Wenn Fabio Cannavaro mit Real Madrid zu seinem Ex-Club Juventus Turin zurückkehrt, wird das Duell für ihn zu einem emotionalen Spießrutenlauf.

"Ich rechne mit Pfiffen, aber die Zeit in Turin wird für mich trotzdem in bester Erinnerung bleiben", erklärte der Weltmeister vor dem Kräftemessen der beiden europäischen Top-Vereine: "Natürlich will ich mit Real gewinnen, aber ich hoffe, dass auch Juve weiterkommt."

"Mr. Fehler" darf nicht verlieren

Cannavaro, dem man in Turin den Weggang nach dem Zwangsabstieg vor zwei Jahren übel genommen hat, könnte Juve allerdings erneut schmerzhaft treffen. Denn bei einer Pleite droht in Turin endgültig Ärger.

Coach Claudio Ranieri ist nach dem schwachen Saisonstart in der Serie A bereits angezählt. Die Zeitung Tuttosport bezeichnete Ranieri schon als "Mr. Fehler".

Sogar UEFA-Präsident Michel Platini bekundete Mitgefühl für die "alte Dame". "Turin steckt in einer Identitätskrise. Es tut weh, das mit anzusehen", sagte Platini über die Situation bei seinem früheren Verein.

Ranieri hat Personalsorgen

Nun soll Turin ein Sieg im Prestige-Duell gegen Real wieder auf die Beine helfen. "Ein Erfolg wäre wichtig für die Psyche", weiß Ranieri um die Bedeutung der Partie in der Gruppe H. Mit einem Sieg würde Juventus an Real vorbeiziehen, das Achtelfinale wäre zum Greifen nah.

Allerdings muss Ranieri gleich auf vier Spieler verzichten. Sowohl Torhüter Gianluigi Buffon als auch Mauro Camoranesi, David Trezeguet sowie der Ex-Schalker Christian Poulsen fallen verletzt aus.

Ranieri lobt Schuster

Real reist unterdessen mit großem Selbstvertrauen an. Dafür sorgte sowohl der Derby-Sieg in der Primera Division am Wochenende bei Atletico, wie auch zuletzt der erste Auswärtssieg in Europas "Königsklasse" seit sieben Spielen beim 2:1 bei Zenit St. Petersburg.

"Real spielt nicht nur erfolgreichen, sondern auch schönen Fußball. Das ist auch ein Verdienst ihres Trainers Bernd Schuster", erklärte Ranieri und zollte dem deutschen Kollegen großen Respekt.

Stolpert Zenit? Ballert Rooney?

Im zweiten Spiel der Gruppe ist der russische Supercup-Gewinner St. Petersburg nach zwei Pleiten gegen Außenseiter Borissow aus Weißrussland zum Siegen verdammt.

Einen großen Schritt Richtung Achtelfinale wollen die beiden Premier-League-Clubs Manchester United und FC Arsenal machen. ManU hofft in der Gruppe E im Insel-Duell gegen Celtic Glasgow auf ein erneutes Feuerwerk von Wayne Rooney, der in den vergangenen sechs Spielen achtmal getroffen hat. Arsenal will bei Fenerbahce Istanbul die Spitze in der Gruppe G behaupten.

Während der deutsche Rekordmeister Bayern München in der Gruppe F den AC Florenz empfängt, will Olympique Lyon nach dem Remis in München auch bei Steaua Bukarest punkten. Zudem treffen der FC Villarreal und Aalborg BK (Gruppe E) sowie der FC Porto und Dynamo Kiew (Gruppe G) aufeinander.