Manchester -Der VfL Wolfsburg konnte sich am Mittwochabend im Old Trafford seinen Traum von einem Sieg oder zumindest einem Unentschieden in Nordengland nicht erfüllen und verlor mit 1:2. U21-Nationalspieler Maximilian Arnold lieferte sich hitzige Duelle mit Bastian Schweinsteiger im Trikot der Red Devils. Im Interview spricht er Arnold über die Niederlage - und warum er die Stimmung in deutschen Stadion besser ist als im Old Trafford.

Frage: Herr Arnold, man hatte den Eindruck, dass der Sieg von Manchester verdient war. Dennoch wäre für den VfL sicherlich mehr drin gewesen als nur eine knappe Niederlage, oder?

Maximilian Arnold: Wenn man die zweite Halbzeit sieht, dann auf jeden Fall. Aber so ist Fußball. In der ersten Halbzeit hat uns das frühe Tor in die Karten gespielt, dann war klar, dass Manchester kommen musste. Und United hat dann auch Dampf gemacht, das hat man dann gesehen. Leider haben wir einen Elfmeter gegen uns bekommen, aber keine Schuldzuweisung an Daniel Caligiuri, der unser Tor vorher sensationell herausspielt. In der Folge hatten wir dann ein paar Chancen, die wir leider ungenutzt ließen. In der zweiten Halbzeit waren wir United überlegen.

Frage: Das zweite Gegentor fällt etwas unglücklich, da Juan Mata den Ball unkonventionell mit der Hacke weiterleitet und dann Chris Smalling mehr oder weniger vor die Füße fällt. Wie haben Sie diese Szene gesehen?

Arnold: Es war schon viel Glück dabei. Der Ball hätte auch in die andere Richtung abprallen können. Das er so kommt, ist natürlich bitter.

"Die Stimmung in deutschen Stadien ist besser"

Frage: Sie haben sich mit Bastian Schweinsteiger ein paar intensive Zweikämpfe geliefert. In der 40. Spielminute sah der Ex-Bayern-Spieler die Gelbe Karte nach einem Foul an Ihnen. Anschließend monierte er die Entscheidung des Schiedsrichters. Haben Sie das am Boden liegend überhaupt mitbekommen?

Arnold: Nein, ich hatte die Szene sofort abgehakt.

Frage: Das Old Trafford ist eines der legendären Stadien in Europa. Haben Sie die spezielle Stimmung im Stadion genossen?

Arnold: Also die Stimmung hier in England ist schon irgendwie anders. In Deutschland singen die Fans mehr. Ich muss sagen, dass die Stimmung in den deutschen Stadien besser ist. Die Fans singen da fast die ganzen 90 Minuten durch. Ich finde das besser.

Frage: Konnte man trotzdem den Mythos dieses Stadion dann auf dem Rasen etwas spüren?

Arnold: Wenn die Champions League-Hymne erklingt, dann ist das schon etwas besonderes, aber leider war das Ergebnis am Ende nicht positiv für uns.

Frage: Sie haben im defensiven Mittelfeld mit ihrem Teamkollegen Joshua Guilavogui sehr gut harmoniert. Es gab zwischenzeitlich aber ein paar Phasen als Manchester sehr viel Druck aufgebaut hat.

Arnold: Man kann gegen United nicht alles verhindern, die haben auch ihre Klasse. Die schlägt man nicht eben so im Vorbeigehen. Ich denke, wir haben im Zentrum ganz gut gearbeitet. Wenn wir den einen oder anderen Konter noch besser ausgespielt hätten, dann hätten wir mehr Entlastung schaffen können. Die zweite Halbzeit hat dann aber gezeigt, zu was wir im Stande sind.

Frage: Was können Sie trotz der Niederlage Positives aus dem Spiel mitnehmen. Am Samstag geht es zu Borussia Mönchengladbach, die ebenfalls in der Champions League unglücklich gegen Manchester City 1:2 unterlagen.

Arnold: Wir haben in der ersten Halbzeit sehr kompakt gestanden, dass man nicht alles verhindern kann, ist ganz klar. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr dominant gespielt und uns belohnen müssen. Die Leistung gibt uns Auftrieb für die nächsten Aufgabe am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage in Manchester