Hannover - Er hält und hält und hält: Ron-Robert Zieler ist der Dauerbrenner bei Hannover 96. Seit dem 9. April 2011 hat der Nationaltorhüter nicht eine Bundesligasekunde im Tor der Niedersachsen verpasst und dabei so manchen Sieg gerettet – zuletzt mit Weltklasse-Paraden beim Auswärtserfolg in Dortmund.

Natürlich war die Pokalpleite in dieser Woche in Aalen ein Dämpfer auf die gute Hannoveraner Stimmung. Das ändert aber nichts daran. dass die Mannschaft den Sieg in Dortmund mit einem Dreier am Samstagnachmittag daheim gegen Eintracht Frankfurt (ab 15:00 Uhr im Liveticker) vergolden kann. Und es ist kein Zufall, dass Ron-Robert Zieler seinen Mitspielern auch verbal den Weg weist: "Die Situation hat sich für uns nach dem Sieg in Dortmund positiv verändert. Jetzt haben wir die Riesenmöglichkeit, zu Hause gegen Frankfurt nachzulegen."

Debüt unter Slomka

Zieler hat sich bei 96 zum Führungsspieler gemausert, seit er in der Saison 2010/11 erstmals unter dem damaligen Coach Mirko Slomka zwischen die Pfosten gerückt war. Inzwischen stehen 126 Erstliga-Partien auf seinem Konto und der Torhüter punktet immer wieder mit seiner sachlichen, zurückhaltenden Art ebenso wie mit glänzenden Leistungen.

Der Sieg beim BVB am vergangenen Wochenende bot da ein gutes Beispiel. Der 25-Jährige entschärfte eine Dortmunder Chance nach der anderen, brachte nicht nur Marco Reus zur Verzweiflung. Nach dem Spiel aber blieb er bescheiden wie eh: "Ich habe sicherlich auch meinen Beitrag dazu geleistet, dass wir in Dortmund drei Punkte geholt haben. Aber es bringt nichts, einzelne Spieler hervorzuheben. Dieser Sieg hat der ganzen Mannschaft gut getan."

Einmaleins neben Edwin van der Sar

Das Spiel war zugleich ein Beleg für die Einstellung des Keepers. "Jedes Spiel beginnt bei Null", hatte Ron-Robert Zieler seiner Mannschaft eingeschärft, bevor es auf den Dortmunder Rasen ging. Bittere Niederlagen beim BVB, die Auswärtsschwäche der laufenden Saison – Zieler versteht es, Dinge auszublenden und sich komplett zu fokussieren. Dass er selbst in der Partie zuvor gegen Gladbach einen seiner wenigen suboptimalen Tage hatte – auch solche Negativerlebnisse sind für ihn beim nächsten Anpfiff abgehakt.

Mit Druck umzugehen, hat der gebürtige Kölner schon in seiner Jugend gelernt, als er einige Jahre bei Manchester United das Einmaleins des Torwartspiels an der Seite so prominenter Leute wie Edwin van der Sar erlernte. Heute gibt ihm das zusätzliche Sicherheit, die sich wiederum auf die Mannschaft überträgt. "Ron strahlt unglaubliche Ruhe aus", hat zuletzt Interimskapitän Christian Schulz seinen Keeper gelobt.

Zwischentief überwinden

Gegen Frankfurt werden aber nicht nur die Paraden Zielers gefragt sein. Um nach dem guten Saisonbeginn und dem Zwischentief endgültig wieder auf der Erfolgsspur anzukommen, muss bei Hannover auch das Auftreten und die Einstellung der ganzen Mannschaft stimmen. "Gegen Dortmund haben wir uns zuletzt den Tick mutiger und leidenschaftlicher präsentiert als in den Spielen zuvor", hat Ron-Robert Zieler festgestellt. "Genau das sollten wir auch mit ins Heimspiel nehmen."

Dietmar Nolte