Mönchengladbach - Seit Saisonbeginn hat Claudio Pizarro auf diesen Tag gewartet. In Mönchengladbach war es endlich soweit. Dem peruanischen Stürmerstar von Werder Bremen gelang beim 4:1 der Hanseaten im Borussia-Park sein erster Saisontreffer und damit sein 134. Tor in der Bundesliga.

Damit ist der 32-Jährige der treffsicherste ausländische Fußballer in der Geschichte der Bundesliga und alleiniger Rekordhalter. Entsprechend gut gelaunt stellte er sich den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Glückwunsch Claudio Pizarro zur neuen Bestmarke. Was bedeutet es Ihnen, mit Ihrem 134. Bundesliga-Tor einen neuen Bundesliga-Rekord aufgestellt zu haben?

Claudio Pizarro: Das bedeutet mir sehr, sehr viel. Es ist natürlich etwas Besonderes für mich. Jetzt habe ich den Rekord geschafft.

bundesliga.de: Es hat ein bisschen gedauert. Das war erst Ihr erstes Saisontor. Da war Geduld gefragt.

Pizarro: Ich hatte Geduld. Ich war lange verletzt, und es hat ein bisschen gedauert, bis ich wieder in der Mannschaft war und guten Fußball spielen konnte. Jetzt hat es geklappt, ich bin sehr zufrieden damit. Jetzt muss ich den Abstand auf den nächsten Kandidaten vergrößern. Wer kommt nach mir?

bundesliga.de: Da kommt lange keiner mehr. Wie sieht denn Ihr Ziel aus?

Pizarro: Ich habe kein besonderes Ziel. Ich will einfach weiter Tore machen.

bundesliga.de: Wie werden die Leute in Peru auf die Nachricht Ihres Rekordes reagieren?

Pizarro: Die werden sicher alle singen und sehr zufrieden sein, dass ein Peruaner in die deutsche Fußballgeschichte eingegangen ist. Das ist wichtig für mein Land. Die werden ein bisschen feiern.

bundesliga.de: Haben Sie schon eine SMS von Giovane Elber bekommen, den Sie als Rekordtorschützen entthront haben?

Pizarro: Bis jetzt noch nicht. Aber der schreibt und gratuliert bestimmt noch.

bundesliga.de: Kommen wir auf Werder zu sprechen. Ist Werder jetzt wieder zurück in der Erfolgsspur?

Pizarro: Ich glaube schon. Wir haben schon in den letzten drei Spielen zuvor gezeigt, dass die Konzentration, die Leidenschaft, die Ordnung und der Wille wieder da sind. Das bringt uns wieder zum Erfolg.

bundesliga.de: Bei Werder stand mit Sebastian Mielitz die etatmäßige Nummer 3 im Tor. Wie haben Sie seine Leistung gesehen?

Pizarro: Der Sebastian war überragend. Wir haben schon beim Training gesehen, dass er Qualität hat. Jetzt hat er sie auch in einem wichtigen Spiel gezeigt. Das ist sehr wichtig für die Mannschaft. Er hat einen Klassejob gemacht, und wir freuen uns sehr für ihn.

bundesliga.de: Werders letzter Sieg im Borussia-Park datiert aus dem Jahr 2004. Wissen Sie, was danach passiert ist?

Pizarro: Nein, wirklich nicht.

bundesliga.de: Werder ist in dem Jahr Meister geworden.

Pizarro: Das ist ein gutes Zeichen.

bundesliga.de: Ist Werder Bremen schon wieder so weit, die Tabellenspitze noch in der Hinserie anzugreifen oder ist das noch ein langer Prozess, der sich bis in die Rückrunde hinziehen wird?

Pizarro: Wir können schon in der Hinrunde angreifen. Wir hatten eine schwierige Phase vor ein paar Wochen. Aber jetzt sind wir wieder besser in Form. Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken und Punkte holen.

bundesliga.de: Wo lag Werders Hauptproblem in der von Ihnen angesprochenen schwierigen Phase?

Pizarro: Unser Verletzungspech war ein Grund. Aber auch die Einstellung und die Leidenschaft waren nicht richtig da. Wir haben schnell die Ordnung verloren. Es kamen viele Sachen zusammen.

bundesliga.de: Was für Ziele haben Sie mit Werder in der Bundesliga?

Pizarro: Wir wollen natürlich Meister werden. Es ist jetzt nach unserer kleinen Serie vielleicht etwas früh, davon wieder zu sprechen. Aber das war unser Ziel am Anfang der Saison. Wir müssen uns jetzt wie gesagt von Spiel zu Spiel verbessern. Gegen die Borussia haben wir ein gutes Spiel abgeliefert. Wir waren von Anfang an sehr konzentriert , haben zwei frühe Tore gemacht. Danach wurde es einfacher für uns.

bundesliga.de: Am kommenden Dienstag steht das Pokalspiel bei Ihrem früheren Verein Bayern München an. Ein besonderes Spiel für Sie?

Pizarro: Das wird wieder ein schwieriges Spiel. Es ist bitter, dass wir schon in der 2. Runde gegen die Bayern spielen müssen. Aber so ist es nun einmal. Wir haben jetzt vielleicht den Vorteil, dass sie momentan nicht so gut drauf und wir wieder in einer besseren Phase sind. Wir müssen versuchen, diesen Vorteil am Dienstag auszunutzen und das Spiel zu gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski