Brüssel – Als Adrian Ramos im Stadion Constant Vanden Stock frisch geduscht aus der Kabine trat, strahlte er übers ganze Gesicht. Kein Wunder, denn kurz zuvor hatte der Dortmunder Stürmer mit einem Doppelpack endgültig die Weichen für einen Sieg beim RSC Anderlecht gestellt.

Beim 3:0 zeigte Ramos seine Torjägerqualitäten deutlich. Nach seiner Einwechslung in der 65. Minute hatte er zwar nur elf Ballbesitzphasen, von seinen drei Torschüssen fanden aber gleich zwei den Weg ins Netz. Mit seinen ersten beiden Champions-League-Treffern im Handgepäck stellte sich der 28-Jährige nach der Partie deshalb auch gut gelaunt den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Ramos, wie fühlen Sie sich nach diesem Spiel?

Ramos: Ich bin natürlich überglücklich. Zum einen über den Sieg und zum anderen über meine beiden Tore. Ich hoffe sehr, dass es für uns und für mich jetzt so weitergeht.

"Ich habe von Champions League-Toren geträumt"

bundesliga.de: Was bedeutet Ihnen der Premierentreffer in der Champions League?

Ramos: Wenn man in einem Wettbewerb sein erstes Tor schießt, ist das immer ein ganz besonderer Moment. Und ich habe immer davon geträumt, in der Champions League zu treffen. Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben.

bundesliga.de: Beim BVB sind Sie aber nicht immer für die Startelf gesetzt. Ändert sich das jetzt?

Ramos: Am liebsten würde ich immer von Beginn an spielen. Das ist ja ganz klar. Aber in Dortmund haben wir viele Spieler von hoher Qualität, egal ob in der Offensive oder der Defensive. Da gilt es, dann auf den Punkt topfit zu sein, wenn der Trainer einen ruft.

bundesliga.de: Nach zwei Siegen hat Dortmund in der Champions League schon ein gutes Polster. Ist die Qualifikation fürs Achtelfinale nur noch Formsache?

Ramos: Nein, das ist jetzt eine schöne Momentaufnahme. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen und müssen am nächsten Spieltag in Istanbul nachlegen.

"Unsere Vorbereitung gilt ab sofort dem HSV"

bundesliga.de: Wie erklären Sie sich den Leistungsunterschied des BVB zwischen den Auftritten in der Bundesliga und der Königsklasse?

Ramos: Das ist Fußball. Es passieren immer wieder Sachen, die man sich so eigentlich nicht wünscht. Aber davon dürfen wir uns nicht beirren lassen. Wir müssen immer von Tag zu Tag denken und weiter hart an uns arbeiten. Das ist immer unser Ziel. Unsere Vorbereitung muss ab jetzt voll dem Spiel gegen den Hamburger SV gelten.

bundesliga.de: Ist der HSV als Schlusslicht ein gefährlicher Gegner?

Ramos: Die Tabellenposition der Hamburger sollte uns nicht interessieren. Wir müssen am Samstag raus auf den Platz gehen und mit allen Mitteln versuchen, diese drei Punkte einzufahren. Denn das ist es, was wir brauchen.

Das Gespräch führte Michael Reis