Hamburg – Elias Kachunga ist schnell. Sogar sehr schnell. Wie schnell, davon durften sich am vergangenen Spieltag die beiden Innenverteidiger des Hamburger SV aus nächster Nähe überzeugen. Wirbelwind Kachunga stellte die stämmigen Heiko Westermann und Johan Djourou mit seiner Explosivität immer wieder vor schier unlösbare Aufgaben, erzielte den Führungstreffer und war so maßgeblich am 3:0, dem ersten Bundesliga-Sieg des SC Paderborn, beteiligt.

"Man braucht vor keinem Spieler Angst zu haben. So gehe ich jedes Spiel an. Ich möchte einfach nur meine Leistung zeigen und mir selbst einen Namen machen. Da darf mich dann auch nicht interessieren, wer mir beim Gegner gegenübersteht", erklärte Kachunga seine Unbekümmertheit nach dem Schlusspfiff gegenüber bundesliga.de

Gladbacher Vergangenheit

Doch wer ist dieser Kachunga, der sich schon beim 2:2 in der Auftaktpartie gegen Mainz mit dem ersten Paderborner Bundesliga-Tor überhaupt in die Geschichtsbücher geschossen hat? Der in Köln geborene Kachunga lernte das Fußball-Einmaleins bei der SSVg 06 Haan und dem VfB Hilden. Mit 13 Jahren wechselte er ins Jugendinternat von Borussia Mönchengladbach.

Zwar bekam er bei den Fohlen einen guten ersten Schliff verpasst, im Seniorenbereich konnte er sich aber nicht durchsetzen. Auch wenn er 2010/11 mit zwei Kurzeinsätzen seine Bundesliga-Premieren für die Elf vom Niederrhein feierte. Nach dem VfL Osnabrück und Hertha BSC folgte im Januar 2012 als dritte Ausleihstation der SC Paderborn. Und in Ostwestfalen gelang der Durchbruch, in der Aufstiegssaison war er mit sechs Treffern ein wichtiger Bestandteil im SCP-Angriff.

Sonderlob von Breitenreiter

Seine Leistungen überzeugten die Verantwortlichen, Kachunga im Mai dieses Jahres bis Juni 2016 fest an die Pader zu lotsen. "Mit seiner hohen Laufbereitschaft, seiner Mannschaftsdienlichkeit und seiner Torgefahr ist Elias ein sehr wichtiger Spieler für uns. Seine Art, Fußball zu spielen, harmoniert ausgezeichnet mit unserer Spielphilosophie", erklärte Trainer Andre Breitenreiter die Vorzüge seines neuen Vorzeigestürmers.

Nach der Verletzung von Top-Torjäger Mahir Saglik ist Kachunga im Sturm gesetzt. Auch wenn der 22-Jährige das nicht so gerne hört. "Wir haben mit Stefan Kutschke und Marvin Ducksch zwei Stürmer hinzubekommen, die auch eine hohe Qualität haben. Wir pushen uns gegenseitig. Es gibt keine klare Nummer eins", so Kachunga.

Nominierung für U21-Nationalmannschaft

Dennoch, für den neuen Paderborner Fußball-Helden scheint die Fußball-Karriere jetzt so richtig zu starten. Dank seiner starken Leistungen in der jungen Saison hat ihn Horst Hrubesch noch für die U21-Länderspiele gegen Irland und Rumänien nachnominiert. Geht es nach Kachunga, wird er mit dem SCP in dieser Saison weiterhin für jede Menge Furore sorgen. "Wir sind zwar neu in der Bundesliga, aber wir sind alles gute Spieler. Das haben wir gegen Mainz und Hamburg gezeigt: Wir sind nur schwer zu schlagen."

Michael Reis