Leverkusen - Die Woche der Wahrheit mit drei Heimspielen in drei Wettbewerben endete für Bayer 04 Leverkusen mit dem dritten Erfolgserlebnis. Die Werkself gewann im DFB-Pokal mit 2:0 nach Verlängerung gegen den 1. FC Kaiserslautern und qualifizierte sich wie schon im Vorjahr erneut fürs Viertelfinale.

Gegen die Pfälzer stand Youngster Julian Brandt erstmals wieder seit dem 11. Spieltag in einem Heimspiel in der Startelf. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 18-Jährige über den harten Pokalfight, seine Ambitionen und den kommenden Gegner Paderborn.

bundesliga.de: Julian Brandt, herzlichen Glückwunsch zum Einzug ins Viertelfinale. Es war ein hartes Stück Arbeit, den 1. FC Kaiserslautern auszuschalten. Haben Sie erwartet, dass es so schwer werden würde?

Julian Brandt: Das war wirklich ein hartes Stück Arbeit. 120 Minuten abzuspulen, ist nie einfach. Im Endeffekt haben wir den Sieg schon verdient. Aber es war ein schwieriges Spiel.

bundesliga.de: Was war der Schlüssel zum Erfolg? War es fast symptomatisch, dass ein Standard das Spiel entscheiden würde?

Brandt: Nein. Wir haben die individuelle Klasse, ganz unabhängig davon, ob es der Freistoß von Hakan Calhanoglu war oder das Nachsetzen von Stefan Kießling. Er hat einfach diesen Torriecher, der die Spiele entscheidet. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen und hatten in manchen Szenen Pech beim Torabschluss. Wir können glücklich sein, dass wir gegen einen starken Gegner 2:0 gewonnen haben.

"Es war insgesamt ein gutes Spiel"

bundesliga.de: Sie haben nach längerer Zeit wieder einmal daheim in der Startelf gestanden. Wie gut hat es getan, diese Chance bekommen zu haben und wie haben Sie sich selbst gesehen?

Brandt: Es war super. Ich war glücklich und habe mein Bestes gegeben. Dass es dann gleich 120 Minuten wurden, war ein harter Brocken. In der ersten Halbzeit hätte ich bei der einen oder anderen Chance vielleicht eine Bude machen können. Das hätte mir noch mehr Aufschwung gegeben. Ich denke, es war insgesamt ein gutes Spiel.

bundesliga.de: Bayer 04 hat jetzt in einer Woche drei Heimspiele in drei Wettbewerben gewonnen und dabei kein Gegentor zugelassen. Was bedeutet das für die kommenden Wochen?

Brandt: Wir haben in drei Wettbewerben ein Ausrufezeichen gesetzt. Wir wollen in der Bundesliga weiter Fuß fassen. Die drei Siege werden uns Auftrieb geben.

bundesliga.de: Sie haben zwei Spieler in der Mannschaft - Simon Rolfes und Stefan Kießling - die mit der Werkself bereits im Pokalfinale in Berlin standen. Haben die Ihnen vor dem Spiel gegen den FCK vorgeschwärmt, wie toll das Erlebnis Pokalfinale ist?

Brandt: Ja, klar, das haben sie. Außerdem haben wir mit Sebastian Boenisch auch einen Spieler, der damals das Finale mit Bremen gegen Leverkusen gewonnen hat. Die sagen, dass es ein echt geiles Erlebnis ist. Wir haben viele junge Spieler, die das auch einmal erleben wollen. Ich natürlich auch.

bundesliga.de: Haben Sie einen Wunschgegner für die nächste Runde?

Brandt: Nein, ich weiß gar nicht genau, wer noch alles dabei ist.

"...dann müssen wir Paderborn schlagen"

bundesliga.de: Am Sonntag reist die Werkself nach Paderborn und hat zwischen den Spielen mal einen Tag mehr zur Regeneration. Wie schätzen Sie den Gegner ein, der Leverkusen im Hinspiel ein 2:2-Unentschieden in der BayArena abtrotzen konnte?

Brandt: Das ist eine hartnäckige Truppe. Wir haben uns hier schwer gegen sie getan. Es wird auf jeden Fall ein schwieriges Spiel. Aber wenn wir weiter oben dabei sein und nächstes Jahr wieder Champions League spielen wollen, dann müssen wir Paderborn schlagen.

bundesliga.de: Rechnen Sie sich dort wieder Chancen auf einen Platz in der Startelf aus?

Brandt: Das werden wir sehen, da bin ich ganz locker. Ich hoffe, dass ich gezeigt habe, dass ich alles für den Erfolg der Mannschaft gebe.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihren gegenwärtigen Einsatzzeiten? Hatten Sie sich nach Gewinn der U19-Europameisterschaft ein bisschen mehr erhofft?

Brandt: Ich hätte wahrscheinlich mehr Zeiten bekommen, wenn mich nicht eine Verletzung außer Gefecht gesetzt hätte. Danach bin ich nicht so schnell wieder in meine alte Verfassung gekommen. Erst kurz vor der Winterpause war ich wieder in der Spur. Jetzt kann ich wieder angreifen. Man darf auch nicht vergessen, dass ich auf meiner Position starke Konkurrenten habe.

bundesliga.de: Der Rückrundenstart war nicht optimal, es gab die kuriosen Spiele gegen Wolfsburg (4:5) oder Augsburg (2:2) mit den Last-Minute Gegentoren. Bayer 04 steht wieder auf Platz 4, was sicher der Anspruch des Vereins ist. Glauben Sie, dass  die Mannschaft jetzt wieder in der Spur ist?

Brandt: Wir waren sicherlich in einem kleinen Loch, das hat man gesehen. Wir haben viele Spiele unentschieden gespielt und verloren. Diese drei Siege werden für einen Aufschwung sorgen. Das Team hat wieder Selbstbewusstsein. Wir sind sehr gut gestimmt und können es wieder packen

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski