München - Nach 51 Jahren endet eine Ära: Der Hamburger SV ist nach der bitteren Niederlage im Rückspiel der Relegation bei der SpVgg Greuther Fürth erstmals in der Vereinsgeschichte nicht mehr erstklassig. bundesliga.de zeigt, was mit dem Abstieg des letzten verbliebenen Dinos verlorengeht. 

Der letzte Dino ist Geschichte

Mit den Hamburgern hat sich nun auch das letzte Gründungsmitglied aus der Bundesliga verabschiedet. Dabei ist der HSV eigentlich der Traditionsverein schlechthin in Deutschland, der in seiner Historie immer erster Klasse spielte. Als Vereine wie Borussia Dortmund oder der FC Bayern München in den 1920er Jahren noch höchstens regionale Bedeutung hatten, standen die Männer von der Elbe schon reihenweise in Endspielen um die Deutsche Meisterschaft. Die Rothosen waren schon vor der Bundesliga-Gründung 25-maliger Norddeutscher Meister und dreifacher Deutscher Meister (ein Mal verzichtete man zudem auf den gewonnen Titel).

Land unter im hohen Norden

Mit dem HSV verliert die Bundesliga ihren nördlichsten Verein und Deutschlands zweitgrößte Stadt zugleich ihren Startplatz in der Beletage. Doch damit nicht genug, denn da Schleswig-Holstein zugleich noch nie einen eigenen Vertreter im Oberhaus hatte, muss nun auch das gesamte Umland zwischen Nord- und Ostsee auf Spitzenfußball verzichten. Die Rothosen hinterlassen in der Region ein Vakuum.

Titel und Trophäen

Der HSV wurde seit Gründung der Bundesliga drei Mal Meister und hat die deutsche Beletage 27 Mal in Messecup und Europapokal vertretenn (Vereinshistorie). Fünf Mal standen die Hamburger sogar schon im Finale eines europäischen Wettbewerbs. 1977 gewann man den Europacup der Pokalsieger, 1983 folgte der Europapokal der Landesmeister. Mit den beiden Halbfinal-Teilnahmen 2009 im UEFA-Cup und 2010 in der Europa League trugen die Rothosen - neben den Bayern - maßgeblich zur Rückgewinnung des vierten Startplatzes in der Champions League bei.

Liebling der Massen

Trotz der sportlichen Talfahrt ist der HSV seit eh und je einer der stärksten Zuschauermagneten der Bundesliga und verzeichnete in den Heimspielen dieser Saison einen durchschnittlichen Zulauf von über 51.000 Besuchern pro Spiel. Und auch auswärts zogen in dieser Spielzeit nur vier Vereine mehr Fans an - zehn von 16 Hamburger Gastspielen waren ausverkauft!

Trendsetter von der Elbe

Die Hanseaten sind in den vergangenen Jahren häufig als Vorreiter aufgefallen: Als erster Verein bauten die Hamburger das alte Volkspark-Stadion in eine reine Fußball-Arena um (Stadionguide). Über Jahre galt die Imtech Arena als eines der schönsten Stadien in Deutschland - und auch die Vermarktung des Stadionamens wurde nirgendwo sonst so konsequent betrieben. Mit Marketing-Aktionen wie dem "Hamburger Weg" hielt man sich außerdem selbst nach drei Jahren ohne Europapokal im letzten Jahr noch unter den 20 umsatzstärksten Clubs Europas. Und mit dem HSV Campus entsteht nun ein Nachwuchszentrum, wie es in Deutschland einmalig ist.

Tummelplatz für Legenden

Der HSV war nicht nur der Verein von Bundesliga-Legenden wie Felix Magath, Gert "Charly" Dörfel, Horst Hrubesch, Manfred Kaltz, Kevin Keegan oder Uwe Seeler, sondern hat auch aktuell mit Torhüter Rene Adler oder Kapitän Rafael van der Vaart Spieler mit hoher Strahlkraft in seinen Reihen. Youngster Hakan Calhanoglu zum Beispiel ist in dieser Saison der Shootingstar der Bundesliga.

Trio der Torschützenkönige

Mit Sergej Barbarez (2001), Hrubesch (1982) und Seeler (1964) wurden insgesamt drei HSV-Spieler Torschützenkönig in der Bundesliga.