Freiburg - Max Kruse ist der bislang prominenteste Neuzugang des SC Freiburg. Er kam mit der Empfehlung von 13 Treffern beim FC St. Pauli und soll das Offensivspiel der Breisgauer beleben.

bundesliga.de: Herr Kruse, wie sind die ersten Eindrücke in der neuen Umgebung? Sie sind ja innerhalb Deutschlands mal eben 800 Kilometer südlich gelandet.

Max Kruse: Die sind sehr positiv, ich wurde super aufgenommen und verstehe mich eigentlich mit jedem im Team gut. Deshalb bin ich ganz zuversichtlich, dass das hier eine gute Zeit hier wird.

bundesliga.de: Nach dem Testspiel gegen St. Gallen war Trainer Christian Streich ein wenig angefressen. Entgegen der Absprache kamen bei den Schweizern kaum Profis zum Einsatz. War das 4:0 also ein Muster ohne Wert?

Kruse: Es war ein Testspielsieg, der nicht allzu schwer fiel. Trotz der Anstrengungen im Trainingslager möchten wir natürlich auch anspruchsvolle Spiele bestreiten, die uns an die Bundesliga heranführen.

bundesliga.de: Wo sehen Sie Ihre Rolle im Team und auf dem Platz?

Kruse: Das muss man abwarten, der Trainer versucht im Moment noch verschiedene taktische Systeme und Positionen aus. Ich möchte mich einfach ins Team integrieren und zusammen mit den Kollegen maximalen Erfolg haben.

bundesliga.de: Bei St. Pauli haben Sie hinter den Spitzen gespielt und dort viele Tore geschossen...

Kruse: Das stimmt: Letztes Jahr lief sehr gut bei mir, und ich versuche natürlich, da wieder anzuknüpfen. Aber ich weiß wirklich noch nicht, auf welcher Position ich hier spielen soll, ob ich überhaupt in der ersten Elf bin. Das alles wird sich jetzt in der Vorbereitung herauskristallisieren.

bundesliga.de: In Schruns hat Streich das Training sehr oft unterbrochen und gezeigt, was Sie und Ihre Kollegen besser machen können...

Kruse: Das stimmt. Beim Sportclub wird viel Wert auf die Taktik und die genaue Abstimmung der Laufwege gelegt. Für Mannschaften wie uns ist es natürlich auch wichtig, dass wir nicht den entscheidenden Meter falsch stehen, sondern durch viel Lauf- und Defensivarbeit zu unserem Spiel kommen. Wichtig ist erst mal, ein gegnerisches Tor zu verhindern.

bundesliga.de: Eigentlich war Mauern in den letzten Monaten nicht das Spiel des SC.

Kruse: So war das auch nicht gemeint. Aber gut zu stehen ist die Basis, um unser Spiel aufzuziehen. Wenn das gelingt, können wir durch gutes Spiel nach vorne und gewisse Spielsituationen unsere Chance suchen. Wir haben ja spielerisch keine schlechte Mannschaft beieinander.

bundesliga.de: Im Training und im Spiel gegen St. Gallen hat Streich Sie oft gelobt - er hat aber auch öfter mal gemahnt, in der Vorwärtsbewegung häufiger ins Zentrum einzurücken.

Kruse: Stimmt, die Abläufe müssen sich bei mir alle noch ein bisschen automatisieren. Bei St. Pauli haben wir mehr die Außenpositionen gehalten und sind nur in bestimmten Situationen eingerückt. Hier will der Trainer, dass wir die Außen direkt freimachen. Das alles zu verinnerlichen dauert natürlich ein paar Wochen. Ich glaube aber, im Endeffekt werde ich keine Probleme damit haben.

bundesliga.de: Zum FC St. Pauli fallen wohl jedem Fußballfreund ein paar Assoziationen ein. Aber auch der SC Freiburg hat vielleicht einige Besonderheiten. Was ist Ihnen da in der ersten Wochen aufgefallen?

Kruse: Es macht Spaß, bei diesem Verein in dieser Stadt zu spielen. Wir arbeiten hier hart, aber die Freude an der Arbeit kommt nicht zu kurz. Und die Stadt gefällt mir nach den ersten Eindrücken sehr gut, nicht zuletzt wegen des Wetters.

Das Gespräch führte Christoph Ruf