Doha - Benedikt Höwedes bereitet sich mit dem FC Schalke 04 in Katar auf die Rückrunde vor. Im Interview spricht der 26-Jährige unter anderm über die Winterpause, den Neuzugang Matija Nastasic und seinen Trainer Roberto Di Matteo.

Benedikt Höwedes über...

... die Winterpause:
"Ich habe in den letzten Spielen der Hinrunde mit Sicherheit Probleme gehabt - ich bin auf dem Zahnfleisch gegangen. Aber ich habe die Pause gut genutzt, um vom Kopf her abzuschalten und das ganze Jahr Revue passieren zu lassen. Die Zeit hier in Doha konnte ich nutzen, um auch konditionell wieder auf ein gutes Niveau zu kommen, um perfekt vorbereitet in die Rückrunde starten zu können."

... die Verletzten-Liste beim FC Schalke 04:
"Viele Spieler von uns mussten bereits verletzt aus Doha abreisen. Da sind auch einige Stammspieler dabei, die wir dringend benötigen, und die uns jetzt wegbrechen. Wir haben fast mehr Amateure und Jugendspieler auf dem Platz als echte Profis. Für das Einstudieren von taktischen Formen ist das sicherlich nicht förderlich, aber es hilft Nichts sich zu beklagen oder zu jammern. Wir müssen trotzdem versuchen uns gut auf den schweren Rückrundenstart vorzubereiten, den wir mit Sicherheit haben werden."

... den Neuzugang Matija Nastasic:
"Persönlich kenne ich ihn natürlich nicht. Aber ich habe Spiele von Manchester City verfolgt, in denen ich ihn gesehen habe. Er ist ein Spieler, der mit seiner robusten Zweikampfhärte helfen kann. Von der Mentalität her ist es ein guter Typ, der in die Mannschaft passen wird. Er wird uns ohne Zweifel weiterhelfen, und über gute Spieler sind wir natürlich dankbar."

"Ich mache die Aufstellung nicht. Doch da er wie ich Innenverteidiger ist, wäre es denkbar, dass wir nebeneinander spielen. Aber wir sind mittlerweile flexibel, so dass man nie weiß ob wir mit einer Dreier- oder Viererkette spielen werden. Er ist da sicherlich auch flexibel einsetzbar, so dass er alle Positionen spielen könnte."

... die Kommunikation auf Englisch:
"Mein Englisch ist gut genug, dass ich mich sehr gut verständigen kann und überall durchkomme. Es ist natürlich immer ausbaufähig. Aber ein gutes Schul-Englisch habe ich drauf."

... eine schwere Rückrunde mit dem FC Schalke 04:
"Wir werden mit Sicherheit das ein oder andere Spiel in der Rückrunde verlieren. Vielleicht auch deshalb, weil wir einen gebeutelten Kader haben. Doch uns hilft kein Jammern. Jeder Spieler, der fit ist, muss sich noch mehr in den Vordergrund spielen, muss noch mehr Verantwortung übernehmen, so dass wir auch weiterhin in der Erfolgsspur bleiben. Die verletzten Spieler werden auch irgendwann wieder zurückkommen und uns dann mit ihrer Qualität weiterhelfen. Ich bin weiterhin felsenfest davon überzeugt, dass wir mit diesem Kader unsere Ziele erreichen können."

... 100 Tage Roberto Di Matteo:
"Die Zusammenarbeit mit ihm ist sehr positiv. Er hat eine unglaubliche Ruhe in die Mannschaft gebracht. Außerdem hat er unser System umgestellt, es an das Personal angepasst, das wir zur Verfügung haben. Das hat er goldrichtig erkannt und die richtige taktische Marschroute gewählt, die uns zurück in die Erfolgsspur gebracht hat. Wir haben den Anschluss nach oben gehalten. Die Tabellenplätze 2 bis 4 sind in Sicht. Wir haben ordentliche Voraussetzungen geschaffen, um gut in die Rückrunde zu starten."

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"Er arbeitet sehr akribisch mit der Mannschaft und hat immer sehr gute Trainingseinheiten vorbereitet. Er findet eine gute Mischung zwischen Belastung und Entlastung. Damit bin ich 100-prozentig zufrieden. Ich persönlich als Kapitän habe eine gute Bindung zu ihm. Wir kommunizieren viel und tauschen uns viel aus. Er strahlt sehr viel Ruhe aus, aber auch Dominanz als Charakter. Trotzdem steht er für jeden als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn jemand Probleme hat."

... die Verleihung des Ballon d'Or:
"Cristiano Ronaldo hat konstant großartige Leistungen gebracht, die ihm zurecht diese Auszeichnung eingebracht haben. Für Manu ist es eine super Auszeichnung, dass er als Torwart unter den letzten Dreien war. Ich hätte es ihm absolut gegönnt, er hätte es auch verdient gehabt. Er hat eine wahnsinnige Weltmeisterschaft gespielt. Er stand manchmal mehr als Libero auf dem Platz, als dass er tatsächlich als Torwart gebraucht wurde. Er hat uns viele Siege gesichert, und ich habe Ihm beide Daumen gedrückt. Das hat leider nicht funktioniert, aber ich denke, es ist trotzdem eine riesige Auszeichnung für ihn. Deswegen kann ich nur Glückwünsche ins andere Lager in Doha schicken."