Dortmund - Fünf Spiele ohne Sieg, seit drei Partien torlos - bei Eintracht Frankfurt zeigt die Tendenz im Endspurt der Saison nach unten. Im Interview mit bundesliga.de spricht Kapitän Kevin Trapp über Offensivflaute und Auswärtsschwäche und die Ziele für die restlichen Saisonspiele.

bundesliga.de: Kevin Trapp, die 0:2-Niederlage in Dortmund war für die Eintracht bereits das fünfte Spiel in Serie ohne Sieg. Haben Sie eine Erklärung?

Kevin Trapp: Wir haben in Dortmund vieles versucht, aber am Ende nicht einmal aufs Tor geschossen. Und dann kannst du auch kein Spiel gewinnen. Wir haben zu wenige Chancen kreiert und die Gegentore zu unnötig bekommen, quasi aus dem Nichts. Wir sind ordentlicher aufgetreten als zuletzt, haben uns auch reingehauen. Aber unter dem Strich stehen wieder null Punkte.

bundesliga.de: Ihr Manager Bruno Hübner macht sich inzwischen ernsthafte Sorgen um die Offensive. Teilen Sie seine Angst?

Trapp: Wir haben gegen Gladbach kaum eine Torchance gehabt, jetzt in Dortmund nicht und davor in München auch nicht. Das sind drei Spiele, in denen wir ganz wenig nach vorne kreiert haben. Defensiv stehen wir zurzeit wieder besser, dafür hakt es offensiv. Davor hatten wir eine Phase, in der es genau umgekehrt war. Da waren wir vorne gefährlich, aber hinten zu anfällig. Es ist wichtig, jetzt die richtige Balance zu finden. Wir müssen auch mal ein paar Tore schießen, sonst können wir die Spiele nicht gewinnen.

"Haben die ganze Saison über schon Ausfälle"

bundesliga.de: Frankfurt muss immer wieder Ausfälle kompensieren, in Dortmund fehlten gleich mehrere Stammkräfte. Ist dies eine Erklärung, warum sich die Mannschaft so schwer tut?

Trapp: Das wäre mir zu einfach. Wir haben die ganze Saison über schon Ausfälle und mussten das immer wieder kompensieren. Wir haben immer mal Spieler, die länger pausieren mussten und dann wieder reinkommen. Da wäre es mit zu einfach, jetzt plötzlich die ständige Rotation für unsere jetzige Situation verantwortlich zu machen. Dafür trainierst du schließlich auch regelmäßig.

bundesliga.de: Ertappen Sie sich manchmal bei dem Gedanken, was mit einem gesunden Top-Torjäger Alex Meier möglich gewesen wäre?

Trapp: Alex hat 19 Tore geschossen, ist ohne Frage unheimlich gefährlich nach vorne. Aber ob es mit ihm in den letzten Spielen besser oder schlechter gelaufen wäre - das ist alles hypothetisch. Diese Frage können wir alle nicht beantworten.

"Bilanz auswärts ist wirklich nicht prickelnd"

bundesliga.de: Frankfurt ist die drittschlechteste Auswärtsmannschaft der Liga. Da dürfte sich Ihre Vorfreude in Grenzen halten, dass man am nächsten Spieltag schon wieder auswärts in Bremen antreten muss.

Trapp: Unsere Bilanz auswärts ist wirklich nicht prickelnd. Wir haben zwar in Dortmund eine bessere Auswärtsleistung gebracht als in den Partien davor. Wir haben uns dieses Mal nicht abschießen lassen. Aber wir haben auswärts wirklich viele wichtige Punkte liegen lassen. Jetzt stehen wir in der Tabelle zwischen Gut und Böse. Nach hinten passiert wahrscheinlich nichts mehr, nach vorne aber auch nicht.

bundesliga.de: Sind Platz sieben und die Qualifikation für die Europa League damit abgehakt?

Trapp: Wie gesagt, wir haben zuletzt zu viele Punkte liegen lassen. Die wären im Kampf um Platz sieben natürlich hilfreich gewesen. Aber wir haben bewusst kein festes Ziel ausgegeben. Wir wollen so viele Punkte holen wie möglich und müssen dann gucken, was dabei am Ende herauskommt. Es ist uns auch wichtig, dass wir uns als Mannschaft weiterentwickeln. Wenn wir dabei so viele Punkte holen, dass es am Ende für Europa reicht, wären natürlich alle happy. Und wenn nicht, müssen wir nach den Gründen fragen und es beim nächsten Mal besser machen. Aber jetzt müssen wir erst einmal versuchen, diese Auswärtsquote aus den Köpfen zu bekommen und in Bremen zu punkten.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte