Nach dem 76. Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach waren alle Beteiligten trotz des 1:1 in einer Hinsicht vollauf zufrieden. Während und rund um das brisante Duell blieb es ruhig und friedlich.

Und auch auf dem Rasen blieb es bei allem kämpferischen Einsatz im Kampf um Punkte gegen den Abstieg fair. Erst in der 81. Minute musste Schiedsrichter Dr. Felix Brych die erste von nur zwei Gelben Karten ziehen.

Warten auf einen Sieg

"Nur nicht verlieren" war das Motto beider Teams. Die Mönchengladbacher mussten nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg wieder nach unten schauen. Ein Thema, das für die Saison schon frühzeitig abgehakt schien.

Und auch die Gastgeber, die mit sieben sieglosen Spielen in Folge in die Partie gegangen waren, müssen wieder auf der Hut sein, um den Klassenerhalt nicht zu gefährden.

Torschüsse Mangelware

Entsprechend die Taktik beider Teams sehr defensiv ausgerichtet. Nur kein Tor fangen. Die Abwehrreihen auf beiden Seiten ließen nicht viel zu. Am Ende standen gerade mal 4:3 Torschüsse zu Gunsten der Gäste in der Statistik Die Traditionsvereine teilten sich schiedlich, friedlich die Punkte.

Maniche hatte in der 79. Minute die Führung der Gäste durch Marco Reus in der 55. Minute ausgeglichen.

"Müssen zufrieden sein"

"Wir müssen mit dem 1:1 zufrieden sein", sprach Kölns Trainer Zvonimir Soldo von einer gerechten Punkteteilung. "In unserer Situation ist jeder Punkt wichtig."

Das sah sein Gegenüber ganz anders. Gern hätte Michael Frontzeck der positiven Bilanz der Borussen gegen den Lieblingsgegner in der Bundesliga einen weiteren Sieg hinzugefügt. Von 75 Partien zuvor hatten die Mönchengladbacher 40 gewonnen und verließen nur 21 Mal als Verlierer den Platz. Selbst in der Domstadt ist die Bilanz mit 20 Siegen und 12 Niederlagen bei nun sechs Unentschieden positiv.

"Wir hätten den Sieg verdient gehabt, doch dann gleichen die Kölner durch einen Sonntagsschuss aus", ärgerte sich der "Fohlen"-Coach.

Fast nur noch Sechs-Punkte-Spiele

"Wir hatten uns natürlich drei Punkte vorgenommen, aber sind viel zu spät wach geworden", erklärte Sebastian Freis: "Jetzt stehen wir weiter unten drin. Das ist keine angenehme Situation."

Das sieht auch Lukas Podolski so: "Erst das Tor hat uns wachgerüttelt. 20 Minuten waren okay und in denen haben wir das 1:1 gemacht. Wir müssen Punkte sammeln gegen den Abstieg. Das allein zählt im Moment", gibt sich der Nationalspieler bescheiden.

Der 24-Jährige sieht es nicht als Vorteil, dass "wir die 'Großen' hinter uns haben und noch auf alle Teams treffen, die in der Tabelle hinter uns stehen. Das macht die Sache eher schwieriger. Gegen Hannover, Hertha, Bochum - das sind alles Sechs-Punkte-Spiele. Die kämpfen auch um jeden Punkt", sagte Podolski bundesliga.de.


Aus Köln berichtet Jürgen Blöhs