Sinsheim - Paul Verhaegh spricht immer Klartext, so hielt er es auch nach der 0:2-Niederlage des FC Augsburg bei der TSG 1899 Hoffenheim zum Start in die Saison 2014/15. "Wir haben noch nicht die Form aus dem letzten Jahr, so ehrlich muss man sein", analysierte Verhaegh den schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Und jetzt kommt ausgerechnet der BVB …

Leichter wird es nicht für die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl, sich schnell in die Saison zu kämpfen, denn: der nach der Auftaktniederlage gegen Leverkusen angeschlagene Bayern-Herausforderer Borussia Dortmund will den FCA – und Verheagh – mit schnellem Umschaltspiel und notorisch frühem Pressing zu Fehlern zwingen. Verhaegh selbst trifft dann in Marco Reus, Henrik Mkhitaryan oder Pierre-Emerick Aubameyang vielleicht auf noch einen Tick bessere Gegenspieler als am Samstag in Hoffenheim mit Elyounoussi, Kevin Volland und Roberto Firmino.

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Dass das Auftaktprogramm nicht einfach werden würde, sei aber klar gewesen, sagt der Niederländer. Aber die zweite Halbzeit in Hoffenheim erhielt eine Steigerung gegenüber der schlechten ersten: "Man hat gesehen, dass jeder Gas geben will." Außerdem sei der FCA zuhause gegen favorisierte Teams oft über sich hinausgewachsen. Und: Das Stadion werde gegen Dortmund voll sein, die Fans hinter der Mannschaft stehen.

Der eigenen Mannschaft so Mut zuzusprechen gehört zur Kernaufgabe eines Kapitäns - auch nach misslungenem Saisonstart und einer eigenen Leistung, die wie die der gesamten Mannschaft stark steigerungsfähig ist. Gegen die schnellen Hoffenheimer Angreifer  wirkte der 30-Jährige am Samstag in einigen Situation ähnlich überfordert wie seine Mitspieler im Defensivverband. Vor allem beim 0:1 (33.) stand Paul Verhaegh am Anfang einer Fehlerkette, die Adam Szalai zum Führungstreffer verhalf. Er schob den Ball Firmino in die Füße, statt resolut zu klären. "Da sehe ich nicht gut aus", gibt Verhaegh zu.

"Wir müssen wieder an die Grenze gehen"

Im Duell mit dem schnellen Tarik Elyounoussi zog der Holländer zu oft den Kürzeren. "Wir fangen wieder bei null an. Wir müssen wieder jede Woche an die Grenze gehen, so wie im letzten Jahr", fordert Verhaegh von sich und seinen Mannschaftskollegen. Nach den vielen Weggängen fehlt dem Augsburger Spiel noch die Selbstverständlichkeit, mit der der FCA in der vergangenen Runde Achter wurde.

Auch der Kapitän leistete sich im Spielaufbau unter Druck zu viele Fehlpässe, er sagt: "Wir hatten nicht die Ballsicherheit, die uns im letzten Jahr ausgezeichnet hat. Da ist es natürlich schwer nach vorne zu kommen und selbst Torchancen zu kreieren." Verhaegh sah wie die vielen mitgereisten Augsburger Fans "zu viele Fehler in allen Bereichen", er konstatiert: "Wir haben noch nicht das Niveau wie in der letzten Saison. Daran müssen wir hart arbeiten."


Aus Sinsheim Tobias Schächter