Wie die meisten Schalker Spieler nutzt auch Kevin Kuranyi die Sommerpause, um Kraft für die nächste Saison zu sammeln. Auf schalke04.de spricht der Stürmer über die abgelaufene Spielzeit, seine Ziele mit den "Knappen" und seine Erfahrungen mit dem neuen Coach und Manager Felix Magath.

Frage; Kevin Kuranyi, die Spielzeit 2008/09 ist seit zwei Wochen Geschichte. Wie bewerten Sie das Abschneiden der "Knappen"?

Kevin Kuranyi: Vor allem als eine sehr bittere Saison für uns als Mannschaft. Unter dem Strich müssen wir feststellen, dass wir alle Ziele, die wir uns vorher gesetzt hatten, nicht erreicht haben.

Frage; Natürlich ist man im Rückblick immer klüger, aber: Was hätte man aus Ihrer heutigen Sicht anders angehen sollen?

Kuranyi: Eine Sache scheint mir besonders wichtig: Wir sollten insgesamt als Mannschaft und als Verein nicht zu sehr von Zielen sprechen, die wir uns stecken müssen. Es ist besser, sich auf die eigene Arbeit zu konzentrieren, die richtig zu machen und nur von Woche zu Woche zu schauen. Wenn man gut ist, muss man es zeigen und nicht so viel darüber reden.

Frage; In der Bundesliga lief es für Sie - gemessen an Toren - sehr erfreulich. Mit nunmehr 53 Treffern sind sie nach Klaus Fischer (182 Tore) und Ebbe Sand (74 Tore) drittbester Schütze der Schalker Bundesligageschichte. Holen Sie Ebbe Sand noch ein?

Kuranyi: Wenn ich in den kommenden Jahren meine Quote halten würde, hätte ich eine Chance. Wenn mir also der Verein die Möglichkeit gibt, dass ich auf Schalke bleiben kann, werde ich natürlich versuchen, diese Marke zu erreichen.

Frage; Ihr Vertrag läuft 2010 aus. Gibt es schon einen Fahrplan, wann über Ihre Zukunft gesprochen wird?

Kuranyi: Aus meiner Sicht wäre der Beginn der Sommervorbereitung der richtige Zeitpunkt. Momentan steht für alle Beteiligten erst einmal Urlaub auf dem Programm. Das ist wichtig, den Kopf frei zu bekommen - auch für mich. Ich werde mir meine Gedanken machen, aber die gehören derzeit nur Schalke. Ich hoffe, wenn wir uns wieder treffen, werden wir Super-Gespräche führen, denn ich will hier bleiben!

Frage; Trotz der Torbilanz werden Sie von Fans bisweilen sehr kritisch gesehen, allerdings hat sich die Haltung der Anhänger Ihnen gegenüber in den vergangenen Monaten spürbar verändert.

Kuranyi: Ja, und das hat mir sehr gut getan. Es geht mir ja nicht darum, dass man mich nicht kritisieren soll. Aber es hilft, wenn man nicht bei jeder misslungenen Aktion ausgepfiffen wird. Dann beschäftigt man sich - ob man will oder nicht - mit dieser Reaktion. Jetzt habe ich immer das Gefühl, dass die Fans hinter mir stehen. Das hilft ungemein.

Frage; Welche Bedeutung spielt die Tatsache, dass mit Felix Magath Ende Juni der Coach kommt, bei dem Ihnen der Sprung in die Bundesliga gelang?

Kuranyi: Damals war es sehr hart, aber auch eine sehr positive Zeit für mich. Von ihm habe ich die Bausteine für meine Fußballkarriere bekommen, sowohl, was das Verhalten auf als auch außerhalb des Platzes betrifft. Ich habe damals sehr viel gelernt.

Frage; Wobei er Sie damals für eine Zeit wieder in die Zweite Mannschaft zurück schickte.

Kuranyi: Zunächst einmal habe ich bei meinem Profidebüt 2001 über die volle Distanz gespielt, weil ich eine sehr gute Vorbereitung absolviert hatte. Aber dann machte ich den Fehler zu denken, es gehe jetzt einfach so weiter - und schon schickte er mich wieder zu den Amateuren runter.