Dank einer starken Defensiv-Leistung hat Hannover 96 einen Punkt aus Bremen entführt. Die Innenverteidigung der "Roten" wankte zwischenzeitlich gegen die favorisierten Hausherren, sie fiel aber nicht.

Das war vor allem auch ein Verdienst des Marokkaners Karim Haggui. Der Neuzugang der 96er gewann acht seiner neun Zweikämpfe und ließ Werders-Top-Torjäger Claudio Pizarro fast nicht zur Entfaltung kommen.

Im bundesliga.de-Interview spricht Haggui über die Partie in Bremen, Torhüter Florian Fromlowitz und über den bisherigen Saisonverlauf bei den Niedersachsen.

bundesliga.de: Herr Haggui, 0:0 bei den offensiv starken Bremern - damit sind Sie sicherlich zufrieden.

Karim Haggui: Für einen Verteidiger ist ein Zu-Null-Spiel immer ein gutes Gefühl. Unser Teamgeist und die Einstellung alle Spieler waren sehr gut. Wir wollten eigentlich die drei Punkte mitnehmen und hatten auch ein, zwei gute Chancen, aber das Remis geht in Ordnung.

bundesliga.de: Florian Fromlowitz hat den erkrankten Robert Enke vertreten und gleich mehrmals hervorragend pariert. Was sagen Sie zu seiner Leistung?

Haggui: Florian ist ein sehr guter Torwart und er hat sich seinen Einsatz verdient. Und das er Qualität hat, dass hat er bewiesen. Es ist für ihn natürlich schade, dass er einen Robert Enke vor sich hat.

bundesliga.de: Hat Sie Trainer Andreas Bergmann eigentlich besonders auf diese starke Bremer Offensive um Marko Marin, Mesut Özil und Claudio Pizarro eingestellt?

Haggui: Im Fußball ist es wichtig, auf seine eigenen Stärken und Fähigkeiten zu vertrauen. Egal ob der Gegner Werder Bremen heißt oder ob es gegen ein anderes Team geht. Das ist unser Job. Entscheidend sind die Konzentration und die Qualität. Und beides ist in Hannover vorhanden.

bundesliga.de: Aber dennoch war Hannover in der vergangenen Saison die Schießbude der Liga und jetzt haben sie erst drei Gegentreffer kassiert.

Haggui: Ganz ehrlich: Ich kann immer noch nicht verstehen, wie Hannover in der vergangenen Saison 69 Gegentore kassieren konnte. In der Abwehr stehen Top-Spieler. Und wie man gesehen hat, sind beide Torhüter richtig gut. Aber die Defensive beginnt schon vorne im Sturm. Wir müssen alle Zusammenarbeiten. Dann stehen wir hinten auch sicher.

bundesliga.de: Hannover rangiert mit fünf Punkten aus fünf Spielen im unteren Tabellendrittel. Wie fällt Ihr erstes kleines Fazit aus?

Haggui: Also wenn man die Spiele Revue passieren lässt, dann ist das zu wenig. Gegen Berlin haben wir das beste Spiel gemacht, seit ich in Hannover bin. Aber wir haben verloren. Wir haben in jeder Partie die Möglichkeit gehabt, Tore zu schießen und zu gewinnen. Aber es sind manchmal nur Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Aus Bremen berichtet Michael Reis