Den Rückrundenauftakt hat Werder Bremen verpatzt. Wie schon zu Saisonbeginn setzte es eine Niederlage gegen Frankfurt. Allerdings hatte das Formbarometer der "Grün-Weißen" schon vor der Winterpause nach unten gezeigt.

Für Kapitän Torsten Frings kam nun auch noch eine weitere schlechte Nachricht dazu: Bundestrainer Joachim Löw teilte ihm mit, dass er keine Chance auf einen Platz im deutschen WM-Kader habe. Starker Tobak, so kurz vor dem Spitzenspiel gegen Bayern München (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Vor dem prestigeträchtigen Nord-Süd-Duell spricht Frings im bundesliga.de-Interview über sein WM-Aus, die Gründe für die Schwächephase der Bremer und den Respekt vor dem FCB. Die eigenen Saisonziele sieht der Werder-Kapitän in der momentanen Form in Gefahr.

bundesliga.de: Joachim Löw hat Ihnen mitgeteilt, dass Sie nicht im deutschen Kader für die WM in Südafrika stehen werden. Wie haben Sie diese Entscheidung aufgenommen?

Torsten Frings: Damit musste ich ja rechnen, wenn man alle Vorzeichen gesehen hat. Mir bleibt ja nichts anderes übrig, als das hinzunehmen, verstehen kann ich es nicht. Ich glaube, dass ich immer noch das Potenzial habe, starke Leistungen bei einer WM abzuliefern. Und ich werde das weiterhin in der Bundesliga unter Beweis stellen.

bundesliga.de: Darauf ist Werder nach dem missglückten Rückrundenstart mit dem 0:1 gegen Frankfurt auch angewiesen. Aus den letzten fünf Spielen hat Werder nur zwei Punkte geholt. Was sind die Gründe für die schwache Phase?

Frings: Wir wollten zu viel mit spielerischen Mitteln lösen, was uns nicht immer gelungen ist. Wir müssen wieder konsequenter im Abschluss sein, dann werden wir unsere Spiele auch gewinnen.

bundesliga.de: Gegen die Eintracht erspielte sich Ihr Team ein Übergewicht und deutlich mehr Chancen, trotzdem setzte es eine Niederlage. Ist Werder in der Offensive zu sehr abhängig von der Form Claudio Pizarros, der zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen hatte?

Frings: Claudio ist natürlich ein sehr wichtiger Spieler für uns. Ich glaube jedem Bundesliga-Verein würde es schwer fallen, ihn ersetzen zu müssen. Er ist einer der besten Stürmer in der Bundesliga und hilft uns mit seinen Toren.

bundesliga.de: Kommt das Spiel gegen Ihren Ex-Club Bayern München nach so einer Niederlage gerade recht oder wäre Ihnen ein anderer Gegner lieber?

Frings: Egal gegen wen wir spielen, wir müssen wieder zurück in die Erfolgsspur finden. Ob das nun Bayern ist oder ein anderer Gegner spielt dabei keine Rolle.

bundesliga.de: Beim FC Bayern wird wohl Franck Ribery wieder dabei sein. Gehen Sie dadurch mit noch mehr Respekt in die Partie?

Frings: Ob Ribery nun dabei ist oder nicht, ist für uns nicht wirklich entscheidend. Bayern hat ohnehin eine Top-Mannschaft und viele starke Spieler, gegen die es am Samstag sehr schwer wird.

bundesliga.de: Wie ist Ihr erster Eindruck von Neuzugang Aymen Abdennour?

Frings: Er ist ein junger, talentierter Spieler, der sich nun erstmal in der Bundesliga zurechtfinden muss. Ich glaube schon, dass er uns noch weiterhelfen wird.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass Werder noch einmal ins Rennen um die Champions-League-Plätze einsteigen kann?

Frings: Wenn wir uns in den nächsten Spielen steigern können und wieder zu unserer Leistung finden, ist das natürlich möglich. Wir dürfen uns einfach keinen Ausrutscher mehr erlauben. Wenn wir so weiterspielen wie momentan, wird das sehr schwierig.

Die Fragen stellte Andreas Messmer