Leon Andreasen (r.) spielt trotz seiner Verletzungshistorie immer mit vollem Einsatz.
Leon Andreasen (r.) spielt trotz seiner Verletzungshistorie immer mit vollem Einsatz.
Bundesliga

Im Fokus: Stehaufmännchen Leon Andreasen

Hannover – In der 84. Minute der Partie Hannover 96 gegen den 1. FC Köln wurde es mucksmäuschenstill in der Fankurve der Gastgeber. Vielen 96-Anhängern stockte der Atem.

Nach elf Spielen begann das Drama

Was war passiert? Leon Andreasen hatte vergeblich versucht im Kölner Strafraum mit langem Bein den Ball zu erreichen und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Der Däne musste betreut und vom Platz geführt werden.

Zur Erleichterung der Fans konnte er nach kurzer Behandlung weiterspielen. Das war nicht immer so in der Karriere des defensiven Mittelfeldspielers, der in der Winterpause 2008/09 vom FC Fulham nach Hannover gewechselt war.

Elf Spiele absolvierte er in der Rückrunde und stellte seine Vielseitigkeit unter Beweis. Neben der Sechser-Position kam er auch in der Innenverteidigung zum Einsatz. Und schaltete sich auch immer wieder in die Offensive ein. Zwei Treffer standen zu Buche.

Und das Leiden begann: Die Vorrunde der Spielzeit 2009/10 verpasste Andreasen mit einer Schambeinentzündung. Und auch den Rückrundenauftakt verpasste er. In der Vorbereitung hatte Andreasen sich einen Muskelfaserriss zugezogen.

Auszeit für zwei Spielzeiten

Comeback nach 28 Monaten

Andere Spieler hätten wohl angesichts dieser Leidenszeit ihre Karriere beendet, aber Andreasen tat das, was ihn auch dem Platz auszeichnete. Er kämpfte um seine Karriere. Und der Verein zog mit. Hannover 96 verlängerte den 2012 auslaufenden Vertrag frühzeitig und setzte ein Signal: "Wir glauben an dich!"

Am 26. März 2012 schnürte Andreasen nach 28 Monaten Leidenszeit endlich wieder die Stiefel – für Hannover II feierte er in der Regionalliga Nord sein Comeback für 45 Minuten beim 1:0 in Meppen. Das Ende der Leidenszeit schien in Sicht.

"Es war mein Ziel, den alten Leon wiederzufinden. Aber ich hätte nicht geglaubt, dass es so schnell geht", freute sich Andreasen nach seiner Rückkehr in den Bundesliga-Kader.

"Warum immer ich?"