Köln - Es war Derby-Zeit am 6. Bundesliga-Spieltag: Der SC Freiburg empfing den VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen den 1. FC Köln und der 1. FC Kaiserslautern den 1. FSV Mainz 05. Abgerundet wurde das intensive Wochenende mit der Rückkehr von Manuel Neuer im Trikot des FC Bayern München in die Veltins-Arena auf Schalke. Ein Umstand, der auch in Gelsenkirchen für erhöhte Pulsfrequenz sorgte.

Die meisten Fußball-Experten werden die Meinung vertreten, dass gerade in Derbys die Zweikampfstärke eine entscheidende Rolle spielt. Umso überraschender, dass alle Derbysieger weniger direkte Duelle als ihre Kontrahenten für sich entscheiden konnten. Der größere läuferische Einsatz zahlte sich hingegen aus: Stuttgart, der 1. FC Köln und der 1. FC Kaiserslautern gingen nicht nur als Sieger vom Platz, sondern legten auch mehr Meter zurück.

Martin Harnik überzeugt

Der 1. FC Kaiserslautern lieferte mit 125,2 km sogar die beste Laufleistung des Spieltages und eine der besten der gesamten Saison ab. Da überrascht es nicht, dass mit Thanos Petsos und Oliver Kirch, zwei "Rote Teufel" die meisten Meter des Wochenendes abspulten. Beide waren 13,0 km unterwegs.

Einer der auffälligsten Akteure des Spieltages war der Stuttgarter Martin Harnik, der nicht nur zwei Treffer erzielte, sondern mit einer Laufleistung von 12,9 km auch der lauffreudigste Offensivakteur war. Doch nicht nur bei der Distanz liegt der österreichische Nationalspieler ganz weit vorne: 34 Sprints zog Harnik in der Partie beim SC Freiburg an. Mit Hoffenheims Roberto Firmino war nur ein weiterer Doppeltorschütze noch häufiger in vollem Tempo unterwegs. Harniks Teamkollege Cristian Molinaro war zudem mit 34,5 km/h der schnellste Spieler.

Effektive Kölner

In keiner der Tracking-Statistiken liegt der 1. FC Köln ganz weit vorne, aber die Domstädter führen die Statistikkategorie an, die trotz aller Datenerhebungen immer noch die wichtigste ist: Der FC hat die meisten Tore des Spieltages geschossen. Grundlage für den ersten Kölner Sieg in Leverkusen seit 1996 war, neben einer kompakten Defensive, ein enorm fleißiges und bewegliches Sturmduo. Lukas Podolski und Milivoje Novakovic legten jeweils mehr als 11 km zurück und sorgten damit für ständige Unruhe in der Leverkusener Defensive. Novakovic war darüber hinaus mit einem Tor und drei Vorlagen der beste Scorer des Wochenendes. In dieser Kategorie steht der Slowene sicher auch am liebsten auf Rang 1.

Spitzenreiter Bayern München ließ sich von der heißen Atmosphäre auf Schalke nicht beeindrucken und konnte sich souverän durchsetzen. Auffällig bei der Heynckes-Truppe ist die hohe Passsicherheit: 471 erfolgreiche Zuspiele gelangen dem Rekordmeister in Gelsenkirchen. So viele wie keiner anderen Mannschaft des 6. Spieltages. Auch die Erfolgsquote von 86,42 Prozent ist die beste des Wochenendes. Man darf jetzt schon auf das Duell mit Bayer Leverkusen am kommenden Wochenende gespannt sein, denn die "Werkself" belegte in beiden Kategorien den 2. Platz. Die Fans dürfen sich also auf die eine oder andere ansehnliche Ballstaffette freuen.

Florian Reinecke