München - Die Zeiten haben sich geändert im Profifußball. Früher gehörten ein Paar Stollenschuhe für schlechtes Wetter, und eines mit Nocken für den Rasen zur Grundausstattung, Hierarchien wurden nach Alter und Erfahrung bestimmt. Heute reicht das nicht mehr. Entscheidend ist nicht mehr allein auf dem Rasen, entscheidend ist auch an der Konsole.

"Ich zocke häufig FIFA gegen meine Mannschaftskollegen", sagt Holger Badstuber vom FC Bayern: "Wann immer es geht. Am liebsten zwei gegen zwei."

Inzwischen habe auch fast jeder seiner Mitspieler eine Konsole zuhause stehen, erklärt der Shootingstar der Vorsaison. Der 21-jährige Innenverteidiger ist eines der Werbegesichter in Deutschland für die Fußballsimulation FIFA 11.

Sechs bis sieben Stunden FIFA pro Woche

Der junge Abwehrspieler gehört zu einer Generation junger Fußballer, die mit Videokonsolen aufgewachsen ist - und für die die Zeit am Controller neben Trainings- und Spielbetrieb zur Selbstverständlichkeit gehört.

"Pro Woche zocke ich bestimmt sechs bis sieben Stunden", sagt Badstuber. Einen passenderen Fußballpromi hätte EA wohl kaum aussuchen können, um die neue Version der Serie zu promoten, von der fast eine Millionen Exemplare zum Verkaufsstart am 30. September alleine in Deutschland in den Regalen der Händler standen.

Denn mit seinem kometenhaften Aufstieg beim FC Bayern hat der begeisterte Konsolen-Zocker Badstuber in der Realität vorgelebt, wovon wohl ein Großteil der jungen FIFA-Spieler insgeheim träumt. Die Botschaft lautet: Auch du kannst es schaffen - zumindest am Controller.

Stärkere Bayern: "Das freut mich"

Badstuber selbst hat auch an der Konsole sportlichen Ehrgeiz entwickelt. "Gemeinsam mit Freunden probiere ich viel aus und trete schon mal mit Zweitliga-Mannschaften gegen Top-Teams an", sagt er. Ob er mit der Spiel-Stärke seines virtuellen Vertreters in der neuen Version zufrieden ist, konnte der Jungstar noch nicht sagen. Standardmäßig steht Badstuber wie im realen Leben auch auf der virtuellen Wiese in der Startelf.

Bei der Bewertung der einzelnen Profis greift Hersteller EA SPORTS auf ein Netzwerk von 1.700 Scouts, Redakteuren und Experten rund um den Globus zurück. Jeder Spieler wird individuell eingestuft.

Die Beobachter in München haben in der vergangenen Saison offenbar genauer hingesehen, als der FC Bayern das "Double" einheimste und zudem bis ins Finale der "Königsklasse" vorstieß. "Die Bayern sind stärker geworden", freut sich Badstuber, "künftig werde ich häufiger mit ihnen spielen."