Seit Samstag (4. Juli) befindet sich die Mannschaft des Hamburger SV im Training, seit Montag weilt das Team für neun Tage im Trainingslager im österreichischen Längenfeld. Bruno Labbadia und sein Trainerteam bitten die Mannschaft hierbei drei Mal täglich zum Training - harte und intensive Arbeit für eine erfolgreiche neue Saison. Und immer vorne weg: der neue Trainer.

Labbadia heizt im Training an, lobt, gibt Anweisungen und versprüht das Feuer, das seine Spieler weiter anheizt. Und genau dafür lobt der Coach seine Mannschaft im Interview mit hsv.de. Außerdem verrät Labbadia, was ihm noch besonders gut gefällt, warum Lachen für ihn zum Fußball dazugehört und was sich die Mannschaft für die Saison 2009/10 vorgenommen hat.

Frage: Herr Labbadia, wie ist nach den ersten Trainingseinheiten Ihr Eindruck von der Mannschaft?

Bruno Labbadia: Für die ersten Einheiten muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Es macht viel Freude, mit der Mannschaft zu arbeiten, weil man spürt, dass die Spieler alles aufnehmen und äußerst engagiert sind. Ich habe einen sehr guten Eindruck von der Mannschaft.

Frage: Wenn man das Training beobachtet, fällt auf, dass hart gearbeitet, aber auch viel gelacht wird. Ist das Teil Ihrer Philosophie?

Labbadia: Wir im Trainerteam wollen den Spielern den Spaß am Fußball vermitteln, das ist das Ziel. Die Spieler sind dann gefordert, dies anzunehmen und mit Leben zu füllen. Und das tun sie. Deshalb versuchen wir immer wieder Elemente in das Training einzubauen, die viel Freude machen. Ideal ist eine Mischung aus Spaß und Lockerheit, die man für den Fußball braucht, und der gleichzeitigen Konzentration sowie harter Arbeit. Das setzt die Mannschaft hervorragend um. Wir können mit Spaß Übungen absolvieren und fünf Minuten später geht es wieder hochkonzentriert zur Sache. Ich wünsche mir, dass es so weitergeht.

Frage: Außerdem ist auffällig, dass alle Übungen mit Ball absolviert werden. Ist dies ebenfalls Teil ihrer Vorstellung von Trainingsarbeit?

Labbadia: Vor ein paar Jahren wurde in den Einheiten noch viel mehr ohne Ball gemacht, Laufeinheiten absolviert. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man sich auch in der Arbeit mit dem Ball die absolute Fitness holen kann. Wenn in den Übungen alle voll mitziehen, dann vielleicht sogar noch eher, als würde man ohne Ball arbeiten. Die Mannschaft nimmt dies an, alle ziehen voll mit.

Frage: Eine wichtige Personalie ist die des Mannschaftskapitäns. Wie gehen Sie hierbei vor?

Labbadia: In den letzten Jahren habe ich es so gehandhabt, dass die Mannschaft den Spielerrat wählt. Der ist in meinen Augen ein sehr wichtiger Eckpunkt, da er Anlaufstelle für die Spieler ist, Dinge an das Trainerteam heranträgt und zum Austausch entscheidend beiträgt. Aus dem Spielerrat bestimme ich dann den Kapitän. Ich habe mich bei dieser Entscheidung noch nicht festgelegt, aber David Jarolim hat das bislang sehr gut gemacht.

Frage: Die Vorbereitung läuft, in einem Monat startet die Bundesliga. Wie haben Sie rückblickend Ihre ersten Wochen in Hamburg empfunden?

Labbadia: Aufregend, spannend und intensiv. Es ist für mich eine große Aufgabe, beim HSV Trainer zu sein. Der Verein hat in den letzten Jahren eine große Entwicklung vollzogen, und zwar in allen Bereichen. Sportlich sowieso, was das Stadion angeht auch. Und die Unterstützung der Fans sowie das Zusammenspiel zwischen Verein und Stadt sind erstklassig. In einer Stadt wie Hamburg herrscht natürlich eine große Erwartungshaltung und eine sehr hohe Identifikation. Dessen bin ich mir bewusst und dementsprechend akribisch gehen wir vor. Deshalb ist es schön, dass wir in den letzten Wochen bereits viele von den Dingen umsetzen konnten, die wir uns vorgenommen haben. Dazu gehört natürlich auch, dass die Mannschaft so gut mitzieht.

Frage: Auf was dürfen sich die Fans denn in der kommenden Saison freuen?

Labbadia: Ich denke, dass es zu früh ist, um Versprechungen abzugeben. Aber ich kann versichern, dass wir alles geben werden, um in der Bundesliga und auch den Pokalwettbewerben eine sehr gute Rolle zu spielen. Denn wir sind der HSV! Das müssen wir demonstrieren. Wir sind ein großer Verein und haben das Ziel, etwas zu erreichen und unsere Spieler und das Team als Ganzes stetig weiter zu entwickeln. Und damit wollen wir die Menschen begeistern, das ist unser Ansporn.