Luca Toni trägt ab der kommenden Saison das Trikot des FC Bayern München. Im Premiere-Ligapokal soll er seine Torgefahr erstmals präsentieren.

Wenn am 21. Juli 2007 der Premiere-Ligapokal startet, dann werden die Fußball-Fans einen der torgefährlichsten Stürmer der Welt bewundern dürfen: Luca Toni, der neue Angreifer des FC Bayern.

Er ist mit einer glänzenden Technik ausgestattet: Der 30-Jährige ist beidfüßig und ausgesprochen kopfballstark. Bei einer Körpergröße von 1,94 Meter und 94 Kilogramm Gewicht scheint letzteres keine besondere Überraschung zu sein, ersterer Punkt ist für solch einen Hünen aber dann doch schon etwas ungewöhnlich.

Links wie rechts

In der vergangenen Spielzeit erzielte "Il Bomber", wie er in Anlehnung an Gerd Müller genannt wird, in der italienischen Serie A insgesamt 16 Tore für den AC Florenz. Davon elf mit den Füßen (sechs mit rechts und fünf mit links) und fünf mit dem Kopf. Ganz nach dem Motto: "Ball auf Toni, ganz egal wie! Der macht das Ding!" Ein Stürmer, scheinbar ohne Schwächen. "Ich berühre den Ball und er geht rein", sagt Ferrari-Fahrer Toni selbst über sich.

Doch der Schein trügt, dieses Image hatte Toni nicht immer. Als Jugendlicher wurde er als Fußballer eher verspottet. Viele sahen in ihm aufgrund seiner Körpergröße eher einen Basketballer. Doch er wich nie von seinem Weg ab. "Ich habe nie aufgegeben, ich wusste, dass ich für den Fußball geboren bin", so Toni.

Serie-A-Debüt mit 23

Mit 23 Jahren feierte er sein Debüt in der ersten italienischen Liga bei Vicenza Calcio, nachdem er zuvor mit zum Teil sehr bescheidenen Erfolg in der zweiten und dritten Liga dem Ball hinterher gejagt war.

Sein endgültiger Durchbruch gelang ihm erst in der Saison 2003/04, als er US Palermo mit 30 Toren in 45 Spielen in die Serie A schoss. Anschließend feierte er auch sein Debüt in der Nationalmannschaft.

Nach seinem Wechsel zum AC Florenz im Jahr 2005 folgten in den vergangenen beiden Jahren 47 Liga-Tore für die Fiorentina. Diese brachten ihm bei den Fans den Spitznamen "Tonigol" ein.

Bester Torjäger Europas

Schon in seinem ersten Jahr in Florenz brachte er den Ball sage und schreibe 31 Mal im gegnerischen Netz unter und wurde damit Gewinner des "Goldenen Schuhs" - der beste Torjäger Europas. In 177 Serie-A-Partien traf er insgesamt 91 Mal.

Mit Italien wurde er bei der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 Weltmeister. In bisher 27 Länderspielen erzielte er zwölf Treffer, davon zwei bei der WM.

Torjubel als Markenzeichen

Ein Markenzeichen Tonis, der aus dem Örtchen Pavullo nel Frignano in der Provinz Modena stammt, ist sein Torjubel.

Nach erzielten Treffern dreht der 30-Jährige mit der Hand so am Ohr, als wolle er es abschrauben. "Avete capito?!" "Habt ihr kapiert?", bedeutet die Geste in Italien. Damit will er wohl seinen Skeptikern zeigen, dass er es trotz des holprigen Starts seiner Laufbahn doch noch zu einem Weltklassestürmer geschafft hat.

"Bin ein Spätzünder"

"Ich bin ein Spätzünder des Fußballs", sagt Toni heute rückblickend auf seinen Werdegang. Ein besonderer Dank gilt seinen Eltern Valeria und Gianfranco: "Ich bin ihnen sehr dankbar. Von ihnen habe ich gelernt, dass man Opfer bringen muss, um Erfolg zu haben."

Der FC Bayern kann sich auf einen der besten Torjäger der Welt freuen, der wohl gerade wegen des Verlaufs seiner Laufbahn immer auf dem Boden geblieben ist.

Ein Typ, der die Bundesliga bereichern wird - nicht nur wegen seiner Tore.

Sven Becker