Bremen - Die EM ist eine Werbeplattform und die hat Theodor Gebre Selassie für sich genutzt. Der 25-Jährige überzeugte die Verantwortlichen von Werder Bremen durch seine Leistungen bei dem Kontinentalturnier und besetzt die vakante Position des rechten Außenverteidigers im Team von Thomas Schaaf.

Der Sohn eines Äthiopiers und einer Tschechin hat über 100 Spiele in der tschechischen Gambrinus Liga für SK Slavia Prag und den FC Slovan Liberec absolviert. Die EM-Teilnahme mit Tschechien bescherte Gebre Selassie zudem vier Einsätze bei einem großen Turnier.

Offensivstarker Außenverteidiger



"Alle konnten sich während der EM von seinen Fähigkeiten überzeugen. Er hat sich vor allem durch seine Einsatz- und Laufbereitschaft sowie seinen Offensivdrang hervorgetan", sagt Werder-Chefcoach Schaaf über den vierten Bremer Neuzugang für die kommende Spielzeit.

Mit seinen Offensivqualitäten hat der tschechische Nationalspieler nicht erst bei der Europameisterschaft überzeugt. Gebre Selassie erzielte in der abgelaufenen Saison für den FC Slovan Liberec in der tschechischen Meisterschaft fünf Tore und gab sechs Torvorlagen. Damit trug er maßgeblich zum Gewinn der Meisterschaft bei.

Lediglich zwei gelben Karten in den vergangenen 30 Meisterschaftsspielen kassierte der Außenverteidiger, der auch im defensiven Mittelfeld auflaufen kann. Das spricht für eine bemerkenswerte Fairness des Defensivspielers.

Tschechischer Meister 2012



Der erste dunkelhäutige Nationalspieler Tschechiens wurde beim damaligen tschechischen Zweitligisten FC Vysocina Jihlava zum Profi. Nach einer Ausleihe zu seinem Jugendverein SK Velke Mezirici in die vierte Liga kämpfte sich Gebre Selassie zurück ins Team von Jihlava. Es folgte ein Transfer zu Slvia Prag, wo er allerdings nur zwölf Partien bestritt.

Trotzdem sicherte sich Slovan Liberec die Dienste des Abwehrspielers, der fortan über 100 Erstligaspieler für den amtierenden tschechischen Meister absolvierte.

"An erfolgreiche Saison anknüpfen"



Im Juni 2011 berief ihn Michal Bilek in die Landesauswahl und verhalf Gebre Selassie damit zu seinem Länderspieldebüt gegen Peru."Theodor war eine Riesenüberraschung. Er hat sich wirklich ins Rampenlicht gespielt", sagt der Nationaltrainer.

Bis heute sind es bereits 13 Spiele für die "Narodni tym" und 360 Minuten EM-Spielzeit. Diese hat er genutzt, um sich in den Vordergrund zu spielen. "Die Entscheidung für Werder Bremen ist genau die richtige. Werder ist ein Verein mit viel Konstanz und Tradition, der immer hohe Ziele hat", sagt der 25-Jährige. "Ich möchte in Bremen an meine erfolgreiche Saison mit Liberec anknüpfen."

Steffen Hoss