Hamburg - Florian Klein ist beim VfB Stuttgart sofort eine feste Größe geworden. Der Österreicher, der vor der Saison von RB Salzburg zu den Schwaben wechselte, ist im Mittelfeld nicht wegzudenken. Beim Hamburger SV sorgte er jetzt mit dem „Tor des Tages“ für einen wichtigen Dreier im Kampf gegen den Abstieg.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Klein über den Triumph beim HSV, die neue Erfolgstaktik der Stuttgarter und er wagt einen Ausblick auf das letzte Heimspiel des Jahres gegen den SC Paderborn.

bundesliga.de: Herr Klein, wie erleichtert sind Sie nach diesem Kraftakt beim HSV?

Florian Klein: Als Tabellenschlusslicht waren diese drei Punkte sehr, sehr wichtig. Zumal wir sie bei einem direkten Konkurrenten gewonnen haben. Wir standen in der Defensive gut und konnten in der ersten Hälfte immer wieder Nadelstiche setzen. Mit einem Mann weniger mussten wir dann richtig kämpfen, haben aber dennoch wenig zugelassen. Jetzt haben wir den Abstand zu den anderen Clubs wieder verringert. Aber es tat auch unserer Moral und unserem Selbstbewusstsein gut, in so einem Spiel mal wieder einen Dreier zu holen.

bundesliga.de: Unter Trainer Huub Stevens scheint es wieder richtig gut zu laufen?

Klein: Wir haben nun vier Punkte aus zwei Auswärtsspielen eingefahren. Jetzt wäre es aber auch mal an der Reihe, zuhause nachzulegen. Dazu müssten wir das in Hamburg gezeigte Selbstvertrauen an den Tag legen, damit das klappt.

bundesliga.de: Woran liegt es denn, dass der VfB vor heimischem Publikum erst einmal gewonnen hat?

Klein: Heim- und Auswärtsspiele sind natürlich grundlegend anders. Beim HSV haben wir sehr defensiv gestanden, abgewartet und dann Konter gefahren. Wir müssen sehen, wie Paderborn das Spiel bei uns angeht und wie unsere Taktik sein wird. Ich glaube, dass uns diese defensive Grundeinstellung momentan sehr gut tut. Aber wie schon gesagt: Wir müssen auch mit mehr Selbstvertrauen auftreten. Davon hatten wir zuletzt zu wenig.

bundesliga.de: Beim HSV ist der VfB erst zum zweiten Mal in dieser Saison mit einer Führung in die Pause gegangen. Ist das fürs Paderborn-Spiel auch wünschenswert?

Klein: Das ist immer schwierig, denn für ein frühes Tor muss man ja auch offensiv und offen spielen. Da ist die Gefahr eines Gegentores natürlich auch groß. Das wollten wir zuletzt vermeiden.

bundesliga.de: Sie haben Ihr zweites Saisontor geschossen und auch schon zwei Treffer vorbereitet. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Klein: Man will natürlich immer mehr. Aber im nächsten Spiel geht es für jeden wieder bei Null los und ich muss wieder meine Leistung bringen. In unserer Situation möchte ich aber eigentlich nicht über die individuelle Leistung sprechen. Ich hoffe, dass wir als Mannschaft jetzt den Schwung mitnehmen. Denn wenn wir gegen Paderborn gewinnen, sieht es in der Tabelle schon wieder um einiges besser aus und dann könnten wir auch wieder wesentlich beruhigter arbeiten.

Das Gespräch führte Michael Reis