Bremen - Er hatte gegen die TSG Hoffenheim im vergangenen Heimspiel den Siegtreffer auf dem Fuß und hätte zum Helden werden können. Doch er drosch die Kugel alleinstehend vor Keeper Baumann auf die Tribüne. Aber auch ohne seinen zweiten Saisontreffer läuft es für Stürmer Franco di Santo in seiner zweiten Saison beim SV Werder Bremen sehr gut.

Der Argentinier ist momentan einer der Hoffnungsträger bei den Grün-Weißen und Liebling bei den Fans. Im Sommer 2013 wechselte der in Mendoza geborene di Santo von Wigan Athletic nach Norddeutschland. Für Trainer Robin Dutt ist er derzeit im Angriffszentrum nicht mehr wegzudenken. An fünf der letzten neun Tore war di Santo beteiligt (ein Tor/vier Assists).

Di Santo - der etwas andere Stürmer

Franco di Santo ist ein besonnener Mann. Nur selten fährt er auf dem Spielfeld aus der Haut. In Zweikämpfen ist er jedoch kein Kind von Traurigkeit und lässt sich nur schwer abkochen. "Ich reibe mich gerne an Stürmern wie di Santo. Die Duelle mit ihm waren intensiv und haben Spaß gemacht", erinnert sich Hoffenheims Abwehrkante Ermin Bicakcic.

Di Santo ist nicht so technisch versiert wie ein Robert Lewandowski, den er selbst als aktuell besten Stürmer in der Bundesliga bezeichnet, aber auch er hat seine Vorzüge. Besonders in puncto Schnelligkeit verleiht der Südamerikaner dem Bremer Offensivspiel eine neue Qualität.

Neues Angriffsduo Selke/di Santo

Schon im ersten Saisonspiel in Berlin zeigte di Santo besonders in der zweiten Hälfte, was er drauf hat und schloss die Aufholjagd mit seinem Treffer zum 2:2-Unentschieden ab. Gegen Hoffenheim bildete er, wie schon in der zweiten Halbzeit in Berlin, zusammen mit Newcomer Davie Selke das Sturmduo. Zunächst lief das Spiel an Selke und di Santo aber noch vorbei. Nur einmal konnte sich der Argentinier in Szene setzen, doch er traf den Ball im letzten Moment nicht richtig und wurde von seinem "Schatten" Bicakcic abgeblockt.

Neben seiner Schnelligkeit zeichnet di Santo aber auch seine Ausdauer und Robustheit aus. Den Ausgleichstreffer von Neuzugang Alejandro Galvez bereitete er mit einer gezielten Flanke vor. Nach dem 1:1 hatten die Werderaner die TSG kurz vor der Niederlage, doch nicht nur di Santo, auch Teamkollege Nils Petersen hatte mehrmals den Sieg auf dem Fuß. 

"Nächstes Jahr zur Copa America"

Fünf Tore hatte di Santo am Ende der vergangenen Saison auf dem Konto. Jetzt sollen es mehr werden. "Zehn Tore habe ich mir als Ziel gesetzt", so der 25-Jährige, der im Sommer dank seiner guten Leistungen bei Werder sogar im vorläufigen 30er-WM-Kader der Argentinier stand, dann aber doch von damaligen Nationaltrainer Sabella aussortiert wurde. Das Thema "Albiceleste" hat di Santo immer noch im Hinterkopf: "Ich habe gesehen, wie schnell es laufen kann. Ich möchte mich mit guten Leistungen bei Werder empfehlen. Bei der Copa America 2015 zu spielen, wäre ein Traum", so di Santo.

Zunächst heißt es für di Santo und Co. sich aber auf den nächsten Gegner vorzubereiten - Bayer Leverkusen. Für di Santo momentan die beste deutsche Mannschaft. Trotzdem will er mit den Grün-Weißen mindestens einen Punkt holen. "Drei wären allerdings besser", scherzt der Argentinier.

Alexander Barklage