgestellt haben. Glücklicherweise sind wir jetzt in einer ganz anderen Situation. 29 Punkte nach 17 Spieltagen und Platz 4 in der Tabelle sind eine sehr gute Ausgangslage für die Rückrunde. Das war unser Ziel.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski