Mal ehrlich - kennen Sie Stefano Celozzi? Ja? Dann sind Sie wohl entweder KSC-Fan, ein gut informierter Bayern-Anhänger oder ein richtiger Fußball-Experte.

Aber auch die große Mehrheit der deutschen Fußballfans dürfte mit dem Namen in naher Zukunft gut vertraut sein. Denn Celozzi könnte schon bald zum erlauchten Kreis jener 198 Fußballer gehören, die die Stammformationen der Bundesligisten bilden.

Nutznießer der Görlitz-Verletzung?

Dabei ist der Sohn italienischer Einwanderer gerade einmal 19 Jahre alt und erst im Sommer vom FC Bayern München II zum Karlsruher SC gewechselt.

Ursprünglich war Celozzi als Alternative zu Andreas Görlitz gedacht, doch Görlitz - auf Leihbasis vom FC Bayern auch in dieser Saison im Wildpark aktiv - fällt nach einer Sprunggelenks-Operation wohl bis in den Herbst hinein aus.

"Eine Investition in die Zukunft"

Des einen Leid, des anderen Chance. "Stefano ist für uns eine Investition in die Zukunft. Mit seinem Talent und seinen Fähigkeiten verfügt er über ein sehr gutes Entwicklungspotenzial", hatte KSC-Manager Rolf Dohmen gesagt, nachdem Celozzi im Wildpark einen Dreijahresvertrag unterzeichnet hatte.

Manchmal beginnt die Zukunft früher als man denkt, wenn man so will, aber das ist nichts Neues in der Karriere des gebürtigen Günzburgers, der als Jugendlicher für den TSV Wasserburg/Inn und den SC Bubesheim die Schuhe schnürte.

Mit 16 in der Regionalliga

Mit 16 wechselte Celozzi dann vom SSV Ulm 1846 zum FC Bayern und war eigentlich für die A-Jugend vorgesehen. Da die aber noch Sommerpause hatte und der frühere U15-, 16- und 17-Nationalspieler unbedingt trainieren wollte, landete er erstmal bei den Amateuren unter Hermann Gerland.

Was als Übergangslösung gedacht war, wurde schnell dauerhaft: Celozzi eroberte sich einen Stammplatz und bestritt in den letzten drei Spielzeiten 81 Partien für die Reserve des Rekordmeisters.

In der A-Jugend haben sie ihn in München nie zu Gesicht bekommen, und jetzt hat ihn die Überholspur nach Baden geführt, zum KSC.

Konkurrent Sebastian

In den bisherigen Testspielen spielte Celozzi immer mindestens 45 Minuten und zweimal über die volle Distanz, und so stehen die Chancen gut, dass die Nummer 27 auch am 16. August gegen den VfL Bochum in der Startformation stehen wird.

Möglich ist allerdings auch, dass die Rechtsverteidigerposition dann an Tim Sebastian geht. Der Neuzugang aus Rostock hat diese Position bereits bei Hansa gespielt und ist mit 1,88 Metern deutlich kopfballstärker als Celozzi.

Parallelen zu Lahm

Der wiederum erinnert mit seinen 1,71 Metern vom Typ her eher an den fast gleich großen Philipp Lahm, Deutschlands wohl bekanntesten Außenverteidiger. Und da enden die Parallelen noch lange nicht.

Der Nationalspieler hat ebenfalls einen starken rechten Fuß. Und seine Karriere kam in Baden-Württemberg so richtig in Schwung, als Lahm 2003 vom FC Bayern an den VfB Stuttgart ausgeliehen wurde.

Lahm war damals übrigens - richtig - 19. Zu erwarten, dass Celozzi jetzt den gleichen Weg einschlägt, wäre vielleicht ein bisschen vermessen. Aber immerhin wären die Fußstapfen nicht allzu groß.

Christof Greiner