Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Stammtorwart Manuel Neuer und dessen Vertreter Mathias Schober schlägt beim FC Schalke 04 nun die Stunde von Ralf Fährmann.

Der dritten Torwart wird ausgerechnet im Revier-Derby bei Borussia Dortmund seine Premiere in der Bundesliga feiern. Als Ersatzmann für den 19-Jährigen sitzt Mohamed Amsif, der ebenfalls ohne Bundesliga-Erfahrung ist, auf der Bank.

Vertrauen vorhanden

"Wir haben auf Schalke vier richtig gute Torleute. Auch Ralf Fährmann und Mohamed Amsif genießen mein Vertrauen", erklärte Coach Fred Rutten.

Ralf Fährmann gehört dem Profikader der "Knappen" seit Januar 2007 an. Nach dem Wechsel von Frank Rost zum Hamburger SV rückte er ins Team auf. Der Nachwuchstorwart ist seit Juli 2003 im Verein.

Mit U 19 Deutscher Meister

Mit 14 Jahren war der gebürtige Chemnitzer in den Ruhrpott gekommen. Er durchlief die Schalker Torwartschule von Lothar Matuschak. Unter ihm reifte er zu einem Klassemann heran, auf den auch der DFB aufmerksam wurde und ihn in die Jugend-Nationalmannschaft beruf.

2006 feierte der 1,94 Meter großen Schlussmann seinen bislang größten sportlichen Triumph. Mit der Schalker U 19 gewann er durch einen 2:1-Sieg im Finale gegen Bayern München die Deutsche Meisterschaft. Ein Jahr später nahm Ralf Fährmann an der U19-EM teil.

Im Torwartspiel wie Adler

Sein Förderer Lothar Matuschak hält große Stücke auf den 19-Jährigen. "Er ist für sein Alter ein nahezu kompletter Torwart mit guten Reflexen und einer unglaublichen Ruhe in Eins-gegen-Eins-Situationen. Auch er nimmt gut am Spiel teil, allerdings nicht ganz so konsequent wie Manuel Neuer."

Er habe vom Torwartspiel her eher Ähnlichkeit mit Rene Adler, der genau wie Fährmann aus Sachsen stammt. Während der Leverkusener jedoch beim VfB Leipzig mit dem Fußball begann, zog der Schalker acht Jahre für den VfB Chemnitz und den Chemnitzer FC die Handschuhe über.

Ziel: Stammtorhüter werden

Wenn man sich mit Ralf Fährmann unterhält, wirkt er älter als er biologisch gesehen ist. Er selbst hat dafür eine einfache Erklärung. "Ich bin mit knapp 15 Jahren von zu Hause weg und habe gelernt auf eigenen Füßen zu stehen", betont der Fachabiturient, der auch schon die erste schwere Verletzung hinter sich gebracht hat.

Anfang 2007 fiel Fährmann mehrere Monate wegen eines Sehnenabrisses im Oberschenkel aus. Das ist jedoch Vergangenheit, die Zukunft sieht wie folgt aus: "Ich will Stammtorhüter in der Bundesliga werden." Für das Spiel am Samstag gegen Dortmund hat er es schon geschafft.