Nach einem offenen Schlagabtausch brachten die Werkskicker mit einem 5:2-Erfolg dem Aufsteiger die erste Niederlage bei. Unter den Torschützen suchte man den Namen Patrick Helmes diesmal vergeblich.

Dennoch bot der Ex-Kölner wieder eine starke Vorstellung im Bayer-Dress. Im Interview haderte er noch ein wenig über die verlorenen Punkte aus dem Saisonauftakt gegen Dortmund. Außerdem freut sich der 24-Jährige auf die WM-Qualifikationsspiele mit der Nationalmannschaft und hofft auf einige Einsatzzeiten.

bundesliga.de: Glückwunsch, Patrick Helmes. Mit dem 5:2-Sieg haben Sie jetzt den Tabellenführer gestürzt.

Patrick Helmes: Nach zwei Spielen hat die Tabelle ja noch nicht so viel Aussagekraft. Wir wussten schon, dass Hoffenheim Fußball spielen kann. Sie haben nicht umsonst die ersten beiden Spiele gewonnen. Aber wir waren ihr erster richtiger Gegner, der oben mitspielen wird. Wir haben das Ding gewonnen. Natürlich war es zwischenzeitlich mal eng. Ohne die Gegentore hätten wir es klarer gewinnen können. Aber es bestand eigentlich nie die Gefahr, dass sie das 3:3 machen. Nach dem 4:2 war die Sache dann gegessen. Man sieht, dass wir gut in die Saison rein gekommen sind.

bundesliga.de: Was lief aus Bayer-Sicht besonders gut?

Helmes: Wir haben da weitergemacht, wo wir in den ersten beiden Spielen aufgehört haben. Wir haben jetzt sechs Punkte. Wir hätten zwar neun haben müssen, weil wir gegen Dortmund auch nicht hätten verlieren müssen. Aber wir wollen nicht meckern. Wir haben mit Hoffenheim gegen eine spielstarke Mannschaft gespielt. Da war es wichtig, dass wir über die Standards kommen. Das haben wir auch bei den ersten beiden Toren eindrucksvoll bewiesen.

bundesliga.de: Wie läuft das Zusammenspiel mit ihrem Sturmkollegen Stefan Kießling?

Helmes: Sehr gut. Ich habe mit Stefan Kießling einen Sturmpartner, der auch viel unterwegs ist. Wir ergänzen uns gut. Er ist der bessere Kopfballspieler als ich. Letztendlich passt alles gut in der Formation. Es ist toll, dass alle Stürmer treffen. Kompliment auch an Simon Rolfes, der uns super absichert. Aber wir haben nicht nur eine gute Offensive, wir stehen auch in der Defensive recht sicher.

bundesliga.de: Wie groß war für Sie persönlich die Umstellung nach dem Wechsel aus Köln nach Leverkusen im Offensivspiel?

Helmes: Es gibt Unterschiede. Aber ich spiele auch hier, genauso wie in Köln. Ich habe hier super Mitspieler. Das macht die Sache einfacher. Ich fühle mich wohl in Leverkusen und ich glaube, das merkt man mir auch an.

bundesliga.de: Stichwort Nationalmannschaft. Sie stehen wieder im Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Welche Ziele haben Sie sich für die beiden WM-Qualifikationsspiele gesetzt?

Helmes: Ich bin froh, dass ich wieder dabei bin. Und ich hoffe immer, dass ich in dem einen oder anderen Spiel zum Einsatz komme und dann auch ein Tor schieße. Ich bin nicht der Typ, der Ansprüche stellt. Ich bin froh, wenn ich überhaupt spiele.

bundesliga.de: Mehr nicht?

Helmes: Nein, Hauptsache, ich komme zum Einsatz. Der Rest kommt von selbst.

bundesliga.de: Gab es denn schon Resonanz vom Bundestrainer?

Helmes: Nein. Ich lese alles genauso wie ihr in der Presse. Ich brauche auch keine Resonanz. Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann. Von daher werden meine Einsätze schon noch kommen.

bundesliga.de: Bayer Leverkusen ist jetzt gerade in einer guten Form. Kommt die Länderspielpause zum falschen Zeitpunkt?
Helmes: Nein, das ist nicht schlecht. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit. Es sind viele Spieler weg. Die anderen können sich jetzt gut auf das Hamburg-Spiel vorbereiten.

bundesliga.de: Ist der HSV der erste richtige dicke Brocken für eine Standortbestimmung?

Helmes: Wir hatten schon starke Gegner. Dortmund, Stuttgart und Hoffenheim, das ist alles ein Niveau. Wir fahren nach Hamburg und wollen auch dort gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski