Gegen Dortmund gewonnen, das neunte Bundesliga-Spiel in Folge ohne Niederlage geblieben: Der VfB Stuttgart ist auf dem besten Weg, den internationalen Wettbewerb doch noch zu erreichen. Für den Aufschwung ist Teamchef Markus Babbel maßgeblich verantwortlich.

Mario Gomez, Thomas Hitzlsperger, Sami Khedira - einer nach dem anderen verließ die Umkleidekabine und allen war deutlich anzusehen - die Erleichterung beim VfB Stuttgart ist riesengroß. 2:1 (1:0) hatten sie gegen Borussia Dortmund gewonnen, das neunte Bundesliga-Spiel in Folge waren sie ohne Niederlage geblieben und dennoch wussten die VfB-Spieler, dass spielerisch noch einiges im Argen lag.

Hitzlsperger: "Dortmund hat uns alles abverlangt"

"Meine Mannschaft hat unheimlich gefightet und sich mit allem, was sie hatte, gegen das Unentschieden gestemmt", resümierte Teamchef Markus Babbel auf der anschließenden Pressekonferenz. Und VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger gab zu: "Wir sind froh, dass wir gewonnen haben, denn Dortmund hat uns alles abverlangt."

Der Sieg der Stuttgarter gegen Dortmund war verdient. Die Schwaben hatten eindeutig die besseren Torgelegenheiten, wirkten konsequenter in den Zweikämpfen und hatten an diesem Tag auch die besseren Einzelspieler auf dem Platz. Hätten die Stuttgarter gegen Spielende ihre zahlreichen Konter cleverer verwertet, hätten sie sich das Zittern ersparen können.

Babbel gibt seinen Spielern das Selbstvertrauen zurück

Der VfB Stuttgart hat einen Lauf. Mittlerweile sind es nur noch drei Punkte zu Tabellenplatz fünf und dem Erreichen der begehrten UEFA-Pokal-Plätze. Der internationale Wettbewerb winkt und die Euphorie ist zurück im "Ländle". Gegen Dortmund war die Mercedes-Benz-Arena ausverkauft, in Stuttgart ein untrügliches Zeichen dafür, dass bei den Anhängern wieder Träume wachsen. Vieles erinnert an die Meistersaison 2007, auch damals starteten die Schwaben eine furiose Aufholjagd.

Der Stuttgarter Aufschwung hat Gründe. Teamchef Markus Babbel hat seinen Spielern wieder jede Menge Selbstvertrauen eingeimpft, selbst wenn wie gegen Dortmund nicht alles nach Plan läuft, glauben sie weiter an den Sieg. Hinzu kommt, dass er insbesondere jungen Spielern Perspektiven bietet. So gehört ein Georg Niedermeier, vor wenigen Wochen von den Bayern München Amateuren aus der 3. Liga gekommen, schon nach zwei Spielen zum erweiterten Stammpersonal. In den kommenden Wochen wird Niedermeier allerdings verletzt ausfallen, gegen Dortmund erlitt er einen Außenbandriss im Sprunggelenk.

Mario Gomez als Erfolgsgarant

Aber auch Spieler wie Christian Träsch oder Elson blühen auf. Der Brasilianer, noch vor Monaten komplett abgeschrieben, ist mit seinen Einfällen und seinen gefährlichen Standards fast schon unverzichtbar geworden. Gegen Dortmund erzielte er seinen zweiten Treffer in Folge und sprach danach von einem "sensationellen" Nachmittag. Spieler wie Jan Simak oder "Dauer-Patient" Yildiray Bastürk spielen unter Babbel nur noch eine Nebenrolle.

Und dann ist da noch Mario Gomez. Fast schon selbstverständlich macht er seine Tore, gegen Dortmund schon sein 14. in dieser Saison. Macht er weiter so, ist dem VfB Stuttgart 2009 noch vieles zuzutrauen.

Auch wenn Teamchef Babbel im nächsten Spiel bei Werder Bremen mit großen personellen Problemen in der Defensive zu kämpfen hat. Ludovic Magnin, Arthur Boka, Matthieu Delpierre und Georg Niedermeier sind verletzt, Serdar Tasci wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Ein Engpass, für den Goalgetter Gomez nur einen müden Witz in Richtung seines Chefs parat hatte: "Vielleicht spielt dann ja der Markus."

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer