Stuttgart - Für Yuya Osako bedeutete sein 1:0-Führungstreffer beim 2:0-Auswärtssieg des 1. FC Köln in Stuttgart eine doppelte Premiere: Im zweiten Spiel nach seinem Wechsel von Zweitligist TSV 1860 München gelang dem 24-Jährigen gleich sein erster Bundesliga-Treffer für den FC.

Und es war das erste Tor eines Japaners im Kölner Trikot seit einem Treffer des legendären Yasuhiko Okudera im Februar 1980. Für Osako war das Erfolgserlebnis ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Etablierung in Köln. Denn nicht nur die Fußstapfen von Okudera sind groß, auch die Konkurrenz in der Kölner Offensive mit Anthony Ujah, Simon Zoller, dem derzeit verletzten Patrick Helmes sowie mit Daniel Halfar und Marcel Risse auf den Außenbahnen ist riesig - zumal Osakos Debüt im Heimspiel gegen den Hamburger SV zum Saisonauftakt wenig vielversprechend war. Erleichtert stellte Osako nun fest: "Ich spüre die Erwartung des Trainers. Ich versuche, gute Leistungen zu bringen und Tore zu erzielen."

Osako nutzt seine Chance gegen Stuttgart

FC-Trainer Peter Stöger hielt trotz der schwachen Leistung gegen Hamburg an Osako fest. "Für uns war klar, dass Osako wieder eine Chance bekommt, weil für uns wichtig war, auch im Offensivspiel Akzente zu setzen", erklärte Stöger nach dem Erfolg in Stuttgart. "Wir haben gewusst: Wenn wir kompakt sind, bekommen wir im Umschaltspiel unsere Möglichkeiten und dann braucht es eben auch Spieler, die im letzten Drittel gefährlich sind. Das ist heute aufgegangen."

Osako hat seine Chance genutzt und drückte beim 1:0 (22.) den Ball gedankenschnell und eiskalt über die Linie. "Ich habe nicht so gut gespielt gegen Hamburg und deshalb versucht, gut zu trainieren. Jetzt bin ich belohnt worden“, freute sich der schmächtige Osako. Sein Einsatzwille half dem japanischen Nationalspieler also den schlechten Eindruck vom ersten Spiel vergessen zu lassen. "Kämpfen", sagte der japanische Nationalspieler, "ist im Fußball besonders wichtig, um etwas zu erreichen."

Trainer Peter Stöger hat den Aufwärtstrend von Yuya Osako mit großer Freude wahrgenommen. Osako hat nach sechs Toren in 15 Einsätzen für Zweitligist 1860 München gezeigt, dass er auch in der Bundesliga ein konkurrenzfähiger Spieler sein kann. In Köln scheinen die Perspektiven derzeit zu stimmen - für die Mannschaft und für Yuya Osako.

Tobias Schächter