Dortmund - Karim Bellarabi stand die Freude nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben: Die Glückwünsche zum schnellsten Tor der Bundesliga-Geschichte nach nur neun Sekunden nahm Bayer Leverkusens Rückkehrer natürlich gerne entgegen. Noch wichtiger aber war dem 24-Jährigen der 2:0-Auftaktsieg beim Vize-Meister in Dortmund.

Im Interview nach der Partie spricht der neue Rekordhalter über seinen wuchtigen Schuss ins Glück und Bayers neue Offensivpower.

Frage: Karim Bellarabi, Glückwunsch zum neuen Rekord: Sie haben schon nach neun Sekunden getroffen - das ist das schnellste Tor, das es in der Geschichte der Bundesliga je gegeben hat.

Karim Bellarabi: Ich freue mich riesig darüber, das ist auch für mich natürlich etwas Besonderes. Auf dem Platz war mir das gar nicht bewusst. Ich habe es auch erst nach dem Abpfiff erfahren und muss das auch erst einmal verarbeiten. Eine tolle Sache für mich – aber das Wichtigste war trotzdem, gleich zum Auftakt die drei Punkte aus Dortmund mitzunehmen.

Frage: Beschreiben Sie doch bitte mal, wie es zum neuen Rekordtor kam.

Bellarabi: Wir spielen beim Anstoß immer direkt nach vorne, das haben wir auch dieses Mal getan. So sah unser Plan aus. Ich habe den Schuss dann mit Risiko genommen. Da denkst du nicht viel nach, das passiert im Spiel einfach automatisch. Zum Glück ist er hinein gegangen.

Frage: Richtig platziert war der Schuss gar nicht oder?

Bellarabi: Das stimmt, ich habe einfach mal draufgehalten. Schon ein bisschen in die Ecke gezielt, aber trotzdem draufgehalten. Er kam dann mit Wucht aufs Tor - und dann war er drin. Leider habe ich mich bei der Aktion noch ein bisschen verletzt, ein kleiner Pferdekuss. Aber die Euphorie war nach dem Treffer größer, daher habe ich dann auch kaum noch etwas davon gespürt.

Frage: Bayer ist gegen den BVB insgesamt sehr selbstbewusst und offensiv aufgetreten.

Bellarabi: Wir hatten uns einiges für dieses Spiel vorgenommen. Wir wussten vorher, dass wir das Zeug dazu haben Dortmund zu schlagen. Wir haben unser Spiel und unsere Art von Fußball 90 Minuten durchgezogen, das war entscheidend. Die Mentalität hat absolut gestimmt, deswegen haben wir verdient gewonnen.

Frage: Haben Sie um den Sieg gebangt, als fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden?

Bellarabi: Es war ein intensives Spiel, es gab viele Zweikämpfe, auch viele Unterbrechungen – da war die Nachspielzeit schon in Ordnung. Und ich habe gedacht, die fünf Minuten packen wir jetzt auch noch. Dass wir dann in der letzten Minute mit dem letzten Angriff noch ein Tor zum 2:0 gemacht haben, ist natürlich umso schöner.

Frage: Sie haben die Vorarbeit zum zweiten Tor geliefert. Aber Sie waren auch schon im roten Bereich, als Sie den Spurt angezogen haben?

Bellarabi: Natürlich habe ich gemerkt, dass die Kraft ein bisschen am Ende ist (lacht). Aber für die eine gute Aktion hat es noch gereicht. Insgesamt kostet unser Spiel schon Kraft, weil wir viel laufen müssen und den Gegner früh anlaufen. Aber es zahlt sich eben auch aus.

Frage: Die Mannschaft hat sich schon gut mit dem neuen System arrangiert?

Bellarabi: Es ist einiges neu, aber der Trainer hat uns auch sehr gut eingestellt auf diese Spielweise. Wir harmonieren alle gut zusammen, nicht nur in der Offensive. Auch Mittelfeld und Defensive - es passt alles schon sehr gut zusammen. Das sieht man auch auf dem Platz.

Frage: Pokalspiel souverän gewonnen, den BVB besiegt - man darf Ihnen und Bayer wohl zu einem perfekten Saisonstart gratulieren.

Bellarabi: Wir müssen jetzt noch die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League schaffen und uns auch im Rückspiel gegen Kopenhagen durchsetzen. Dann haben wir auf jeden Fall einen guten Start in die Saison hingelegt. Man sieht jetzt schon, dass sich unsere Vorbereitung auszahlt. Und es macht natürlich auch Spaß, wenn es so gut läuft und wir alles so gut umsetzen können.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte

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